Engagement

Hessen ehrt zwei Vorstandsmitglieder des Rodgau-Lauftreffs

Der Ultramarathon des RLT hat Rodgau in der Läuferszene international bekannt gemacht. Das Foto entstand beim 20. Lauf im Januar. Foto: Hampe

Zwei langjährige Vorstandsmitglieder des Rodgau-Lauftreffs (RLT) wurden am Mittwoch mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet: Wolfgang Junker und Ursula Walper engagierten sich zwei Jahrzehnte lang für den Verein. 16 Jahre standen sie als Führungsduo an der Spitze des RLT.

Rodgau – „Sie sind ein aktives Vorbild für die Übernahme von Verantwortung“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger in der Laudatio. Besonders stellte sie den 50-Kilometer-Ultramarathon heraus, den der RLT seit dem Jahr 2000 jährlich im Januar ausrichtet. Die Teilnehmerzahl hat sich bei 1 000 eingependelt; im Rekordjahr 2016 liefen sogar 1 224 Sportler mit.

„Unser Ultra hat inzwischen zweifellos Kultstatus erreicht“, würdigte RLT-Vorsitzender Hartmut Wirth. Das sei zu einem großen Teil Wolfgang Junker zu verdanken. Mit großer Motivations- und Organisationskunst habe er es geschafft, jedes Mal etwa 100 ehrenamtliche Helfer zu gewinnen, um den Teilnehmern ein Gefühl des Willkommen-Seins zu vermitteln. „Kein anderer würde es fertigbringen, am frühen Morgen die müden Geister in der Halle mit seinem Weckjodler sofort hellwach zu bekommen und auf das Rennen einzustimmen.“ Bei der Siegerehrung würdige er die Leistungen respektvoll und in einer authentischen, offenen Art. Junker wisse, wovon er spricht: „Den Marathon ist er unter dreieinhalb Stunden gelaufen, den Halbmarathon in 1 : 39 und die zehn Kilometer in 42 Minuten.“

Das Klima innerhalb des Vereins beschreibt Wirth am Beispiel des Frankfurt-Marathons bei Kilometer 36 an der Hauptwache: „Eine ganze Armada von RLT-Fans ist dort präsent, begrüßt jeden Läufer, feuert ihn an, treibt ihn nach vorn, gibt ihm Energie und Zuversicht für die letzten Kilometer. In der Regel ist es Wolfgang, der die große Vereinsfahne schwenkt. Und wenn kurz vor dir jemand auf die Straße springt, die Faust ballt und dich nach vorne treibt, ist es seine Frau Anni.“

Die „offene, warme, herzliche Atmosphäre“ beim RLT verbindet Hartmut Wirth insbesondere auch mit Ursula Walper: „Wenn man auf Ursula zuging, wurde man bei der Begrüßung spontan in den Arm genommen, ein Strahlen im Gesicht ging von ihr aus. Da ist bis heute immer ein typisches Zeichen für sie geblieben.“ Eingeprägt hat sich Wirth auch ein Erlebnis beim Marathonlauf am Genfer See, als er bei Kilometer 40 von Ursula und Gerhard Walper erwartet wurde: „Da stellen sich Menschen stundenlang an die Strecke, um dich zu unterstützen – als Läufer bekommst du in solchen Momenten das berühmte Gänsehaut-Gefühl.“

„Was Sie machen, ist für mich eine gigantische sportliche Leistung, die allerhöchsten Respekt verdient“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger mit Blick auf alle Langstreckenläufer. Auch Stadtverordnetenvorsteherin Anette Schweikart-Paul drückte ihre Hochachtung aus – sie selbst bemühe sich zumindest, täglich 10 000 Schritten zu gehen. Die Verleihung der Ehrenbriefe bezeichnete sie als freudiges Ereignis: „Die Welt ist doch nicht verloren, es gibt noch Leute, die sich engagieren.“

von Ekkehard Wolf

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