Waldtage begeistern Kinder und Erzieherinnen in Rodgau

Rennen, forschen und entdecken

Wie eine Schaukel auf dem Spielplatz: Auf dem Baumstamm lässt es sich prima wippen.
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Wie eine Schaukel auf dem Spielplatz: Auf dem Baumstamm lässt es sich prima wippen.

Im Wald zu sein, finden die Kinder super. Sie sind ständig unterwegs, bauen am Tipi mit, entdecken Federn und Pilze, sehen ein Mäuschen oder basteln Dekoration aus Zweigen. Vor allem forschen und untersuchen die Mädchen und Jungen: Ameisen und Schnecken werden genau beobachtet. Selbst ein junges Füchslein konnte die Jungen und Mädchen bei ihren Touren neulich mal sehen – durchs Fernglas versteht sich.

Dudenhofen – Weil die ständige Reizüberflutung auch für Kinder Alltag ist, haben sie im Forst Gelegenheit, völlig andere Dinge für sich zu entdecken. Deswegen ist der feste Platz zweimal im Monat zur beliebten Anlaufstelle geworden. Max (6) verrät, was er gut findet auf dem Waldspielplatz: „Das man rumrennen kann.“

„Das tut denen wirklich gut“, findet Ina Caro vom Elternbeirat. Denn die Kita 14 neben dem Bürgerhaus Dudenhofen hat in dem ehemaligen Polizeiposten zwar schöne Räumlichkeiten gefunden, aber es gibt kaum Platz zum Toben. Weil der Nachwuchs in seinem Bewegungsdrang eingeschränkt ist, wurde der Freiluftkindergarten eine zweite Heimat. Der geschenkte Bauwagen, in dem wichtige Utensilien aufbewahrt werden können, verstärkt das vertraute Gefühl, das der feste Platz bietet.

Tatsächlich geraten sowohl Erzieherinnen als auch Kinder ins Schwärmen, wenn es um ihre Waldtage geht. Im Frühjahr und im Herbst finden sogarganze Waldwochen statt.

„Die Kinder genießen das, bis zum Nachmittag zu bleiben“, erzählt Kitaleiterin Anja Kratz. Selbst das Mittagessen wird ihnen zum Waldplatz gebracht. Was Außenstehenden umständlich erscheinen mag, ist für die Naturbegeisterten gar kein Thema. An den Fragen nach dem passenden Wetter und den Möglichkeiten für den Toilettengang erkennen die Waldfans unerfahrene Neulinge.

Auch skeptische Eltern haben sich inzwischen damit arrangiert, dass die Geckos und die Honigbienen (die Namen der beiden jeweils 20-köpfigen Kita-Gruppen) eigentlich immer rausgehen, wenn es geplant ist. „Die Ausnahmen sind Sturm oder Gewitter“, erklärt Anja Kratz.

Paul zeigt sofort auf seine Matschhose: „Die kann ruhig dreckig werden, gar kein Problem.“ Selbst die „Prinzessinnen“ hätten ihren Frieden mit dem Waldplatz gefunden, heißt es. Und Erzieherin Marianne Bryant findet: „Die Kinder sind hier draußen völlig anders.“

Der Forscherdrang der Mädchen und Jungen wird genährt durch regelmäßige Besuche der Waldpädagogin, gerne aber schaut auch der Jagdpächter mal vorbei. Der Nachwuchs lernt viel über die verschiedenen Lebensformen, ökologische Zusammenhänge und entwickelt auf diese Weise eine liebevolle Beziehung zur Natur.

Die motorische Entwicklung der Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren wird durch den Waldbesuch gefördert. Durch Klettern, Balancieren und Springen kann der Nachwuchs die eigenen Kräfte besser einschätzen und lernt, seine Grenzen zu erkennen. Die unterhaltsame Schatzsuche mit Wissensfragen und Suchspielen, Feenstaub und Mandalamalen gestern beendete wieder einmal zwei ganz tolle Tage. (Von Simone Weil)

Das Tipi bekommt innen einen Moosteppich.
Waldklo mit Spaten.

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