Neubau am alten Platz

Erster Entwurf fürs neue Funktionsgebäude  des Strandbades in Rodgau liegt vor

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In Hanglage: Als Zugang zur Kasse ist wie früher eine Brücke geplant. Duschen und Toiletten werden ins untere Stockwerk verlegt. Das ganze Funktionsgebäude ist auch auf Rollstuhlfahrer ausgelegt. Die hohen Bäume aus der Zeichnung gibt es in Wirklichkeit nicht.

Fast zwei Jahre nach dem Brand im Strandbad Nieder-Roden legt der Magistrat einen Entwurf für ein neues Funktionsgebäude vor.

Nieder-Roden – Der zweistöckige Zweckbau soll etwa dort entstehen, wo das abgebrannte Gebäude stand. Er verspricht mehr Platz, mehr Toiletten und eine rollstuhlgerechte Zufahrt – aber erst im nächsten Jahr.

Der Baubeginn ist noch weit entfernt. Bisher gibt es erst einen Vorentwurfsplan. Er enthält erste Grundrisse und Außenansichten, aber noch nicht alle Details. Die Stadtverordneten sollen am Montag, 17. Februar, darüber entscheiden. Dann geht es auch ums Geld. Der Magistrat rechnet mit Baukosten von 1,45 Millionen Euro. Das ist erheblich mehr als gedacht. Bisher steht dafür eine Million Euro im Etat.

Der Neubau bietet die Chance, das Raumprogramm an den geänderten Bedarf anzupassen. Dazu gehört sowohl mehr Platz für die Mitarbeiter (Wachraum, Büro, Aufenthaltsraum) als auch eine Erweiterung der Sanitäranlagen. So soll sich die Zahl der WC-Kabinen für Damen sich von vier auf 14 erhöhen. Auch das Herren-WC wird größer. Dafür fallen insgesamt drei Duschkabinen weg.

St. Tropez in Schutt und Asche: So sah der Strandbad-Eingang nach dem Brand vom 20. März 2018 aus.

Ein Feuer um die Mittagszeit hatte das alte Funktionsgebäude am 20. März 2018 zerstört. Die Badesaison verkürzte sich dadurch um sieben Wochen. Nach den Aufräumarbeiten ließ die Stadt ein provisorisches Gebäude aus Containern aufstellen.

„Wir wollen jetzt die Diskussion über die Gestaltung des Strandbades insgesamt anstoßen“, kündigte Bürgermeister Jürgen Hoffmann damals an. Dazu kam es jedoch nicht.

Erst 16 Monate nach dem Brand schrieb die Stadt die Architektenleistungen aus. Warum dauerte das so lange? Die städtische Pressestelle erklärt es unter anderem mit der Prüfung durch die Versicherungsgesellschaft und der Ermittlung des notwendigen Raumprogramms. „Wir liegen im Zeitplan“, heißt es aus dem Rathaus.

Im Sommer müssen Badegäste und Personal noch mit dem Container-Provisorium leben. Mit dem Baubeginn rechnet der Magistrat erst nach dem Ende der Badesaison im September: „Es ist geplant, dass der größte Teil der Baumaßnahme bis zur Saisoneröffnung 2021 fertiggestellt ist.“

Laut Gebäudeversicherung hat die Stadt nach dem Brand drei Jahre Zeit, um Rechnungen für den Neubau einzureichen. Diese Frist läuft im März 2021 ab.  eh

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