Wetterfeste Weinfreunde

Regenguss kann gute Laune bei der Weinfest-Eröffnung nicht verwässern

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Ein Tänzchen beim Weinfest gehört für sie immer dazu: Korinna Virow und Franz Stockdreher sind bei der Städtepartnerschaft mit Puiseaux unermüdlich aktiv. Bürgermeister Jürgen Hoffmann überreichte ihnen bei der Weinfest-Eröffnung am Freitag die silberne Ehrennadel der Stadt Rodgau.

Wie viele Flaschen bis zum nächsten Sonntag entkorkt worden sind und welchen Wert sie repräsentieren, dürfte ein ungelüftetes Geheimnis bleiben.

Nieder-Roden – Eines aber scheint sicher: So viel Wein wie seit Freitagabend und in den nächsten Tagen wird in Rodgau dieses Jahr in keiner anderen Woche verkostet. Derart kühne Prognosen rechtfertigte der Auftakt der 23. Weinwoche auf dem Puiseauxplatz allemal – unabhängig übrigens vom Wetter. Denn trotz mäßiger Temperaturen und dräuender Regenwolken drängte sich zwischen den rund 20 Ständen, Grillstationen und improvisierten Weinlauben ein erwartungsfrohes Publikum, das nach den Eröffnungsreden sogleich Stehvermögen bewies. Weder die Reihen zu lichten noch die Stimmung zu verwässern vermochte ein kräftiger Regenschauer, der sich ungeachtet aller guten Wetterwünsche vom Bundestagsabgeordneten Jens Zimmermann und Jana von Uffeln, Weinprinzessin aus Hattenheim im Rheingau über die zu diesem Zeitpunkt bereits durchaus weinselige Versammlung ergoss.

Besser als Gluthitze allemal, ließ sich ein Stammgast vernehmen. Und schließlich, hätte er hinzufügen können, finden Weinfeste andernorts üblicherweise im Spätsommer oder Frühherbst statt – zur Feier der Lese oder kurz danach. In Nieder-Roden ist das anders. Kein Nachteil, darf Uwe Reichert feststellen: So gut und beständig besucht wie der Genussmarathon, den der Event-Manager aus Langenselbold alljährlich auf den Weg schickt, ist in Rodgau kaum ein anderes Fest.

Mehr als die Hälfte der Anbieter sind nach Reicherts Worten langjährige Partner, die immer wieder kommen. Zu elf Einzelwinzern gesellen sich mehrere Weinbau-Genossenschaften. Für Vielfalt ist also gesorgt, der Qualitätsanspruch durchweg beachtlich. Flaschenpreise zwischen 15 und 20 Euro sind keine Ausnahme. Auch beim Deutschen Weininstitut, das als Kontaktbörse und Qualitätsgarant hinter dem Veranstalter steht, sind Rodgau und der Puiseauxplatz offenbar gut angeschrieben. Jedes Jahr nominiert die Bundeszentrale laut Reichert eine Weinmajestät aus einem namhaften Anbaugebiet, um der Eröffnung an der Rodau Glanz zu verleihen.

Als wetterfest und ausdauernd erwies sich die gute Laune der Besucher schon zur Eröffnung des Weinfests am Freitagabend.

Weinprinzessin Jana von Uffeln, nach eigenen Angaben recht häufig in offizieller Mission in der Republik unterwegs, gab sich ihrerseits beeindruckt – vor allem von der Vielfalt der auf dem Puiseauxplatz vertretenen europäischen Anbaugebiete. Daheim im Rheingau sehe man so etwas nicht oft.

Genau hingeschaut hat auch Andreas Spott, dessen Partnerschaftsverein die Weinwoche mit europäischem Akzent zelebriert. Bis auf die Mosel, verkündete er stolz, seien alle deutschen Weinregionen von Bedeutung vertreten – neben Baden, Rheinhessen, der Pfalz und dem Rheingau auch die hessische Bergstraße, Franken und Württemberg. Viel mehr, so Spott, böten auch Großstadt-Veranstaltungen wie das wohl zehnmal größere Kölner Weinfest kaum, zumal in Nieder-Roden auch edle Tropfen aus Frankreich, Italien, Spanien und Österreich im Ausschank sind.

Beachtlich findet das auch Bürgermeister Jürgen Hoffmann, ebenso wie den jährlichen Einsatz und stabilen Enthusiasmus der Partnerschaft Nieder-Roden – Puiseaux. Für zwei besonders ausdauernde und aktive Helfer hatte Hoffmann eine Auszeichnung mitgebracht: An Korinna Virow und Franz Stockdreher überreichte er am Freitagabend die silberne Ehrennadel der Stadt Rodgau.  

zrk

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