Mitgliederversammlung gibt grünes Licht

TSV leitet Planung einer neuen Sporthalle ein

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Viel zu zählen hatten Simone Laber und Karsten Rasch: 152 TSV-Mitglieder beteiligten sich an der Abstimmung. 

Der TSV Dudenhofen will eine neue Sporthalle bauen. Die alte Turnhalle an der Forsthausstraße soll dafür abgerissen, das Gelände soll verkauft werden.

Dudenhofen – Mit 147 : 5 Stimmen beauftragten die Mitglieder am Freitag den Vorstand, die Halle zu planen und erste Vorbereitungen zu ihrem Bau zu treffen. Die neue Sporthalle soll südlich des Rasenplatzes an der Opelstraße entstehen, also neben der Tennishalle des TC Rodgau. Die Zufahrt soll über die Opelstraße und entlang des Lärmschutzwalls der B 45 führen, um den Eppertshäuser Weg nicht noch stärker zu belasten.

Seit fast zwei Jahren beschäftige sich der TSV-Vorstand mit diesem Thema, sagte Vorsitzender Harry Enck in der außerordentlichen Mitgliederversammlung. Er berichtete von unzähligen Gesprächen, unter anderem mit Behörden, Grundstückseigentümern und dem Sportkreis Offenbach. „Wir haben alles getan, was wir tun konnten, ohne dass es Geld kostet“, so Enck. Jetzt gehe es darum, sich Kaufoptionen für die benötigten Grundstücke zu sichern und einen Architekten mit der Vorplanung und Kostenschätzung zu beauftragen. Für Notargebühren und Architektenhonorar müsse der Verein mit rund 30 000 Euro rechnen.

Alte Turnhalle reicht schon lange nicht mehr aus

An einem Neubau führt aus Sicht des Vorstands kein Weg vorbei. Die 60 Jahre alte Turnhalle reicht für den Zehn-Sparten-Verein schon lange nicht mehr aus. Für eine Gymnastikgruppe ist sie zu groß, für die Großküren der Einradabteilung zu klein. Weitere Übungsräume gibt es nicht. Die Folge: Obwohl die Halle fast durchgehend belegt ist, belegt der TSV noch Zeiten in drei weiteren Hallen – und zahlt dafür.

Außerdem häufen sich die Reparaturen an der Forsthausstraße. Erst jüngst musste der TSV ein Kühlhaus der Vereinsgaststätte „Kaminstube“ für 10 000 Euro erneuern, wie Harry Enck berichtet. Das nächste Kühlhaus werde voraussichtlich im Sommer fällig. Aber auch in der Turnhalle besteht Sanierungsbedarf: vom knochenharten Parkettboden (Enck: „sicher auch schon 40 Jahre alt“) bis zur betagten Ölheizung, die nur nach Lust und Laune Warmwasser produziert („immer oder auch nie“).

Neubau als Chance

Ein Neubau eröffnet die Chance, den geänderten Anforderungen an Sportstätten besser gerecht zu werden. Wie groß die neue Halle werden kann, hängt davon ab, wie viel Geld der Verkauf des bisherigen Vereinsgeländes an der Forsthausstraße einbringt. Dazu zählen Turnhalle, Gaststätte, Tennisplätze und der große, asphaltierte Platz. Wenn die 11 300 Quadratmeter für den Wohnbau genutzt werden, sind sie rund 4,5 Millionen Euro wert: Der aktuelle Bodenrichtwert in diesem Teil Dudenhofens beträgt 400 Euro pro Quadratmeter. Mindestens sechs Investoren seien daran interessiert, so der Vorstand; drei von ihnen stünden bereits in Kontakt mit der Stadt.

Jenseits der Opelstraße will der TSV 9 300 Quadratmeter Ackerland erwerben. Das Dreieck zwischen Fußballplatz und Tennishalle ist im Flächennutzungsplan als Sportfläche vorgesehen. Für den Verein ist das ein Glücksfall: Der Kreis Offenbach kann die Baugenehmigung erteilen, ohne dass die Stadt zuvor einen Bebauungsplan aufstellt. Das spart ein bis zwei Jahre Zeit. Die Zweckbestimmung „Sport“ könnte aber vielleicht die Nutzungsmöglichkeiten einschränken: Ob Gastronomie, Rockkonzerte, Kinderfastnacht und Après-Ski-Partys auch im geplanten Neubau möglich sind, ist noch nicht geklärt.

Bilder: 17. Rodgau-Triathlon des TSV Dudenhofen

Bei der Versammlung vom Freitag waren auch einige ältere Mitglieder im Saal, die 1959 bis 1961 beim Bau der TSV-Halle mitgearbeitet hatten. Erich Klein ist einer von ihnen. Dennoch ist auch er für einen Neubau: „Ein altes Haus zu sanieren hat noch nie etwas gebracht. Das ist teurer als ein neues.“ Früher habe man Urlaub genommen, um bei den Bauarbeiten zu helfen, erinnert er sich. „Es war auch ein größeres Risiko als heute, eine neue Halle zu bauen. Da haben etliche Mitglieder mit ihrem Privatvermögen gehaftet.“ VON EKKEHARD WOLF 

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