Grünstreifen für die Sicherheit

Radweg von Hainhausen nach Rembrücken in Sicht

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Ein Radweg zwischen Hainhausen und Rembrücken ist seit rund 30 Jahren im Gespräch. Jetzt könnte er bald Wirklichkeit werden.

Hainhausen/Rembrücken - Die Landstraße zwischen Hainhausen und Rembrücken soll für Fahrradfahrer sicherer werden. Ein Radweg ist seit rund 30 Jahren im Gespräch. Jetzt könnte er bald Wirklichkeit werden.

Darauf haben sich die Stadtverwaltungen von Rodgau und Heusenstamm verständigt. Die Entscheidung steht bevor. Den Anstoß zur aktuellen Planung gaben Eltern aus Rembrücken, deren Kinder in Rodgau zur Schule gehen. Den Weg legen die Schüler oft per Fahrrad zurück. Anfang 2014 wandte sich die Stadt Heusenstamm an Rodgau, um gemeinsam den Bau eines Radwegs voranzubringen. Zwei Jahre später forderten die Heusenstammer Stadtverordneten ihren Magistrat auf, das Vorhaben zu forcieren.

Der Rodgauer Magistrat bestätigt die Notwendigkeit: Trotz Mehrzweckstreifen an beiden Seiten und einem Tempolimit von 70 km/h komme es aus Radfahrersicht immer wieder zu gefährlichen Situationen, heißt es in einer aktuellen Beschlussvorlage fürs Stadtparlament.

Der Radweg nach Rembrücken beschäftigte die Rodgauer Gremien schon mehrfach. Eine Wegeführung südlich der Straße wurde lange bevorzugt. Als preiswerte Lösung war im Gespräch, einen der beiden Seitenstreifen mit einer Leitplanke abzutrennen und für Radfahrer zu reservieren. Die aktuelle Planung sieht anders aus.

Nun ist ein kombinierter Geh- und Radweg geplant. Die Breite von 2,50 Metern reicht nach aktuellen Vorschriften auch für Gegenverkehr. Der neue Weg soll nördlich der Straße verlaufen, von Hainhausen aus also auf der rechten Seite. Damit ist er gut an das überörtliche Radwegenetz angebunden: Von Rembrücken nach Heusenstamm geht es zunächst auf der gleichen Seite weiter.

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Ein Grünstreifen zwischen Radweg und Fahrbahn soll die schwächeren Verkehrsteilnehmer schützen. Beide Verkehrswege sind dann 1,75 Meter voneinander entfernt. Der bisherige Mehrzweckstreifen am Straßenrand fällt dafür weg. Der neue Radweg reicht in der Breite etwa einen Meter in den Waldrand hinein. Das Forstamt hat nichts dagegen, weil dafür keine Baumwurzeln gekappt werden müssen. Die Fläche des geplanten Radwegs gehört der Stadt Rodgau, sodass keine Grundstückskosten anfallen.

Das 1200 Meter lange Wegstück kann eine Lücke im überörtlichen Radwegenetz schließen. Beide Städte wollen sich die Baukosten im Verhältnis 50 : 50 teilen. Das sind knapp 140.000 Euro pro Stadt, wenn das Land Hessen wie üblich 70 Prozent der Kosten übernimmt. Die Gesamtkosten betragen rund 915.000 Euro. Der Unterhalt ist künftig fast ausschließlich Sache der Stadt Rodgau, weil fast die komplette Wegstrecke auf ihrer Gemarkung liegt.

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Der Radwegbau steht am Montag, 10. Dezember, in der Stadtverordnetenversammlung Rodgau zur Debatte. In Heusenstamm ist hingegen kein eigener Beschluss vorgesehen. Dort steht das Bauvorhaben im Haushaltsplan, der im Januar zur Abstimmung ansteht.

Problematisch bleibt die Wegeführung in der Ortsdurchfahrt Rembrücken. Wer per Fahrrad von Heusenstamm ostwärts fährt, muss in Rembrücken zweimal die Straße überqueren: am Ortseingang nach rechts vom Radweg auf die Fahrbahn und nach knapp 300 Metern am Ortseingang wieder nach links auf den neuen Radweg. Ob das alle Fahrradfahrer mitmachen, bleibt abzuwarten: Jede Querung ist unbequem. (eh)

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