Lücke im Ufer lenkt Wasser über den Weg in die Beete

Rodau überschwemmt zahlreiche Gärten

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Nach einem langen Regentag ist nicht nur der Weg an der Rodau überschwemmt. Die Wasserfläche reicht weit in die Gärten hinein. -  Fotos:

Jügesheim - Die Rodau macht sich erneut in Jügesheimer Gärten breit. Vor Jahren mussten die Gärten am Finkenweg aufgegeben werden. Nun sind Grundstücke zwischen der Woogstraße und dem Sportplatz Weiskircher Straße betroffen. Ein Eigentümer will das nicht länger hinnehmen. Von Ekkehard Wolf 

Wasserfläche statt Gemüsebeet: Garten in Jügesheim.

Nach dem Dauerregen vom Freitag war es besonders schlimm. Ein halbes Dutzend Gärten stand am Wochenende unter Wasser, wie Heinrich Goß aus Jügesheim berichtet. Er ist einer der Betroffenen. „An einen Gemüseanbau und eine weitere Bewirtschaftung ist nicht zu denken, geschweige denn an eine Gartenidylle“, schrieb er an die Stadtverwaltung. Die Stadt müsse etwas tun, um die Gärten zu schützen. Seit vier Jahren besitzen Heike und Heinrich Goß den Garten zwischen der Woogstraße und dem Rodauweg. Dass das Grundstück im Überschwemmungsgebiet liegt, wussten sie damals schon. In den ersten beiden Jahren habe es keine Probleme gegeben, berichtet Goß. Seit etwa zwei Jahren gebe es jedoch im Ufer eine Scharte, die den Abfluss des Wassers begünstige: „Seit diese Kerbe besteht, tritt die Rodau schon beim geringsten Regen über die Ufer und in unseren Garten hinein.“

Der Gartenbesitzer hat sich nach eigenen Worten schon mehrmals an die Behörden von Stadt und Kreis gewandt. Ein Versuch der Stadt, die Scharte mit einem Findling zu schließen, sei nicht erfolgreich verlaufen. Die Wasser- und Bodenschutzbehörde des Kreises Offenbach habe sich für nicht zuständig erklärt.

Teil 2 der Frühlings- und Osterbilder unserer Leser

„Die Errichtung oder Erweiterung einer baulichen Anlage bis zur Böschungsoberkante sowie innerhalb des im Außenbereich zehn Meter umfassenden Gewässerrandstreifens bedürfen der wasserrechtlichen Genehmigung“, teilte die Kreisbehörde im Februar auf Anfrage der Stadt Rodgau mit. An einer anderen Stelle erweckt der Brief den Eindruck, eine Genehmigung werde sowieso nicht erteilt.

Die Gärten hinter der Woogstraße (von der roten Linie umrahmt) liegen im Überschwemmungsgebiet der Rodau (blaue Fläche).

Darf man wenigstens eine Lücke schließen, die nur einen oder zwei Quadratmeter groß ist? Als Unbekannte im Februar eine Ladung Erde auf die Stelle kippten, kam postwendend ein Brief aus Dietzenbach: Im amtlichen Überschwemmungsgebiet seien „Ablagerungen“ verboten. „Das Grundstück ist für mich im Augenblick wertlos“, ärgert sich Heinrich Goß. Bisher baute er dort Kartoffeln, Zwiebeln, Lauch und Weißkohl an: „Das kann man jetzt alles vergessen.“ Nicht nur Gärten sind betroffen. Auch der Geh- und Radweg an der Rodau wird regelmäßig überflutet und geht kaputt.

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