Groß, kleiner, abgesagt

Rodgauer Sommersonntag 2019 fällt aus

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Da war die Welt auf dem Ludwig-Erhard-Platz noch in Ordnung: Vertreter von Stadt und Gewerbeverein stoßen gemeinsam auf den Sommersonntag „on the beach“ an.

Auf Strandatmosphäre, heiße Musik und kühle Cocktails haben sich Fans des Festes am Ludwig-Erhard-Platz leider vergeblich gefreut: Denn der zweitägige Sommersonntag am 17. und 18. August wurde vom Gewerbeverein Rodgau-Dudenhofen (GVD) abgesagt.

Dudenhofen – Als Grund nennt Vorsitzender Berthold Schüßler die Terminüberschneidung mit dem Rodgau Triathlon am Badesee Nieder-Roden, den der TSV organisiert. Es sei das einzige mögliche Wochenende außerhalb der Sommerferien gewesen. Doch der TSV habe die Konkurrenzveranstaltung nicht gutgeheißen, meint Schüßler. „Den Triathlon hatten wir nicht auf dem Schirm“, räumt er ein. Weil kein Ausweichtermin zu finden gewesen sei, habe der GVD die Veranstaltung „schweren Herzens“ abgesagt. Wir wollen das gute Verhältnis zu den Vereinen nicht verderben, das wäre kontraproduktiv“, sagte Schüßler. Für 2021 habe man schon mal einen Termin ins Auge gefasst – weit entfernt von TSV-Triathlon, kündigte der GVD-Chef an.

Beim TSV ist man sich keiner Schuld bewusst: „Unser Triathlon steht über ein Jahr lang im IGEMO-Kalender und findet zum 18. Mal immer am selben Termin statt“, sagt Vorsitzender Harry Enck. Mit 900 bis 950 Teilnehmern sei die ausgebuchte Veranstaltung die zweitgrößte Hessens, die alle helfenden Hände des TSV benötige. Er hätte auch gerne beim Sommersonntag mitgefeiert und bedauert die Absage durch den Gewerbeverein. „Schade, dass sie keinen anderen Termin gefunden haben.“

Sommersonntag sollte „das Rodgauer Fest“ schlechthin werden

Der Rodgauer Sommersonntag war stark gestartet und sollte nach dem Willen der Gewerbevereine und der städtischen Wirtschaftsförderung „das Rodgauer Fest“ schlechthin werden. Schließlich war die Fete im vergangenen Jahr von mehreren Standorten auf einen einzigen Stadtteil geschmolzen. Die stadtweite Feier, die 2014 ins Leben gerufen worden war, konzentrierte sich lediglich auf den Puiseauxplatz.

Manöverkritik gab es seitens der Stadt bereits 2018 an den vorausgegangenen vier Veranstaltungen der Reihe Sommersonntag: Sie seien erfolgreich gewesen, aber nur an bestimmten Punkten. In Zukunft solle der Sommersonntag jedes Jahr in einem anderen Stadtteil stattfinden. Dennoch sei der Weg zurück zu einem stadtweiten Fest nicht ausgeschlossen, hatte es geheißen.

Stadt ist als Geldgeber ausgestiegen

Weil sich die Erwartungen bezüglich der Besucherströme, die kaum über ihren eigenen Stadtteil hinaus zu locken waren, nicht erfüllt hatten, ist die Stadt als Geldgeber ausgestiegen. Immerhin war sie im vergangenen Jahr auf Kosten von 27.000 Euro sitzen geblieben: davon allein 11.000 Euro für eine LED-Wand für die Übertragung der Fußball-WM.

„Es hat in dieser Form einfach nicht richtig funktioniert“, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Es sei kein Riesenerfolg gewesen und man wolle keinen toten Gaul durch den Ort treiben. „Wir lassen uns mit dem Gewerbeverein gerne wieder neue Ideen einfallen“, kündigte der Verwaltungschef an. Den größten Zulauf hatte der Sommersonntag in den vergangenen Jahren auf dem Ludwig-Erhard-Platz: Der Gewerbeverein schüttete tonnenweise Sand zu einer Strandbar auf, organisierte eine kleine Gewerbeschau und ein großes Bühnenprogramm. 

VON SIMONE WEIL

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