Upcycling

Alte Banner und Planen werden in Rodgau zu Einkaufstaschen

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Aus gebrauchten Planen näht Simone Jarrar neue Taschen (im Vordergrund ein Etui für eine Elferkappe).

Kreative Wiederverwertung: Simone Jarrar aus Rodgau näht Taschen aus alten Bannern und Planen.

Rodgau - Was einst als großes Banner über der Straße für Fastnachtssitzungen oder andere Veranstaltungen im JSK-Umfeld warb, wird von Simone Jarrar praktisch umgenutzt. Denn die Planen dienen eigentlich nur Werbezwecken. Sie sollen Zuschauer anlocken. Die Giesemerin macht daraus geräumige Einkaufstaschen. Die zeigen sich auf der einen Seite sportlich und werben in Blau, Weiß und Rot für den Jügesheimer Sport- und Kulturverein (JSK). Auf der anderen Seite ist auf rotem Grund von Kabarett zu lesen, außerdem Bruchstücke von Wörtern wie „Rotkäp“ und „nputte“. Weil das Material sehr stabil und wetterfest ist, könnte man darin auch Kartoffeln, Obst und Gemüse nach Hause schleppen, dachte sich die Physiotherapeutin. „Upcycling“ nennt sich das Prinzip, aus gebrauchten Materialien neue Dinge zu machen.

Von einem professionellen Hersteller hatte die findige Rodgauerin bereits eine ähnlich robuste Einkaufstasche, die mit Griffen aus Sicherheitsgurten ausgestattet war. Weil die 41-Jährige schon seit ihrer Teenagerzeit regelmäßig an der Nähmaschine sitzt, nahm sie sich vor, Ähnliches zu produzieren.

Ich bin bald eine Tasche: Solche Werbebanner werden recycelt.

Als schließlich noch ihr fastnachtsbegeisterter Vater anfragte, ob sie für die teuren und empfindlichen Elferkappen Etuis nähen könnte, standen die Kunden Schlange. Zwischen 30 und 40 Elfertaschen sind inzwischen entstanden. „Die sind erprobt und wasserfest“, verrät die Hobby-Taschenmacherin. Die Mutter einer vierjährigen Tochter freut sich, dass die Planen eine sinnvolle Verwendung finden. Denn zuvor hatten sie lange Zeit einfach in der Garage ihres Onkels Lothar Mark gelegen.

„Man muss sie halt ordentlich sauber machen“, erzählt die Giesemerin. Doch wenn Insektenleichen und Straßenstaub abgewaschen sind, bleibt ein langlebiges und strapazierfähiges Produkt, das sich gut verarbeiten und nähen lässt. Deswegen sind auch gleich mehrere Accessoires für den eigenen Haushalt von Simone Jarrar entstanden: Eine unverwüstliche Hülle für den Sonnenschirm und eine Abdeckung für den Grill zieren die Terrasse des Einfamilienhäuschens. Daneben näht sie hin und wieder auch ganz individuelle Geschenke. Robuste Einkaufstaschen mit kurzen Gurtgriffen, Shopper mit langen Riemen und die einem Briefkuvert nachempfundenen Taschen für die Narrenkappen machen sich gut aus JSK-Planen. Eine Rehasportgruppe von Heide Klabers hat das erfinderische Vereinsmitglied ebenfalls mit Taschen ausgestattet. Auf diese Weise verdoppelt sich der Gebrauchswert: Die Transparente werden wieder verwendet und die Sportlerinnen laufen gleichzeitig Werbung für ihren Verein. (Simone Weil)

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