Drei Wochen Zeit eingespart

Baustoffwerke stiften dem Hospiz tonnenweise Steine nach Maß

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Die Baustelle neben dem Jügesheimer Wasserturm aus der Vogelperspektive: Drei Wochen früher als geplant steht der Rohbau. 

Drei Wochen früher als geplant sind die Maurerarbeiten für das Hospiz am Wasserturm beendet. Zu verdanken ist dieser glückliche Umstand der Maßarbeit der Rodgauer Baustoffwerke.

Rodgau – Sie stifteten nicht nur die Unika Kalksandsteine für den Neubau, sondern schnitten sie in der Produktion obendrein derart exakt nach Maß, dass ein schnelles Arbeiten kein Problem war. Von dem schönen Erfolg überzeugten sich jetzt bei einer Baustellenbesichtigung Geschäftsführer Rudolf Dombrink, Dispositionsleiter Manuel Kampfmann und Lothar Mark sowie Herbert Sahm von der Hospizstiftung Rotary Rodgau.

Die Maßanfertigung ist eine Spezialität der Baustoffwerke. Gemäß den Ausführungsplänen von Architekten entsteht am Computer ein 3-D-Modell des Rohbaus. Alle benötigten Steine werden exakt vorgefertigt – Aussparungen für Installationen inbegriffen. Das vermeidet auf der Baustelle dann lautes Steinesägen mit Dreck und Lärm sowie Abfälle. Weiterer Vorteil: Die Steine erreichen die Baustelle genau dann, wenn sie gebraucht werden. Das alles spart Zeit und Geld. Und es entlastet die Umwelt und schont die Nachbarn.

„Unser System konnte hier voll seine Stärken ausspielen“, freute sich Dombrink beim Rundgang. Er rechnete vor: „Ein Quadratmeter Maurerarbeiten mit unseren Kalksandsteinen dauern 0,3 Stunden. Mit herkömmlichen Ziegeln zwei.“ Am Wasserturm erreichten pro Tag 40 Tonnen Kalksandsteine mit einem Maß von einem Meter mal 62,5 Zentimeter ihr Ziel.

Manuel Kampfmann, Rudolf Dombrink, Herbert Sahm und Lothar Mark auf der Baustelle.

Die Maurer haben die Baustelle verlassen. Jetzt kommen Zimmerleute und Dachdecker. Am Freitag, 19. Juli, ist dann um 16 Uhr Richtfest.

Die Hospiz Stiftung erwartet rund 200 Ehrengäste. Es gibt Fleischwurst von der Metzgerei Hiller, Knusperstangen von Bäckerei Bauder und frische Getränke von der Radeberger Gruppe. Die Bewirtung übernimmt EDA Catering von Familie Cetinkaya, Eigentümer der benachbarten Wolfsschlucht.

„Wir sind sehr froh, so gut in der Zeit zu liegen, denn damit sind wir vor dem Winter in geschlossenen Räumen und brauchen keine Frostschäden zu befürchten“, sagte Lothar Mark. „Den Zeitvorsprung werden wir nutzen, denn wie immer bei einem solchen Spezialbau sitzt der Teufel im Detail. Gleichwohl sind die Abläufe sehr gut vorbereitet vom Bau überwachenden Büro, ABP Architekten und Ingenieure aus Hanau. Sie setzen die Pläne des Rodgauer Architektenbüro Norbert Beck mit einer Vielzahl von Vergabegesprächen um.“ Schatzmeister Herbert Sahm ist zuversichtlich, dass zum Richtfest erneut 100 000 Euro Zustiftungen in das Stiftungskapital fließen werden. Mit dem Richtfest sollen die 1,7 Millionen erreicht werden. Bis zum Jahresende sollen dann noch weitere 100 000 Euro folgen.

Dazu hat die Hospiz Stiftung einen Filmbeitrag erstellt, der auf Youtube unter „Das Hospiz am Wasserturm“ zu sehen ist und Spender animieren soll, sich nicht lumpen zu lassen.

Weiteres Geld ist auch nötig. Zwar bleiben die Baukosten bisher im Budget von 3,6 Millionen Euro, doch es klafft eine kleine Finanzierungslücke. Bis zur Fertigstellung soll das Stiftungskapital auf 2 Millionen Euro steigen. Eine Million kommt von der Wertestiftung hinzu. Die restlichen 600 000 Euro werden fremd finanziert. „Wir nehmen auch zinslose Darlehen von Privat ab 50 000 Euro an“, wirbt Lothar Mark.    bp

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