Ideen auch für die Hauptdurchgangsstraße

Muss Bürgerhaus abgerissen werden?

+
Großes Interesse: Die Bürger des Rodgauer Stadtteils Dudenhofen bereichern den Stadtumbauprozess mit vielen guten Ideen.

Dudenhofen - Mit einem Stadtspaziergang und einer Leitbildwerkstatt hatte die Bürgerbeteiligung zum geplanten Stadtumbau in Dudenhofen im Mai begonnen. Inzwischen haben die Beteiligten 30 konkrete Ideen formuliert, die realistert werden sollen.

Wie könnte Dudenhofen schöner werden? Dieser Frage gehen Experten und Bürger im Zuge des Projekts „Stadtumbau in hessen“ seit Mai nach. Jetzt stand mit der Projektwerkstatt der nächste Schritt auf dem Weg für ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) auf dem Programm. Rund 100 Bürger nahmen das Angebot der Stadtverwaltung und des Unternehmens „Projekt Stadt“ wahr, mit den Planern ins Gespräch zu kommen.

Vor allem die Parksituation, der Badesee, die Aufwertung des Ludwig-Erhard-Platzes sowie das Bürgerhaus bewegen die Dudenhöfer Bürger. Auch der Ausbau der Fuß- und Radwege an der Rodau, die Umgestaltung der Nieuwpoorter Straße, der Mainzer Straße und die Förderung des innerörtlichen Gewerbes fanden viele Befürworter.

Während des jüngsten Treffens äußerten die Teilnehmer Lob und Kritik, brachten neue Vorschläge zur Verschönerung des Stadtteils ein und bewerteten die Vorhaben nach deren Wichtigkeit. Der Leiter des für den Prozess zuständigen städtischen Fachdienstes, Peter Kämmerling, zeigte sich in Vertretung des Bürgermeisters Jürgen Hoffmann sehr zufrieden mit der Resonanz und den Ergebnissen des Abends. „Die Bürger haben die Gelegenheit, sich für die Zukunft ihres Stadtteils einzusetzen, sehr rege genutzt. Ich bin zuversichtlich, dass es uns auch dank dieses Engagements gemeinsam gelingen wird, die entsprechenden Weichen zu stellen und Dudenhofen fit für die Zukunft zu machen.“

Aus den bisher formulierten Leitbildern zu den Themen öffentlicher Raum, Wohnen, Infrastruktur und Versorgung/Gewerbe und Identität sind rund 30 konkrete Ideen entstanden. Sie wurden den Bürger in zwei Arbeitsgruppen präsentiert. Danach wurde in lebhaftem Austausch diskutiert und priorisiert. „Ziel war es, am Ende des Abends zu wissen, welche Projekte den Bürgern besonders am Herzen liegen“, sagte Claus Schlindwein von „Projekt Stadt“, der den Abend gemeinsam mit seiner Kollegin Yvonne Woll moderierte.

Dieses Ziel wurde erreicht. Vor allem die Parksituation, der Badesee, die Aufwertung des Ludwig-Erhard-Platzes sowie das Bürgerhaus bewegen die Dudenhöfer Bürger. Auch der Ausbau der Fuß- und Radwege an der Rodau, die Umgestaltung der Nieuwpoorter Straße, der Mainzer Straße und die Förderung des innerörtlichen Gewerbes fanden viele Befürworter.

Weil Dudenhofen stark von engen, oft zugeparkten Gassen geprägt ist, sehen die Menschen hier Handlungsbedarf. Vor allem die Nieuwpoorter und die Mainzer Straße sollen vom Umbau profitieren, der auf der Basis eines Parkraumbewirtschaftungskonzepts realisiert werden soll. Mögliche Maßnahmen wären die Einführung von Bewohnerparkzonen, die Umlenkung der Pendlerströme, die Reduzierung des Parksuchverkehrs und das Unterbinden des Parkens auf Bürgersteigen.

Beim Bürgerhaus stellt sich die grundsätzliche Frage, ob die in die Jahre gekommene Einrichtung saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll. Der Vorplatz soll umgestaltet werden und künftig mehr Aufenthaltsqualität bieten. Denkbar wären zum Beispiel ein Wasserspielplatz oder eine Außengastronomie, weniger öffentliche Parkplätze sowie zusätzliche Sitzgelegenheiten und mehr Blumen, Bäume oder Sträucher.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Rodgau

Großes Interesse besteht auch an der Entwicklung des Badesees. Die Bürger wünschen sich eine Gastronomie, bessere Geh- und Radwege, die Anpflanzung von Bäumen, möglicherweise sogar einen Campingplatz auf einem Teil des Areals. Auch ein Hundestrand wurde ins Gespräch gebracht, ebenso die Flächenansprüche für Feste wie die Anregungen des Drachenclubs nach einer freien Fläche für sein jährliches Drachenfest.

„Dass es zu all diesen Ideen und Anregungen unterschiedliche Standpunkte gibt, versteht sich von selbst“, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann im Rückblick auf die teils intensiven Diskussionen. „Jetzt gilt es, die Pros und Contras zu diskutieren und das Stadtumbaukonzept konsequent und kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

Das Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ ist auf zehn Jahre angelegt. Die Ergebnisse der Projektwerkstatt fließen nach einer fachlichen Bewertung in das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ein, das Ziele für den Umbauprozess festlegt sowie konkrete Maßnahmen und Projekte auflistet. Bis Ende Oktober soll das ISEK im Entwurf fertig sein und beim Ministerium eingereicht werden. Der Maßnahmenkatalog ist veröffentlicht. Infos und Neuigkeiten zum Stadtumbauprozess auch unter www.stadtumbau-rodgau.de. (bp)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare