Mehr Platz für Fußgänger und Radler

Neugestaltung der Wilhelm-Leuschner-Straße soll Anwohner entlasten

Am Kreisel Südtrasse soll man geradeaus bis zur Bundesstraße fahren können gehen – das wünschen sich die Befürworter des sogenannten Durchstichs.
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Am Kreisel Südtrasse soll man geradeaus bis zur Bundesstraße fahren können gehen – das wünschen sich die Befürworter des sogenannten Durchstichs.

Im nächsten Jahr will die Stadt die viel befahrene Wilhelm-Leuschner-Straße von Grund auf neu gestalten. Die Idee einer Entlastungsstraße („Durchstich“) durch die Rodau-Aue bleibt aber umstritten.

Hainhausen – Seit 2003 fließt der komplette Ost-West-Verkehr Hainhausens über die Südtrasse und die Wilhelm-Leuschner-Straße. Der Abschnitt zwischen Kreisel und Ortsmitte ist am stärksten betroffen. In Spitzenzeiten sind dort bis zu 750 Fahrzeuge pro Stunde unterwegs. Die Fahrbahn weist viele schadhafte Stellen auf. Der Geh- und Radweg an der Ostseite ist seit Jahren wegen Unfallgefahr gesperrt.

Ein Stadtverordnetenbeschluss vom Montag ebnet den Weg für die ersten Schritte zum Umbau dieses Straßenstücks. Der Magistrat soll die Baukosten von 2,2 Millionen Euro in den Haushaltsplan einstellen, Landeszuschüsse beantragen (bis zu 60 Prozent sind möglich) und einen vier Meter breiten Wiesenstreifen erwerben. Die Entscheidung fiel mit der Mehrheit der Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Rodgauer Liste. Die CDU enthielt sich, ZmB und AfD stimmten dagegen.

Eine Straße mitten durch die Rodau-Aue würde eine Brücke mit einer Spannweite von 150 Metern erfordern, wie der frühere Bürgermeister Alois Schwab ermittelte.

Die Gestaltung basiert auf einem Entwurf aus dem Jahr 2014. Die Fahrbahnbreite wird von neun auf sechs Meter verringert. Fußgänger und Fahrradfahrer bekommen mehr Platz.

Keine Gegenliebe fand die CDU-Fraktion für ihren Antrag, den sechs Jahre alten Gestaltungsentwurf nochmals zu überdenken: „Nach dieser unendlichen Geschichte wäre es angemessen, sich einige Monate mehr Zeit zu nehmen.“ Die AfD wollte die Entscheidung bis zur Vorlage eines Verkehrskonzepts verschieben. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt.

In ihrem Wunsch nach Entlastung vom Durchgangsverkehr hoffen Anwohner der Wilhelm-Leuschner-Straße auf eine direkte Verbindung von der Südtrasse zur B 45-Auffahrt am Wasserturm. Die „Initiative anwohnergerechte Verkehrslenkung“ brachte den sogenannten Durchstich vor zwei Wochen in einer Pressemitteilung wieder ins Gespräch.

Sanierungsreif und viel zu breit: Der Umbau der Wilhelm-Leuschner-Straße ist seit rund zehn Jahren im Gespräch. Die Bauarbeiten sind nun für 2021 geplant. Der Magistrat soll nun mit den Eigentümern der Wiese verhandeln, um einen vier Meter breiten Streifen zu erwerben.

„Wir halten diesen Durchstich für notwendig“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Clemens Jäger am Montag im Stadtparlament. Laut einem Mehrheitsbeschluss vom Dezember 2013 solle der Bau des Durchstichs „bis 2020 nicht weiter verfolgt“ werden. Nach Ablauf dieser Frist sei es nun an der Zeit, eine Trasse für diese Entlastungsstraße planerisch zu sichern. Auch dieser Antrag erhielt keine Mehrheit. Dafür sei es noch zu früh, sagte Ralf Kunert (SPD): „Über den Durchstich werden wir zu gegebener Zeit beraten“ – aber erst nach Sanierung der Wilhelm-Leuschner-Straße und auf der Basis einer umfassenden Verkehrsuntersuchung. Dieses sogenannte Mobilitätskonzept liegt seit Herbst im Rathaus unter Verschluss. Jäger (CDU): „ „Eigentlich erwarten wir die Vorstellung der Ergebnisse für die nächste Zeit.“

VON EKKEHARD WOLF.

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