„MEDZENTRUM Rodgau“

Rodgauer Ärztehaus ist den Menschen zugewandt - Es entsteht ein sehr spezielles Gesundheitszentrum

Noch befindet sich das Grundstück einer ehemaligen Firma für Messtechnik quasi im Dornröschenschlaf und wuchert teils langsam zu. Schon bald aber entsteht an der Kronberger Straße das „MEDZENTRUM Rodgau“Auf dem Grundstück wird es ein Parkhaus mit 150 Stellplätzen geben.
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Noch befindet sich das Grundstück einer ehemaligen Firma für Messtechnik quasi im Dornröschenschlaf und wuchert teils langsam zu. Schon bald aber entsteht an der Kronberger Straße das „MEDZENTRUM Rodgau“Auf dem Grundstück wird es ein Parkhaus mit 150 Stellplätzen geben.

Die Grundstücksgesellschaft am Bürgerpark (GAB), Wettenberg, baut mit der IWG Medical Real Estate AG, Gießen, in Dudenhofen an der Kronberger Straße 9-11 das Ärzte- und Gesundheitszentrum mit der Bezeichnung „MEDZENTRUM Rodgau“.

Rodgau - Der Komplex soll ab 2022 bezugsfertig sein. Die Investitionen betragen 16 Millionen Euro. Darauf wartet Rodgau seit Jahren: auf ein Gesundheitszentrum. Jetzt gibt es dafür Investoren. Das Ärzte- und Gesundheitszentrum ist zentraler Baustein des städtischen Konzepts zur Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung. Das Konzept dafür haben seit 2017 die Reinheimer Beraterfirma ASD Concepts und der Dudenhöfer Hausarzt Dr. Eric Sittler und dessen Ehefrau Diana entwickelt. Eine große Rolle spielte dabei auch der Runde Tisch „Gesundheitsforum Rodgau.“

Das Gesundheitszentrum soll die medizinische, pflegerische und soziale Versorgung miteinander verknüpfen, ein attraktives Umfeld für junge Ärztinnen und Ärzte und andere Gesundheitsdienstleister schaffen, Anlaufstelle für die Bevölkerung und unter Einbindung bestehender Anbieter (Fahrdienste, ambulante Pflegedienste, Hospizarbeit, städtische Sozialangebote) Mittelpunkt eines lokalen Versorgungsnetzwerkes sein.

Ab 2021 werden die Hausarztpraxis Dr. Sittler und die diabetologische Praxis von Dr. Christian Klepzig fusionieren und als „Mevero Medizinisches Versorgungszentrum GmbH“ ab 2022 gemeinsame Praxisräume im „MEDZENTRUM Rodgau“ beziehen. Wobei Dr. Klepzig schon zum 1. Januar 2021 von Offenbach nach Rodgau als Zwischenlösung an die Kronberger Straße 15 wechselt. Durch die Zusammenlegung soll die medizinische Grundversorgung ausgebaut und durch den diabetologischen Schwerpunkt optimal erweitert werden. Abgesehen von der Mevero MVZ GmbH sind seitens des Investors bislang eine physiotherapeutische Praxis – kombiniert mit Fitness – sowie eine Apotheke unter Vertrag genommen worden, die ein komplettes Stockwerk einnehmen.

Darüber hinaus werden in die 3 500 Quadratmeter ein Sanitätshaus, ein Facharzt für Innere Medizin und eine zahnärztliche/kieferorthopädische Praxis einziehen, hieß es gestern in der Magistratspressekonferenz. Mit weiteren Ärzten, Pflegediensten und sozialen Einrichtungen werde verhandelt. Etwa Ein Drittel der Flächen seien noch frei.

Die große Hoffnung ist, dass sich Fachärzte im Kreis Offenbach für den ganzheitlichen Ansatz des „MEDZENTRUMS Rodgau“ begeistern und mitsamt ihrem Arztsitz dorthin ziehen. Auch Hausärzte können sich dort niederlassen. Arztsitze dafür seien im Kreis Offenbach noch frei. Wegen der vielen Neubaugebiete in Rodgau müsse in den nächsten drei bis fünf Jahren mit einem Bedarf von zusätzlich zehn Hausärzten gerechnet werden.

Dr. Sittler und sein Kollege Dr. Klepzig erläuterten engagiert den besonderen Geist des Hauses. Das werde kein herkömmliches Ärztehaus, in dem Patienten von Kollege zu Kollege geschickt werden. Vielmehr spiele auch die soziale Betreuung eine große Rolle. Dies geschehe besonders mit Blick auf die künftig immer größere Bevölkerungsgruppe alleinstehender Senioren. Angedacht sei sogar die Anstellung einer Gemeindeschwester als wichtige Verbindungsperson zwischen Arzt und Patient.

„Nach 25 Jahren Ausrichtung auf eine rein kostenorientierte Medizin haben Klinikärzte und ihre niedergelassenen Kollegen die Schnauze voll davon, dass ihnen ein Controller sagt, was zu tun ist“, brachte es Dr. Klepzig drastisch auf den Punkt.

Im „MEDZENTRUM“ werde es um eine „besuchende Medizin“, die dem Menschen zugewandt ist, gehen. „Wir werden einen Kontrapunkt zum Üblichen setzen“, lautete die mutige Ansage der zwei Ärzte. Es müsse Schluss sein mit der „brutalen Verschiebung“, dass, wer sich wirklich um den Patienten kümmert, „seine Praxis ruiniert“. (bp)

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