Einige Anwohner wollen Parkplätze behalten

Ärger über Glascontainer in Rollwald

Mit einer Unterschriftenliste machen Anwohner ihrem Ärger Luft. Die wohnortnahe Entsorgungsmöglichkeit für Altglas und Altkleider kostet einige Parkplätze.

Rollwald -  Vor dem Umbau der Gedenkstätte am ehemaligen Friedhof des Lagers Rollwald wurden die Sammelcontainer für Altglas und Altkleider versetzt. Sie stehen jetzt auf einem öffentlichen Parkplatz an der Ecke Taunusstraße / Am Mühlfeldchen. Das gefällt nicht jedem.

Container-Ärger in Rollwald: Altglas- und Kleidercontainer, die bisher am ehemaligen Friedhof des Lagers Rollwald standen, wurden von der Rhönstraße zur Parallelstraße „Am Mühlfeldchen“ versetzt. Der Anlass: Die Gedenkstätte wird umgestaltet.

Als „unzumutbar“ bezeichnet Anwohner Jürgen Steines den neuen Standort. Durch die Behälter seien mindestens vier Parkplätze weggefallen. Er befürchtet, bei der Leerung werde die Straße blockiert. Es sei nicht bürgerfreundlich, so Steines, dass die Sammelbehälter ohne Ankündigung einfach umgesetzt worden seien.

Einen schärferen Ton schlagen Nachbarn auf einem Kleinplakat an, das an einem Kleidercontainer klebt: „Was soll das? Hier ist ein beengtes Wohngebiet und kein Sammelplatz für Glascontainer pp.“ Ein Anwohner schlägt vor, die städtische Ordnungsbehörde mit E-Mails zu bombardieren.

Bei der Auswahl des Standorts habe die Stadt darauf geachtet, dass die Container nicht unmittelbar vor einem Wohnhaus stehen, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Gegenüber befinde sich eine Reihe an Garagen.

Recycling ist sexy

„Recycling ist sexy“ heißt eine Kampagne, die gegen das Schmuddel-Image des Recycling aufbegehrt und die Attraktivität und Wichtigkeit dieser Branche zeigen soll. Dazu wurden Models in heißen Posen vor Sekundär-Rohstoffen, also recyclebaren Rohstoffen, fotografiert. Lesen Sie mehr auf der Kampagnen-Homepage www.recycling-ist-sexy.de.

Schneeweiß im Januar.

Februar: Nur nicht zu heiß waschen, die schönen Strapse.

Gegensätze ziehen sich an: Grazile Frau vor breiten Reifen.

Sommerlich im April.

Ohh, ein strenger Blick im Mai.

Prost. So sexy kann Altglas sein.

Juli: Um Wäsche zu recyceln muss man sie ausziehen...

...ja, so ist‘s besser.

Wir danken der Abwrackprämie für dieses Foto.

Fernsehen - wir würden lieber ganz nah ran.

Vorsicht, heiß!

So schön wie ein Christkind.

Dieser Slip war vielleicht mal eine Dose, das Surfbrett ein Computer. Oder was glauben Sie?

„Ich möchte nicht, dass die Gedenkstätte durch Müllcontainer verschandelt wird“, betont Bürgermeister Jürgen Hoffmann. In unmittelbarer Nähe gebe es keine Ausweichmöglichkeit: „Wir sind dort an der Grenze nach Rödermark.“ Er habe seinen Bürgermeisterkollegen Roland Kern auf ein möglicherweise geeignetes Grundstück angesprochen. Ergebnis: Es handelte sich um eine Fläche zum Naturausgleich, die frei bleiben muss.

Die Bedenken wegen der Leerung teilt der Bürgermeister nicht: „Die Leerung bedeutet an jedem Standort eine Beeinträchtigung. Das ist normal.“ Die Altglas-Entsorgung stelle einen Service für die Bürger dar. Um weite Wege zu vermeiden, seien zwei Containerstandorte in Rollwald sinnvoll.

Diese Dinge entsorgt fast jeder falsch - gehören Sie auch dazu?

Nicht jedes Glas gehört in den Altglas-Container: Dieser ist nur für Lebensmittel- und Getränkeverpackungen sowie Arzneimittel- oder Kosmetikbehälter gedacht. Zerbrochene Gläser, Kristall-, Fenster- und Spiegelglas müssen Sie in den Restmüll werfen, da sonst das Altglas beim Einschmelzen verunreinigt werden würde.

Landen bei Ihnen die Kassenzettel auch einfach im Papiermüll? Das ist leider falsch. Denn Kassenzettel bestehen aus Thermopapier - und gehören deshalb in den Restmüll.

Backpapier ist nicht gleich Papier - weshalb es auch nicht ins Altpapier gehört. Es ist nämlich speziell beschichtet und kann sich somit nicht in Wasser auflösen. Deshalb muss es in die Restmülltonne.

Sie glauben Briefumschläge gehören ins Altpapier? Auch hier gibt es leider Ausnahmen. Briefumschläge mit Kunststofffenstern haben darin nämlich nichts zu suchen. Nur wenn die Fenster aus Pergamin sind, ist es erlaubt.

Pizzakartons bestehen aus Pappe, ganz klar - und die gehört in der Regel in die Papiertonne. Allerdings befinden sich in Pizzakartons oft Essensreste, weshalb das Material nicht mehr recycelt werden kann. Deshalb müssen benutzte Pizzakartons in den Restmüll.

Sie stapeln Ihre Joghurtbecher und Verpackungen oder stecken Sie ineinander, um Platz zu sparen? Laut dem Umweltbundesamt sollten Sie dies lieber vermeiden: Denn die Wertstoffe müssen die Sortieranlage einzeln durchlaufen.

Oft landen benutzte Taschentücher einfach im Altpapier - das ist allerdings falsch! Sie können nicht recycelt werden und gehören deshalb in den Restmüll.

Anwohner Jürgen Steines sieht das anders. Er hält es für zumutbar, die Gläser und Flaschen in den Behältern am östlichen Ortsrand Rollwalds zu entsorgen – rund 800 Meter entfernt.

Ob die Container an der Straße „Am Mühlfeldchen“ stehen bleiben, ist nicht sicher. Ihr endgültiger Standort wird laut Bürgermeister Hoffmann noch gesucht. (eh)

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