Blumen Winter

Ende einer Ära: Beliebtes Geschäft macht dicht

Birgit Winter (Zweite von links) berät eine Kundin.
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Birgit Winter (Zweite von links) berät eine Kundin.

In Jügesheim endet eine Ära: 77 Jahre nach der Gründung schließt Blumen Winter zum 1. Oktober. Für Chefin Birgit Winter und ihre Tochter Katja ist der Verkauf des Geschäfts zugleich ein Neuanfang.

  • Nach 77 Jahren schließt das Blumengschäft Winter aus Jügesheim.
  • Der neue Besitzer möchte in den nächsten Jahren aus dem Geschäft mehr machen als nur einen Blumenladen.
  • Bereits 1943 wurde das Blumengeschäft von Adolf Winter gegründet.

Jügesheim - Beide werden im Nachfolgeunternehmen am alten Standort als Mitarbeiterinnen weiterhin ihre Dienste anbieten: Birgit Winter macht Grabpflege wie bisher, Floristin Katja betreut das hochwertige Blumenangebot. Der Nachfolger der Jügesheimer Traditionsfamilie stammt ebenfalls aus Jügesheim. Daniel Rebell, der in Darmstadt ein renommiertes Obsthaus betreibt, übernimmt die Liegenschaft an der Weiskircher Straße 52 und möchte dort das „Rebellos“ eröffnen. Das wird eine kühne Mischung aus Obst-, Gemüse- und Blumenverkauf, Vinothek, Café im gläsernen Wintergarten und Feinkostladen. Alles nicht sofort auf einmal, sondern langsam wachsend.

Ein Luftbild aus der Blütezeit des Gartenbaubetriebs. Blumengeschäft und Gewächshäuser erstreckten sich von der Weiskircher Straße (vorn) bis in die Egerstraße (rechts).

Blumen Winter in Jügesheim schließt nach 77 Jahren

Die nächsten vier Wochen steht bei Blumen Winter aber der Abverkauf zu deutlich reduzierten Preisen im Vordergrund. Vasen, Blumentöpfe, Übertöpfe und Dekoartikel: alles muss raus. Was sind die Gründe zu der Entscheidung? Birgit und Katja Winter müssen kürzer treten. Auch vier Jahre nach dem Tod von Ehemann und Vater Norbert Winter merken die beiden noch immer: Er hinterließ auch im Geschäft eine Lücke, die nicht zu schließen ist.

Firmengründer Adolf Winter („die Adde“) in der Gärtnerei. Hier produziert er Stecklinge von Geranien.

„Es ist zuviel für uns geworden“, erläutert Katja Winter die Situation. 1943 hatte Adolf Winter, genannt „die Adde“, die Firma gegründet. 1953 baute er das Wohnhaus mit Blumengeschäft an der Weiskircher Straße 52. Ab 1960 wurde der Betrieb erweitert. Es entstanden Gewächshäuser, die 1970 und 1972 einen Ausbau erfuhren. Da war Sohn Norbert längst Geschäftsführer und Mitbesitzer. 1992/93 wuchs das Unternehmen nochmals. Bis dahin war das einst 15 Quadratmeter kleine Blumenlädchen auf stattliche 212 Quadratmeter Fläche gewachsen. (bp)

Auch in Rodgau wurde der einzige Eine-Welt-Laden nach 27 Jahren geschlossen. Im Jahr 1992 wurde das Geschäft gegründet. Mit dem fairen Handel wollten die Besitzer bessere Lebensbedingungen für Kleinbauern, Handwerker und Kooperativen in Afrika, Asien und Lateinamerika erreichen.

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