Neues Online-System

Per Internet zum Kindergartenplatz

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So geht’s: Julia Spahn vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie demonstriert die Bedienung des städtischen Kita-Portals.

Rodgau - Die Stadt vergibt ihre Kindergartenplätze jetzt elektronisch – sowohl für Kinder unter als auch über drei Jahren. Die Platzvergabe orientiert sich an einem einzigen Kriterium: dem Geburtsdatum.

Der Wunsch nach einer bestimmten Kita wird berücksichtigt, wenn dort Plätze frei sind. Das Online-Benutzerkonto begleitet die Eltern über die ganze Kindergartenzeit. Darüber werden auch Einladungen verschickt und das Essensgeld abgerechnet. „Eine möglichst hohe Servicequalität“ nennt Erster Stadtrat Michael Schüßler als ein Ziel städtischen Handelns. Das neue Verfahren sei so gerecht, fair und transparent wie möglich. Gleichzeitig wolle die Stadtverwaltung den Eltern den Einstieg möglichst bequem gestalten.

Alle Familien, die ihre Kinder schon angemeldet haben, bekommen in den nächsten Tagen Post aus dem Rathaus. Mit einem individuellen Code erhalten sie nach Registrierung Zugang zu ihren Vormerkungen. Diese wurden alle aus dem alten System übertragen. Die Eltern können ihre Angaben jederzeit online ändern. Sobald eine der städtischen Einrichtungen einen Platz anbieten kann, erhalten Eltern eine E-Mail. Diese rufen sie in ihrem persönlichen Postfach ab. Ebenso die Einladung zu einem Kennenlern- und Vertragsgespräch. Bis dahin wird der Betreuungsplatz reserviert. Der persönliche Kontakt zwischen Eltern und Einrichtungen bleibt bestehen.

Wenn die Eltern den Betreuungsvertrag unterschrieben haben, wird das Kind automatisch von der Warteliste genommen. Falls sie sich nach dem Gespräch doch nicht für diese Kita entscheiden, bleibt ihr Kind auf der Liste. Die Stadt vergibt die Betreuungsplätze gemäß dem Rechtsanspruch nach dem Geburtsdatum – ältere Kinder kommen also früher zum Zug, wenn die Plätze knapp sind. Geschwister können in der Regel dieselbe Kita besuchen. Diese Vorgehensweise erlaubt auch neu zugezogenen Familien, in angemessener Zeit einen Betreuungsplatz zu finden.

Im Gegensatz zu früheren Jahren müssen Eltern nicht mehr nachweisen, dass sie erwerbstätig sind. „Wir wollen weg davon, die Ungleichheit zu vergleichen“, sagt Stefan Jaud, der den Fachdienst Soziale Angelegenheiten und Bildung im Rathaus leitet. In der Vergangenheit sei es zu „unsäglichen Diskussionen“ gekommen. Eltern können beliebig viele Wunsch-Kitas angeben. Wer nur eine Kita auswähle, schränke aber auch das Angebot ein, gibt Sozialdezernent Schüßler zu bedenken. Der Rechtsanspruch gelte für einen Betreuungsplatz in der Stadt, aber nicht in einer bestimmten Einrichtung: „Wir können nicht flächendeckend alle Wünsche erfüllen.“

Wer keinen Internetzugang hat, kann seine Kita-Vormerkung auch im Rathaus oder in einer städtischen Kita erfassen lassen. Dort werden auch Fragen beantwortet. Zudem stehen in den beiden Stadtbüchereien Computer mit Internetanschluss bereit.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Das neue Internetportal bündelt auch Informationen über die Konzepte der Kindertageseinrichtungen, die Kosten und den weiteren Kita-Ausbau in Rodgau.

Ihr Interesse können Eltern über das neue Internetportal zurzeit nur für die städtischen Kitas bekunden, informieren können sie sich aber über alle Angebote – auch über konfessionelle Einrichtungen, Elterninitiativen und die Nachmittagsangebote der Fördervereine an den Grundschulen. Die Stadt strebt an, das neue System nach und nach auf die gesamte Betreuungslandschaft in Rodgau auszudehnen. „Wirklich sinnvoll ist es erst, wenn das ganze Portfolio an Plätzen erfasst wird“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler.

„Wir sind der Pilot-Anwender in Hessen für diese Online-Anwendung“, sagt Fachdienstleiter Stefan Jaud. So intensiv wie in Rodgau werde das System „Webkita“ in keiner anderen hessischen Stadt eingesetzt. Das biete Vor- und Nachteile: Einerseits könne man sich eine maßgeschneiderte Software programmieren lassen, andererseits müsse man mit Kinderkrankheiten rechnen.

Auch deshalb sei es sinnvoll, zunächst die ersten Erfahrungen mit dem neuen System abzuwarten. (eh)

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