Nur Freundschaft zählt

Kinofilm über „Besi & Friends“ und das härteste Radrennen der Welt

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Die Filmemacher und die Helden des Films „Alle für Einen“ nach der Uraufführung in Darmstadt.

Wie schafft man es, eine Woche lang trotz wenig Schlaf sportliche Höchstleistungen zu erbringen? Eine Antwort darauf gibt der Dokumentarfilm „Alle für Einen“, der nächste Woche in Rodgau ins Kino kommt.

Rodgau –  Der Film zeigt nicht nur, wie Menschen ihre körperlichen und mentalen Grenzen überwinden. Er erzählt auch von echter Freundschaft.

Der Film ist ein Roadmovie im wahrsten Sinn des Wortes. 4 800 Kilometer Straße liegen vor den vier Fahrradfahrern, die im Juni letzten Jahres in Kalifornien zum „Race across America“ starten. Begleitet werden sie von einem neunköpfigen Team. Nur einer ist nicht dabei: Andreas „Besi“ Beseler aus Jügesheim hatte einen Unfall, den er nur durch ein Wunder überlebt hat.

Während seine vier Freunde in Amerika das härteste Radrennen der Welt fahren, kämpft Andreas Beseler auf der anderen Seite des Atlantiks gegen die Schmerzen und für die Gesundung. Die Kamera begleitet ihn von der Klinik über Physiotherapie und Rehasport bis zu den ersten Schritten ohne Krücken.

Seit 1992 leidet Besi an Multipler Sklerose. Nach dem Motto „Rad statt Rollstuhl“ kämpft er mit viel Sport gegen die Krankheit an. Jahrelang war er auf dem Rennrad als Mutmacher für chronisch Kranke unterwegs. Diesmal strampeln seine Freunde, um ihm Mut zu machen. „Wenn ich ihn motivieren kann, die Leiden zu überstehen, ist mir das wichtiger als jede sportliche Leistung“, sagt der Fahrer eines Begleitfahrzeugs.

Durch unendliche Weiten: Beim „Race across America“ legten vier Radler rund 4 800 Kilometer zurück.

Von Westen nach Osten durchqueren die vier Rennradfahrer den kompletten Kontinent. Filmemacher Christian Gropper (Darmstadt) ist immer dabei. Seine Kamera läuft fast pausenlos. „Er hat noch weniger geschlafen als die anderen“, erzählt später einer aus dem Team.

Barbara Struif und Nina Friemann arbeiten drei Monate lang, um die besten Szenen aus den unzähligen Stunden Videomaterial zu einem Kinofilm zu montieren. „Das ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Struif: „Wir haben das alle für Besi gemacht.“

Am Start in Kalifornien waren sie noch ausgeruht – und sechseinhalb Tage später fix und fertig.

Das Ergebnis erntet anhaltenden Beifall bei der Uraufführung am vergangenen Sonntag in Darmstadt. Manche Szenen habe er mit Tränen in den Augen angesehen, gibt Andreas Beseler zu. Er empfinde großen Respekt für das ganze Team. Es sei wichtig, dass die Dokumentation auch Konflikte zeige: „Bei solchen außergewöhnlichen Leistungen gehört das dazu.“

In Rodgau im Kino

Bei der Rodgau-Premiere am Dienstag, 28. Mai, um 19.30 Uhr in den Saalbau-Lichtspielen sind die Filmemacher und einige Protagonisten anwesend. Ab Donnerstag, 30. Mai, läuft der Film im regulären Programm.

VON EKKEHARD WOLF

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