Neubau in Weiskirchen-Ost bringt Lärmschutz fürs Wohngebiet

Rodgau: Neuer Gewerbepark an der A3

Funktioneller Bau mit farblichen Akzenten: Der Gewerbepark an der Boschstraße soll im Juli fertig sein. Die Pfeiler im Vordergrund sind für eine Lärmschutzwand bestimmt, die Weiskirchen-Ost auch vor dem Autobahnlärm schützen soll.
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Funktioneller Bau mit farblichen Akzenten: Der Gewerbepark an der Boschstraße soll im Juli fertig sein. Die Pfeiler im Vordergrund sind für eine Lärmschutzwand bestimmt, die Weiskirchen-Ost auch vor dem Autobahnlärm schützen soll.

Der Gewerbepark an der Boschstraße in Rodgau-Weiskirchen soll im Juli fertig sein. Die größere der beiden Hallen ist bereits vermietet. Bis zum Jahresende will Projektentwickler Ralph Gumb auch die zweite Halle voll vermietet haben. Für Gebäude dieser Art sei das gut, sagt er. Ein ähnliches Objekt in Langen habe zunächst ein Jahr lang leergestanden.

Rodgau - Mehr als 20 Immobilienprojekte hat Gumb bisher verantwortet. Die meisten wurden vermietet und anschließend verkauft, zum Beispiel an Immobilienfonds. Der sogenannte „Multipark“ in Weiskirchen ist das letzte Projekt der MP Holding GmbH (Neu-Isenburg), bei der Ralph Gumb einer der drei Geschäftsführer ist. Die Hallen sind standardisiert und lassen sich in bis zu vier kleinere Flächen aufteilen, wahlweise mit oder ohne Büro. Dadurch eignen sie sich auch für kleine und mittlere Unternehmen.

Von den 120 bis 150 Arbeitsplätzen, die Bürgermeister Jürgen Hoffmann bei der Vorstellung der Pläne im November 2019 avisierte, ist der Gewerbepark weit entfernt. Der erste Mieter will dort zunächst etwa 20 Arbeitsplätze schaffen, wie die Stadt in einer Pressemitteilung ankündigt. Es handelt sich um die KS Tools GmbH, die international mit Werkzeug und Werkstatteinrichtungen handelt. Die Zentrale bleibt in Heusenstamm.

Chancen der Gewerbefläche in Rodgau lange nicht genutzt

In den letzten zwei Jahrzehnten gab es mehrere Versuche, das Gewerbegrundstück neben dem Logistikbetrieb Fed Ex zu vermarkten. Vor rund 15 Jahren scheiterte die Ansiedlung der ABX-Spedition am Widerstand aus der Kommunalpolitik. Damals forderten die Stadtverordneten, den alten Bebauungsplan aus der Zeit vor 1977 so zu ändern, dass Speditionen ausgeschlossen sind – ein Beschluss, der nie umgesetzt wurde. Die Liegenschaftsverwaltung Rosental-Gelley und Rosental-Itzhar (Frankfurt) suchte jahrelang einen Käufer für das Gelände. Die städtische Wirtschaftsförderung habe „mit vielen potenziellen Investoren verhandelt“, berichtet Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Ralph Gumb und seine Partner packten die Sache anders an. Sie kauften die 27 .000 Quadratmeter und sprachen erst dann im Rathaus vor. Damit hatten sie eine starke Verhandlungsposition: Als Eigentümer hatten sie ein Anrecht darauf, auf ihrem Grundstück zu planen und zu bauen.

Dennoch konnte die Stadt einige ihrer Interessen durchsetzen: ausreichend Parkplätze, eine Lkw-Wendeschleife an der Daimlerstraße sowie Aufenthalts- und Sanitärräume auf dem Gelände, damit die Lkw-Fahrer ihre Notdurft nicht im Freien verrichten müssen.

Lärmschutzwand hält auch Autobahnlärm zurück

Zu den Bedingungen der Stadt gehörte auch eine Lärmschutzwand. Sie wird links und rechts der Einfahrt zum Gewerbepark errichtet. Die Stützpfeiler stehen schon. Die Wand schützt die 300 Meter entfernten Wohnhäuser nicht nur vor Geräuschen der Betriebe, sondern auch vor dem Lärm der Autobahn. Ralph Gumb: „Wenn wir hier fertig sind, ist es vom Lärm her besser als vorher.“

Beide Hallen zusammen bieten etwa 13 250 Quadratmeter für Lager und Produktion sowie 2 200 Quadratmeter Büro- und Sozialflächen. Die Hallen sind mit Fußbodenheizung ausgestattet. Die nutzbare Höhe beträgt 7,50 Meter, sodass keine Sprinkleranlage vorgeschrieben ist.

So sehen die Hallen innen aus: Bauherr Ralph Gumb (rechts) erklärt Details für Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Wirtschaftsförderer Bernhard Schanze und den Ersten Stadtrat Michael Schüßler (von links).

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