„Wenn’s abgeht, dann geht’s ab”

Rodgau Monotones eröffnen JSK-Kultursommer

Die Rodgau Monotones live in Jügesheim. Von links: Gitarrist Raimund „Ray“ Salg, Bassist Joachim „Joky“ Becker, Sänger Peter „Osti“ Osterwold, Drummer Martin „Dog“ Kessler, Sängerin Kerstin Pfau, Gitarrist Albrecht „Ali“ Neander und Saxofonist Gernot Dechert.
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Die Rodgau Monotones live in Jügesheim. Von links: Gitarrist Raimund „Ray“ Salg, Bassist Joachim „Joky“ Becker, Sänger Peter „Osti“ Osterwold, Drummer Martin „Dog“ Kessler, Sängerin Kerstin Pfau, Gitarrist Albrecht „Ali“ Neander und Saxofonist Gernot Dechert.

Nach 13-monatiger Pause sind die Rodgau Monotones am Samstag mal wieder aufgetreten und haben in ihrer Heimat vor 300 Besuchern den Kultursommer des Jügesheimer Sport- und Kulturvereins (JSK) Rodgau eröffnet.

Jügesheim – „Wir haben den Platz, die Manpower und das Wort ,Kultur’ im Vereinsnamen“, sagte der 1. Vorsitzende des Jügesheimer Sport- und Kulturvereins (JSK) Rodgau, Lothar Mark: „Und man kann sich ja nicht ewig vor der Pandemie wegducken.“ Mark ließ kurzerhand seine vielfältigen Kontakte spielen, trommelte Sponsoren zusammen und rief gemeinsam mit seinen Vereinsmitgliedern im eigenen Maingau-Energie-Stadion den JSK-Kultursommer ins Leben.

Zwei Konzerte, im Stadion, eine Theateraufführung, im Rodau-Park. Den Anfang machten am Samstag die Rodgau Monotones. Mark: „Wir wollten was tun für die Kultur, das Publikum und für die Monotones.“ Sie waren seit 13 Monaten nicht mehr aufgetreten. „Endlich wieder live“, freute sich Monotones-Managerin Birgit „Püppi“ Osterwold. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, brachte sie am Ende des fast dreistündigen Open-Airs auf den Punkt, was wohl alle dreihundert Anwesenden genauso empfanden.

Das Publikum im Maingau-Energie-Stadion sang, groovte und klatschte von Beginn des „Monotones“-Heimspiels in Rodgau an mit.

Begonnen hatten die Monotones, angeführt von ihrem umwerfenden Frontline-Trio Ali Neander, Kerstin Pfau und Peter Osterwold, passend mit „Es geht wieder los“. Gefolgt von ihrer populären Publikums-Begrüßung „Ei gude wie“. Schon von Anfang an sang und groovte ein Großteil des Publikums mit. Die meisten Zuhörer saßen aufgrund des strengen JSK-Hygienekonzepts in einiger Entfernung von der Bühne auf Bierzeltgarnituren. Dahinter und daneben standen etliche Fans an runden Tischen fast nie still. Andere saßen arme-wedelnd am Rande des Geschehens auf mitgebrachten Decken.

Dann, in der Mitte der ersten Halbzeit, aus dem jüngeren Schaffen des Septetts, der erste Überflieger: der volksmusikalische Gassenhauer „100 Fässer grüne Soße“. Es folgte „Ein Leben für Lärm“, den es im Maingau-Energie-Stadion gar nicht gab. Denn der Sound war sehr gut und so ausgewogen im Phon-Rahmen, dass man keine Ohrenstöpsel benötigte. Vor der Pause grüßten die Rodgaus noch eben schnell rüber nach Nieder-Roden: mit ihrem unvergänglichen Sommerhit „St. Tropez am Baggersee“.

Die zweite Halbzeit machten sie mit einem Volltreffer aus ihrer musikalisch besten Phase, aus ihrer Frühzeit auf, mit „Macht doch einfach selber mal Musik“. Und dann ging’s mit „Wenn’s abgeht“ stürmisch ab hin zum „Night of the Proms“-Part im Programm, bei den „Monotones“: „Night of the Prolls“ – „Pomp & Susie“. Dafür hatten Stage-Manager Niko Huber und Birgit Osterwold Hessen-Fähnchen im Publikum verteilt. Sie wurden tüchtig geschwungen – bei einigen Songs.

Am Saxofon brillierte Gernot Dechert.

Wie zu erwarten, gab es mit „Waitin’ for the bus“/“Jesus just left Chicago“ eine Hommage an ZZ Top, im Werk der Rodgaus der Haupteinfluss. Damit erinnerten sie an Dusty Hill, den Bassisten des Texas-Trios, der vor zwei Wochen starb. Dennoch war da im Programm kein ZZ Top-Schwerpunkt. Eher einer Marke AC/DC. Denn Kerstin Pfau trug „Ein frauenfeindliches AC/DC-Stück“ vor. Und, als finale Zugabe, den Brecher „Highway to Hell“, eine Parade-Nummer der Vokalistin.

Dabei hielt sich ihre Band, in der sie seit 30 Jahren „die Neue“ (Peter Osterwold augenzwinkernd) ist, sogar etwas zurück, um ihr maximal den Vortritt zu lassen. Echt neu im Line-up ist der in Rodgau erstmals präsentierte Martin „Dog“ Kessler. Er ersetzt hinfort am Schlagzeug den unermüdlichen Jürgen „Mob“ Böttcher, der wegen eines Tinnitus-Leidens nach 43-jähriger Band-Zugehörigkeit aufhören musste. „Lebbe geht weider“, das ganz neue Stück im Repertoire, strich Gitarrist Neander von der Zugaben-Liste, um den langen gelungenen Abend nicht ausufern zu lassen. (Von Manfred Meyer)

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