Hilfsaktion

Kein Essen für die Bedürftigen: „Tante Emma“-Laden schließt wegen Corona

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Tante Emma schließt Laden vorübergehend: Haltbare Produkte sind in den vergangenen Wochen bereits reichlich ausgeben worden (hier Christine Klotz im Lager). 

Die Hilfsaktion „Tante Emma“ hat vorerst den Betrieb eingestellt, um die Ehrenamtler vor dem Coronavirus zu schützen. 

  • Coronavirus: Hilfsaktion „Tante Emma“ aus Rodgau pausiert
  • Lebensmittelladen für Bedürftige schließt
  • Mehr als 550 Menschen müssen auf Angebot verzichten

Rodgau – Tante Emma hat den Betrieb eingestellt. Die Hilfsaktion für Bedürftige, die Lebensmittel von Supermärkten, Geschäften und Hofläden abholt und an Arme abgibt, hat gestern den Laden im Zentrum Jügesheims vorerst geschlossen. Bis auf Weiteres werden keine Lebensmittel mehr eingesammelt und weitergegeben.

„Das ist zum Schutz unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter. Viele sind über 70 Jahre alt und haben deswegen ein hohes Risiko, zu erkranken“, erklärte Lothar Mark, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Gestern wurden gleichzeitig lediglich vier bis fünf Kunden für ihren wöchentlichen Einkauf in den Laden gelassen. Vor Ort wurde dann konsequent auf einen entsprechenden Abstand geachtet, sagte Mark.

Rodgau: Tante-Emma-Laden hatte Konserven en masse

Alle Frischwaren sind verteilt. Bereits seit Wochen seien Konserven und andere haltbare Produkte großzügig abgeben worden, sodass es möglich gewesen sei, sich einen Vorrat anzulegen, sagte Mark.

Weil viele Familien, Rentner und Alleinerziehende aber fest mit der finanziellen Entlastung durch den Besuch im Tante-Emma-Laden rechnen, forderte Mark die Bevölkerung auf, nun „Solidarität und Barmherzigkeit gegenüber den Ärmsten der Armen“ zu zeigen. Immerhin besteht die Initiative seit zehn Jahren und hat einen festen Platz im Leben bedürftiger Menschen. Etwa 180 Familien werden versorgt, das sind 550 bis 600 Personen.

Rogau: Tante-Emma-Laden nach Corona-Krise wieder geöffnet

Die Hilfsaktion arbeitet an der Schnittstelle zwischen Überfluss und Armut. Dass die 130 Helfer Lebensmittel abholen, zum Teil ausputzen und sortieren, erspart den Supermärkten und Discountern hohe Entsorgungskosten. Lothar Mark geht davon aus, dass die Initiative, die mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden ist, aber reibungslos anläuft, wenn sie wieder an den Start gehen kann.

Von Simone Weil

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