Kreuzung der K 174 sicherer machen

Stadt gegen Verkehrssünder: Blitzer gegen Rotlichtfahrer

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An der Kreuzung zwischen Jügesheim und Dudenhofen baut die Stadt zwei Messgeräte auf, um Rotlichtfahrer und Temposünder zu erwischen.

Rodgau - An der großen Straßenkreuzung zwischen Jügesheim und Dudenhofen baut die Stadt zwei Blitzersäulen auf. Ordnungspolizisten haben beobachtet, dass dort viele Verkehrsteilnehmer bei Rot über die Ampel fahren.

Der Schnittpunkt der Ortsdurchfahrten mit der Kreisquerverbindung (K 174) gilt als belebteste Kreuzung in Rodgau. Nach Angaben der Stadt sind dort täglich 6 300 Fahrzeuge pro Richtung unterwegs. Zum Vergleich: An der Kreuzung der K 174 mit der Rodgau-Ringstraße wurden 3 446 Fahrzeuge pro Richtung ermittelt.

Rotlichtverstöße sind an der Tagesordnung. In den Stoßzeiten morgens und abends zählte die Ordnungspolizei 15 bis 33 Fälle pro Stunde. Das heißt: Bei jeder zweiten Ampelphase tritt jemand noch schnell aufs Gas statt auf die Bremse, obwohl die Ampel schon Rot zeigt.

An der Kreuzung mit der Rodgau-Ringstraße zählten die Ordnungspolizisten zwei bis fünf Rotlichtverstöße pro Stunde – ebenfalls im Berufsverkehr.

Laut Bußgeldtabelle ist das kein Kavaliersdelikt. Rotlichtfahrer müssen mit 90 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Wenn die überfahrene Ampel bereits länger als eine Sekunde Rot zeigt, sind die Konsequenzen ernster: 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Künftig werden diese Sanktionen wohl etwas häufiger verhängt. Der Magistrat hat am Montag beschlossen, eine kombinierte Rotlicht- und Tempomessanlage an der Kreuzung zu installieren. Sie soll den Verkehr auf der Kreisquerverbindung überwachen. Geplant sind zwei Blitzersäulen mit einer Kamera, die abwechselnd für beide Fahrtrichtungen eingesetzt wird.

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Das Messsystem arbeitet mit Laserlicht, also ohne Induktionsschleifen in der Fahrbahn. Das Gerät erfasst nicht nur den Geradeausverkehr, sondern alle drei Fahrspuren. Es überwacht die Position der Fahrzeuge und erkennt. Wer bei Rot die Haltelinie überquert, wird fotografiert. Die Fotos werden auf einem Datenträger gespeichert. Einmal pro Woche, so ist bisher geplant, soll die Ordnungspolizei die Daten auslesen und auswerten.

Die Messsäulen, ihr Aufbau und ein spezielles Computerprogramm kosten zusammen rund 150 000 Euro. Obwohl es sich um eine Kreisstraße handelt, beteiligt sich die Straßenbaubehörde „Hessen Mobil“ nicht an den Kosten. Dafür fließen die Verwarnungs- oder Bußgelder bis zu 55 Euro pro Fall vollständig in die Stadtkasse.

Post aus Kassel bekommen Verkehrssünder, die mehr als 55 Euro berappen müssen. Bußgelder in dieser Höhe treibt die zentrale Bußgeldstelle beim Regierungspräsidium Kassel ein. Davon gehen 40 Prozent an die Stadtkasse, 60 Prozent kassiert das Land. (eh)

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