Verirrtes Tier

Ehepaar entdeckt Rehkitz in der Waschküche – Schnelles Handeln ohne Erfolg

Da es von der Mutter getrennt wurde, braucht ein junges Reh menschliche Hilfe. Wie allerdings kürzlich ein Rehkitz in eine Dudenhöfer Waschküche kam, bleibt sein Geheimnis.
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Da es von der Mutter getrennt wurde, braucht ein junges Reh menschliche Hilfe. Wie allerdings kürzlich ein Rehkitz in eine Dudenhöfer Waschküche kam, bleibt sein Geheimnis. (Symbolfoto)

In Rodgau-Dudenhofen hat ein verirrtes Rehkitz in einer Waschküche Zuflucht gesucht. Obwohl die Finder schnell handeln, gibt es kein Happy End.

Dudenhofen – Wer nah am Stadtrand wohnt, kommt schnell mit der Natur in Berührung. Wildtiere wie Marder, Igel oder gar Fuchs finden gelegentlich den Weg in die heimischen Gärten. Was aber Familie Müller aus dem Spessartring erlebt hat, wird sich nicht aufklären lassen. Beim Wäschewaschen im Keller muss wohl die Waschküchentür offengeblieben sein. In der folgenden Nacht wurde das Ehepaar Müller morgens um 4 Uhr durch feine Fiepgeräusche geweckt. Welche Ursache mögen die Töne wohl haben? Ein erster Blick aus dem Fenster und hinab auf die Kellertreppe brachte in der Dunkelheit keine Auflösung.

Leider war an Schlaf nicht mehr zu denken. In regelmäßigen Abständen wiederholten sich die feinen Rufe. Bei einem Rundgang durchs Haus und durch die Garage fanden die Müllers noch immer nicht die Ursache. Erst als der Weg in die Waschküche führte, kam Licht ins Dunkel. Dort lag doch tatsächlich ein hilfebedürftiges Rehkitz in der Ecke und fiepte nach seiner Mutter.

Hilfe vom Jagdpächter: Ehepaar in Rodgau-Dudenhofen findet Rehkitz in der Waschküche

Nach einem ersten erstaunten Schreck war guter Rat teuer. Wohin mit dem hilfsbedürftigen Bündel? Nach einem ergebnislosen Telefonmarathon brachte ein Anruf bei der Polizei schließlich die Telefonnummer des Jagdpächters. Der nahm das Tier in Obhut und gab sich alle Mühe, das Junge am Leben zu halten. Leider starb der Vierbeiner aber wenig später.

Bis heute bleibt zu klären, wie das Wildtier in den Keller gelangen konnte. Jagdpächter sind sich einig, ein Rehkitz wird immer von der Mutter geführt. Nicht nur, dass die Rehmutter mit ihrem Nachwuchs die Unterführung der B 45-neu in Richtung Bebauung passiert haben müsste. Danach stand der Gartenzaun im Weg, der sich zumindest für das Junge als ein zu hohes Hindernis hätte erweisen sollen. Das Überspringen eines etwa 1,30 Meter hohen Zauns ist ein sportlicher Akt, der selbst einem agilen jungen Reh kaum zugetraut werden kann; und einem kleinen hilfsbedürftigen Kitz schon gar nicht. So wird sich das Geheimnis des Rehkitzes in der Waschküche vermutlich nicht klären lassen. (Andreas Pulwey)

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