Jugendfeuerwehr Rodgau-Mitte erlebt einen 24-Stunden-Dienst

Rodgau: Jugendfeuerwehr ist Spitze an der Spritze

„Wasser marsch“ hieß es für die Jugendfeuerwehr am Ferdinand-Porsche-Ring.
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„Wasser marsch“ hieß es für die Jugendfeuerwehr am Ferdinand-Porsche-Ring.

Die Feuerwehr ist nichts für Langschläfer. Das erlebten 24 Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehr Rodgau-Mitte am Wochenende. Während ihre Mitschüler noch selig schlummerten, trafen sie sich am Samstag um 6.30 Uhr früh im Feuerwehrhaus. Und dann gab es ein volles Programm bis zum nächsten Morgen: Von der Theorie des Atemschutzes bis zur brennenden Holzhütte war alles dabei.

Rodgau - Adrenalin pur und keine Minute Langeweile: Etwa 20 Erwachsene hielten den Nachwuchs ständig auf Trab. Die Gruppenbetreuer waren rund um die Uhr gefordert. Aber auch die Einsatzübungen erforderten viel Arbeit - vor allem bei der Vorbereitung. Schließlich soll das Szenario möglichst echt wirken.

Einen Verkehrsunfall mit zehn Verletzten inszenierte die Feuerwehr auf dem Gelände der Stadtwerke. Die Jugendlichen hatten auch kleinere „Einsätze“ zu absolvieren: den Fehlalarm einer Brandmeldeanlage, das Öffnen einer Wohnungstür, Tragehilfe für den Rettungsdienst und eine brennende Mülltonne.

Sogar einen richtigen Brand gab es zu löschen. Auf einem unbebauten Grundstück am Ferdinand-Porsche-Ring stand am Samstagabend eine große Hütte in Flammen. Feuerwehrleute hatten sie in der Woche zuvor aus Holzpaletten und Brettern zusammengezimmert. Ein paar Kanister Benzin und eine Fackel machten daraus innerhalb von Sekunden ein eindrucksvolles Feuer. Die Jugendfeuerwehr löschte es innerhalb von 20 Minuten. Die erwachsenen Einsatzkräfte gaben dezent Hilfestellung, wenn etwas nicht gleich klappen wollte.

Als erste Jugendfeuerwehr im Kreis Offenbach seit Beginn der Corona-Pandemie hatte Rodgau-Mitte einen solchen Aktionstag mit Übernachtung organisiert. Das bedeute „viel Aufwand, aber es lohnt sich“, sagt Matthias Hopf, der zusammen mit Mathias Haferburg für die Jugendfeuerwehr in Jügesheim und Hainhausen verantwortlich ist. Für die Kinder und Jugendlichen sei dieser Tag „ein Schritt zurück in die Normalität“. Seit Beginn des Schuljahres können sich die 30 Mitglieder der Jugendfeuerwehr wieder in voller Stärke treffen. Zuvor waren nur Kleingruppen mit sechs oder sieben Personen möglich gewesen.

Für den 24-Stunden-Dienst am Wochenende galt ein besonderes Hygienekonzept. Dazu gehörten Corona-Tests am Anfang und am Ende. Während des Aktionstags waren keine Besucher zugelassen. „Wir haben praktisch in einer Blase gelebt“, erklärt Mathias Haferburg. Nur bei der Löschübung am Samstagabend durften Eltern und Geschwister zuschauen – mit Abstand, versteht sich.

An eine geruhsame Nachtruhe war auch nach dem abendlichen Brandeinsatz nicht zu denken. In der Nacht mussten die Elf- bis 16-Jährigen noch einmal ausrücken, um im Wald nach einem Vermissten zu suchen. An einer Puppe übten sie auch noch die Herz-Lunge-Wiederbelebung. „Aufstehen!“, hieß es wenige Stunden später um 7 Uhr früh. Feuerwehr ist eben nichts für Langschläfer. (eh)

Sehr realitätsnah übten die Kinder und Jugendlichen aus Jügesheim und Hainhausen.

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