Am Stau vorbei zur S-Bahn

Bahnhof im Kreis Offenbach wird Umsteigepunkt für Berufspendler aus Unterfranken

Mit wenigen Schritten kann man in Dudenhofen vom Bus auf die S-Bahn umsteigen. Davon profitieren nicht nur Berufspendler aus Babenhausen, sondern in einem Jahr auch aus dem Landkreis Miltenberg.
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Mit wenigen Schritten kann man in Dudenhofen vom Bus auf die S-Bahn umsteigen. Davon profitieren nicht nur Berufspendler aus Babenhausen, sondern in einem Jahr auch aus dem Landkreis Miltenberg.

Die S-Bahn-Station Dudenhofen in Rodgau (Kreis Offenbach) wird verstärkt zum Umsteigepunkt für die Region. Davon profitieren künftig auch Pendler aus Unterfranken.

Rodgau - Die Buslinie K 86 wird nächstes Jahr zur Expressbuslinie in den Landkreis Miltenberg. Bisher endet sie am Bahnhof Babenhausen. Seit dem S-Bahn-Start 2003 ist Dudenhofen ein beliebter Zugangspunkt zum Schnellbahnnetz. Aus Babenhausen und Umgebung ist der Ort mit dem Auto gut erreichbar. Eine Folge: Der Parkplatz am Bahnhof reichte nicht aus, sodass die Stadt 77 zusätzliche Stellplätze hinter dem Bürgerhaus anlegte.

Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn erleichtert

Die Buslinie nach Babenhausen soll den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr fördern. Mit Erfolg: Die Linie K 86, zunächst als Versuch gestartet, ging nach einer Probezeit in den Regelbetrieb über. Der Stellenwert des Busverkehrs wird auf dem Bahnhofsvorplatz in Dudenhofen sichtbar. Seit dem Umbau vor zwei Jahren gibt es dort eine großzügige Buswendeschleife. Wer aus dem Linienbus aussteigt, ist in ein paar Schritten auf dem Bahnsteig nach Frankfurt.

Am 30. August 2021 soll die neue Expressbuslinie ihren Betrieb aufnehmen. Die Initiative dazu kam aus dem Kreis Miltenberg, „weil es für uns sehr wichtig und sehr sinnvoll ist, eine ergänzende Zufahrt in das Rhein-Main-Gebiet zu erhalten“, wie Landrat Jens Marco Scherf (Grüne) sagt. Als Teil der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main weise der Landkreis mit 45 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen täglich 22 000 Aus- und 12 000 Einpendler auf: „Da ist richtig viel Bewegung.“ Die beiden wichtigsten Verkehrsachsen seien überlastet: die Autobahn 3 und der Schienenverkehr über Aschaffenburg.

Von der Buslinie nach Dudenhofen sollen vor allem die Berufspendler aus den Gemeinden links des Mains profitieren. Sie können am Stau vorbei direkt die S-Bahn erreichen.

„Seit ich Landrat bin, basteln wir an dieser Idee“, berichtet Scherf, der seit 2014 im Amt ist. Das Ziel sei, die Pendlerströme besser im öffentlichen Nahverkehr abzubilden: „Der Landkreis Offenbach ist für uns ein sehr guter Partner.“ Gute Erfahrungen mit der Busverbindung zwischen Weiskirchen und Aschaffenburg hätten die Planung beflügelt.

Stundentakt zwischen 5.30 und 21.30 Uhr

Vier Landkreise aus Hessen und Bayern sind an der neuen Buslinie beteiligt. Auf den Kreis Offenbach entfalle der kleinste Streckenabschnitt, sagt Kreis-Pressesprecherin Ursula Luh: „Die wesentlichen Änderungen passieren in Darmstadt-Dieburg.“ Der Zweckverband Dadina, der dort den Nahverkehr organisiert, schreibt die Verkehrsleistungen aus: montags bis freitags 18 Fahrten in jeder Richtung, samstags und sonntags jeweils acht. Das bedeutet auch eine Verbesserung für den Streckenabschnitt zwischen Dudenhofen und Babenhausen. Unter der Woche fährt der Bus dann im Stundentakt zwischen 5.30 und 21.30 Uhr.

Die neue Linie soll unter anderem durch Schaafheim und Großostheim führen. Die Endpunkte sind Dudenhofen und Kleinwallstadt: In Dudenhofen besteht Anschluss an die S-Bahn und in Kleinwallstadt münden zwei Buslinien aus dem Spessart.

Die rund 35 Kilometer soll der sogenannte „Expressbus“ in 51 Minuten zurücklegen. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h – zehn Stundenkilometer schneller als im Überlandverkehr üblich. Das will die Dadina unter anderem dadurch erreichen, dass zwei Haltestellen in Babenhausen wegfallen. Die K 86 fährt ab 30. August 2021 nicht mehr ins Baugebiet Ost; die Haltestellen dort werden künftig vom Stadtbus bedient. (Ekkehard Wolf)

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