Reifenhandel erwartet Kunden-Ansturm

Bei Salg geht’s rund

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Das Team von Reifen Salg ist auf den Ansturm der Kunden gut vorbereitet. Der hundertfache Räderwechsel kann kommen.

Nieder-Roden - Den Mitarbeitern von Reifen Salg stehen turbulente Tage bevor. Sobald das Wetter wärmer wird, geht’s in dem Unternehmen an der Benzstraße rund. Und das im wahrsten Wortsinn. Denn 2000 Sätze Reifen wollen gewechselt sein. Von Bernhard Pelka 

Ein Schlagschrauber hämmert metallisch. Ruckzuck lösen sich daumendicke Radschrauben – und der kaputte Winterreifen am linken Vorderrad des silbernen Opel kann samt Felge herunter. Derzeit sind solche Aktionen bei Reifen Salg noch die Ausnahme und nur bei Reparaturen nötig.

„Das kalte Wetter bremst uns aus“, erläutert Seniorchef Christoph Salg. Üblicherweise beginnt der Ansturm der Kunden Mitte März. Dann müssen die Winterschlappen runter und die Sommerräder drauf. Doch der späte Wintereinbruch verschiebt das alles im Kalender nach hinten. Und der Winterreifen am Opel wird natürlich durch einen neuen Wintergummi ersetzt. Sicher ist sicher.

Mit Profil, Karkasse & Co. hat die Mannschaft der Reifen Salg GmbH, Reifen-, Räder, Autoservice, Erfahrung. Heute, Samstag, besteht die Firma seit 30 Jahren. Räder (auch am Motorrad) gewechselt wurden in dieser langen Zeit nicht immer am heutigen Standort im Industriegebiet Nieder-Roden. Vielmehr liegen die Anfänge des Betriebs in der Ober-Rodener Straße 133.

Dort fing Christoph Salg auf dem Gelände einer stillgelegten Tankstelle zunächst alleine – unterstützt nur von einigen Aushilfen – 1988 an. Doch schon bald war Expansion angesagt.

1995 folgte der Umzug in die Benzstraße in den ehemaligen Boschdienst. „Damals haben wir uns von der Fläche her verdreifacht“, erzählt der 64-jährige Firmenchef. Aus einer Hebebühne wurden drei. Neu hinzu kam der KfZ-Service mit Inspektion, TÜV, Bremsendienst, Stoßdämpfertest (heute auch Achsvermessung).

Angenommen werden Fahrzeuge aller Marken. „Dazu braucht’s das passende Werkzeug und die passenden Leute, dann klappt das“, sagt Juniorchef Patrick Salg (34), der das Geschäft in zweiter Generation als Mitinhaber führt.

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Obwohl an der Benzstraße inzwischen schon dreimal ausgebaut wurde, herrscht schon wieder Raumnot. Christoph Salg: „Vor allem die Einlagerung von Reifen kostet Platz. Wir haben hier inzwischen 2000 Satz eingelagert.“ Nicht nur zahlreiche Privatkunden gehören zum Stamm, sondern auch viele Großfirmen wie zum Beispiel DHL mit zig Auslieferungsfahrzeugen. Und Speditionen in Frankfurt.

Die Speditionen müssen zum Rädertausch nicht etwa nach Nieder-Roden kommen, sondern werden auf deren Betriebshöfen bedient. Dafür schicken die Nieder-Röder Reifenprofis ihre zwei mobilen Montagestationen (Mercedes Sprinter mit Anhänger) auf Tour. Sie sind voll ausgerüstet mit Hebevorrichtungen und Kompressor. „Wir fahren bis ins Frischezentrum am Bad Homburger Kreuz.“

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Vor 30 Jahren hat Christoph Salg alleine angefangen, heute beschäftigt der Betrieb 14 Mitarbeiter, die der Firma meist schon sehr lange die Treue halten. Einer von ihnen ist sogar bereits seit 28 Jahren dabei. Die Arbeit ist mit der Zeit diffiziler geworden. Salg nennt Beispiele: „Früher gab es acht oder neun Reifengrößen, die 90 Prozent aller Fahrzeugtypen abgedeckt haben. Das ist heute deutlich vielfältiger. Oder die Reifendruckprüfsysteme – jeder Hersteller macht was anderes.“ Immer gleich sein wird hingegen die Hauptarbeit, sobald es wärmer wird. Dann heißt es wieder: ranklotzen beim Tausch der Winter- auf Sommerräder.

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