Kinderkanal von ARD und ZDF würdigt Rodgauer Engagement für Kinder

Preiswürdige Kulturakademie

Und so sieht die Trophäe aus.
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Und so sieht die Trophäe aus.

Hohe Auszeichnung für die Kulturakademie des Vereins „Gemeinsam mit Behinderten Rodgau“, „KULTinklusive“: Während einer Live-Sendung in Dortmund unter Coronabedingungen haben Zuschauer des Kinderkanals von ARD und ZDF, „KiKA“, der Akademie den „KiKA Kinder für Kinder Award“ verliehen. Der Preis würdigt das Engagement von Kindern für Kinder bei „KULTinklusive“.

Rodgau - „Wir sind natürlich mächtig stolz“, kommentierte gestern KULTinklusive-Gründerin Tanja Jakoby die erfreuliche Entwicklung gegenüber unserer Zeitung. Die Lehrerin an der Offenbacher Marienschule war zusammen mit zwei weiteren Betreuern und sieben Kindern am vergangenen Freitag nach Dortmund gefahren, um an der Sendung teilzunehmen.

Auch wegen der aktuellen Lage war das „alles sehr, sehr spannend“, sagt die Pädagogin. Alle Teilnehmer wurden vorher getestet. Das stieß auf logistische Probleme. „Zunächst wollte der KiKa uns Schnelltests schicken. Das ging dann aber nicht. Also sind wir ins Klinikum Hanau und haben uns testen lassen. Das ging dort super unkompliziert“, macht sie ein Kompliment.

Die Idee zur Teilnahme an dem Preis hatte ein Kind, das aktiv ist bei „KULTinklusive“, schon vor einem Jahr. „Also haben wir uns mit einem kurzen Video beworben.“ Schon seit Sommer wussten die Teilnehmer aus Rodgau, dass sie unter den Nominierten sind. Der „KiKa“ drehte dann für die Live-Sendung einen kurzen Vorstellungsfilm über die Arbeit von „KULTinklusive“. In der Live-Show aus Dortmund prämierte „KiKA“ dann gemeinsam mit ARD und ZDF außergewöhnliches Engagement von Kindern und Jugendlichen mit dem „KiKA Award“. Aus mehreren hundert Bewerbungen konnten sich herausragende Projekte in fünf Kategorien aus den Bereichen Wissenschaft, Online, Umwelt und Soziales durchsetzen. Die KiKA-Moderatoren Jessica Schöne und Tobias machten es noch mal so richtig spannend, als die letzte Entscheidung des Abends anstand: Für den „KiKA Kinder für Kinder Award“ konnten die Zuschauer noch während der Show online oder per Telefon über ihr Lieblingsprojekt abstimmen.

Jubeln durften schließlich die Mitglieder von „KULTinklusive“ aus Rodgau, die die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten. Der prominente Projektpate Michael Patrick Kelly zollte allen nominierten Ideen in dieser Kategorie großen Respekt: „Ich finde den Award großartig, weil es nicht selbstverständlich ist, dass sich Kinder für andere Kinder, die sie gar nicht kennen, einsetzen. Das zeigt, dass die Nominierten ein Herz so groß wie die Welt haben – das sind für mich echte Heroes!“

Dem Projekt-Team war nach der Ergebnis-Verkündung die Freude anzusehen: „Wir hätten es natürlich jedem gegönnt und sind nun total froh, dass wir es geschafft haben! Wir sind allen, die gevotet und angerufen haben, sehr dankbar“, zeigte sich die 18-jährige Sabrina stellvertretend für die Gruppe überwältigt.

„KULTinklusive“ ist eine im Juli 2015 gegründete Kulturakademie des Vereins „Gemeinsam mit Behinderten Rodgau“ unter der Leitung von Christopher Bihn, Christian Guckes und Tanja Jakoby. Die Akademie kombiniert verschiedene Bereiche der kulturellen Bildung (Kunst und Musik) mit der Inklusion von Jugendlichen und lässt diese zu einer Erlebniswelt werden.

Einmal im Jahr bietet die Akademie (nur unter normalen Bedingungen) in den Ferien eine „KULTwoche“ an, die für die Teilnehmer kostenfrei organisiert wird. Innerhalb einer Ferienwoche wird gemeinsam mit Jugendlichen mit und ohne Behinderung eine künstlerische Sprache entwickelt.

Drei erfahrene Prozessbegleiter und externe Künstler aus den Bereichen Kunst und Musik arbeiten mit den Jugendlichen täglich vier Stunden. Die Herausforderung dabei ist das Schaffen eines gemeinsamen Werkes, in dem alle ihre Fähigkeiten zufriedenstellend einbringen können.

Eine Behinderung spielt dabei keine Rolle. Allerdings müssen alle Beteiligten an einem inklusiven Prozess interessiert sein in dem man sich wertschätzt, respektiert und unterstützt und sich selbst einbringt. Kunst und Musik sollen gemeinsam erlebt und erfahren werden. Allen Beteiligten eröffnet sich damit in jeder Hinsicht eine neue und spannende Welt.

Jüngstes Projekt war in Rodgau im Oktober die Verschönerung einer Trafostation der Energienetze Offenbach GmbH (ENO) an der Elisabethenstraße. 18 Jugendliche legten dabei mit ihren Motiven ein Bekenntnis gegen soziale Ungerechtigkeit und für regenerative Energien ab. Unterstützung bekamen sie vom Seligenstädter Künstler Simon Jung, mit dem sie an der kreativen Umsetzung des Themas „Energie treibt uns an“ gearbeitet und eigene Ideen dazu entwickelt hatten.

Von Bernhard Pelka

Ausgelassene Freude herrschte unter den Rodgauern von „KULTinklusive“ nach der Preisverleihung in Dortmund.

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