24-Stundenlauf in Rodgau

Mit Bollerwagen auf Spendentour

Um die 20 Freiwillige spielten bei der Generalprobe im Haus der Begegnung die IT-Abläufe für den virtuell inszenierten 24-Stunden-Lauf und die parallel laufende Aktion #24rodgau durch.
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Um die 20 Freiwillige spielten bei der Generalprobe im Haus der Begegnung die IT-Abläufe für den virtuell inszenierten 24-Stunden-Lauf und die parallel laufende Aktion #24rodgau durch.

Hessens größten und ältesten Sponsorenlauf kriegt auch Corona nicht klein: Für den 39. 24-Stunden-Lauf am 12. und 13. September haben das Organisationsteam und der Vorstand des Vereins Gemeinsam mit Behinderten (GmB) eine erfolgreiche Generalprobe hingelegt.

Rodgau - Während im Haus der Begegnung die Laptops auf Hochtouren liefen und die Webseite den letzten Schliff bekam, staubten anderswo im Jügesheimer Ortskern die Narren ihre Kappen ab. Mit dem obligatorischen Kopfputz und Bollerwagen macht sich der Elferrat des JSK am kommenden Wochenende auf die Socken, weil beim Spenden-Marathon 24-Stundenlauf diesmal so gut wie alles anders ist.

Gelaufen werde selbstverständlich auch, erläutert Jutta Groha vom Orga-Team – allerdings nicht wie sonst im Stadion mit tausenden Zuschauern, sondern einzeln oder in kleinen Gruppen irgendwo in und um Rodgau. „Die Teilnehmer können sich ihre Strecken aussuchen“, so Groha. Hauptsache, der jeweilige Team-Kapitän melde jede Stunde die gelaufenen Kilometer, die sich – je nach Großzügigkeit des jeweiligen Sponsors – in bares Spendengeld für GmB verwandeln.

Zu sehen sein werden sowohl Kilometer- als auch Spendenausbeute auf der GmB-Website, die unter Corona-Vorzeichen zum virtuellen Sportplatz wird. Gern speisen die rund 20 freiwilligen Netzwerker, die IT-Projektleiter Christian Guckes beim Probelauf auf ihre Aufgaben einschwor, auch hochgeladene Fotos und Videos von den Athleten ein. Zudem gilt es, zwei Live-Ticker aktuell zu halten und den Überblick über all die Posts zu wahren, die voraussichtlich über die Zentrale hereinbrechen werden.

Denn neben dem rein sportlichen Wettkampf um Kilometer und Spendenruhm läuft erstmals die Aktion #24rodgau an. Die sich da einklinken, dürfen tun, was immer sie wollen – vorausgesetzt, es findet in den 24 Stunden von Mittag bis Mittag 24-mal statt und wird gefilmt oder fotografiert, um dann ebenfalls auf der GMB-Website zu erscheinen.

„24-mal den Müll rausbringen, 24 Saltos auf dem Gartentrampolin oder 24 Würstchen essen – alles ist erlaubt“, schreibt Jutta Groha. Pfiffige Ideen können die Zuschauer mit Spenden honorieren.

24 Besuche haben sich die JSK-Elfer um Sitzungspräsident Peter Otto und Initiator Dietmar Wilhelm für den Samstagnachmittag und den frühen Sonntag vorgenommen. Drei bis vier Narren-Teams, jedes mit Bollerwägelchen und nicht näher definierter Ladung unter der Plane in Fastnachtsfarben, suchen insgesamt 24 ehemalige Prinzenpaare zuhause heim und wollen den Gastgebern auch ein Liedchen singen. Haus- und Hofdichter Hans-Joachim Löw hat auf die Melodie von „Way to Amarillo“ eigens einen vergnüglichen Text verfasst. Wie oft er abgesungen wird, bestimmen nicht zuletzt die Hygiene-Regeln: Sänger müssen bekanntlich fünf Meter Abstand halten, und das geht nicht überall.

Auf ihrer Prinzenpaar-Tour wollen die Kappenträger laut Dietmar Wilhelm nicht nur Spaß haben und das Fastnachtsbrauchtum hochhalten, sondern auch Spenden für GmB sammeln und am Sonntag um punkt 12 Uhr persönlich am Rathaus abliefern. Dort richtet sich nach Worten von GmB-Vereinschef Christian Goldmann die Zentrale ein und darf auch die leistungsfähige IT-Hardware der Stadtverwaltung einsetzen.

Für diese unbürokratische Unterstützung sei der Vorstand dem Bürgermeister und seinen Mitarbeitern sehr dankbar, betont Goldmann. Denn ordentliche Server und ein leistungsfähiges W-Lan-Netz werden die Koordinatoren von #24rodgau sicherlich brauchen.

Mit Kapp und Wägelchen wollen die JSK-Elfer 24 ehemalige Prinzenpaare abklappern und Spenden sammeln.

Christian Guckes sieht mit gemischten Gefühlen die wachsende Resonanz, die die Aktion schon im Vorfeld bekommt: „Letztlich haben wir nur eine Plattform, über die alles laufen muss.“

Christoph Caps, der die Web-Präsenz entworfen hat und technisch betreut, hat derweil den Ehrgeiz, möglichst alle Filmchen und Bildern so zu präsentieren, dass sie gleichzeitig sichtbar oder zumindest gut auffindbar sind. Besonders „coole“ Clips soll sein Team zusätzlich an die sozialen Medien weiterreichen und bei YouTube hochladen.

Im Gesamteindruck soll die Aktion laut Jutta Grohe dem gewohnten 24-Stunden-Lauf-Gefühl so nahe wie möglich kommen – einschließlich Musik: Mindestens eine Formation werde im Netz in Echtzeit rocken, andere spielen Aufzeichnungen aus Tonstudios und Proberäumen ein.  (zrk)

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