Ermittlungen schwierig

Stadtarbeiter entdecken eine Frauenleiche im Teich: Der Verdächtige schweigt

Die Fundstelle der Frauenleiche ist heute ein kleiner Altar der Erinnerungen.
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Die Fundstelle der Frauenleiche ist heute ein kleiner Altar der Erinnerungen.

Im November ist in Rodgau nahe Offenbach die Leiche einer jungen Frau gefunden worden. Noch immer ist unklar, was der 28-Jährigen zugestoßen ist.

  • In Rodgau bei Offenbach wird im November eine Leiche in einem Teich entdeckt.
  • Die Ermittlungen zu dem Fall gestalten sich schwierig: Der mögliche Täter schweigt.
  • Der Ehemann der 28 Jahre alten, getöteten Frau sitzt noch immer in Untersuchungshaft.

Rodgau – „Jede einzelne Träne ist ein Gedanke an dich.“ „Wir werden dich nie vergessen.“ Eine Inschrift und ein Treue-Schwur auf kleinen Gedenksteinen, frische Rosen und Grabkerzen erinnern an der Ablagestelle der vergangenen November gefundenen Frauenleiche auch heute noch an das Opfer. Von Fotos aus guten Tagen lächelt und winkt die Frau Spaziergängern unbeschwert entgegen. Angehörige und Freunde der Toten haben die Fundstelle – ein Beton-Steg mit Kanaldeckel an der Gänsbrüh in Rodgau (Kreis Offenbach) – zu einem kleinen Altar des Gedenkens gemacht. Derweil schweigt der mögliche Täter. Die 28-Jährige aus Obertshausen war am 24. November vergangenen Jahres tot in dem Teich bei Rodgau gefunden worden. Die Leiche wies schwere Kopfverletzungen auf. Die Staatsanwaltschaft sprach von „erheblicher stumpfer Gewalt gegen den Kopf“.

Zwei Mitarbeiter der Stadtwerke Rodgau hatten die Tote bei Routinearbeiten gegen 11 Uhr in dem Gewässer an der Waldfreizeitanlage Gänsbrüh entdeckt. Die Männer gehören zur mobilen Abfallkontrolle, die regelmäßig Parkplätze und Waldfreizeitanlagen ansteuert. Ihr Dienstplan führte sie an diesem Dienstag zur Gänsbrüh. Das Opfer lag an einer Stelle im Wasser, an der die Betonrampe – wohl ein Kanal – in den Weiher ragt. Dort steht auch die große Grillhütte.

Leiche in Rodgauer Teich (Kreis Offenbach) gefunden: Ehemann in Untersuchungshaft

Schon einen Tag später war der Ehemann der zweifachen Mutter nach seiner Vernehmung festgenommen worden. Er hatte seine Frau als vermisst gemeldet. Nach Feststellung des dringenden Tatverdachts wurde der 34-Jährige dann auf Antrag der Staatsanwaltschaft zur richterlichen Vorführung gebracht. Es erging Untersuchungshaftbefehl wegen Verdachts des Totschlags. Der Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Derweil gestalten sich die weiteren Ermittlungen schwierig. Oberstaatsanwalt Alexander Homm bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung am Dienstag (12.01.2021), der Ehemann sitze wegen dringenden Tatverdachts noch immer in Untersuchungshaft. Er mache allerdings keine Angaben. Auch sei bisher keine Tatwaffe gefunden worden.

Die Ermittler müssen sich also zunächst auf die kriminaltechnische Auswertung diverser Spuren und Gutachten verlassen. Ergebnisse stehen noch aus. Homm zufolge wartet man gespannt zum Beispiel auf ein DNA-Gutachten zu verdächtigen Anhaftungen in der Wohnung des Ehepaars in Obertshausen (Kreis Offenbach). Auch werde versucht, den Tag aller Beteiligten zu rekonstruieren. Etwa durch die Auswertung von Telefondaten und Funkzellen. Es gehe dabei darum, ein Bewegungsprofil zu erstellen.

Frauenleiche in Rodgau bei Offenbach: Motiv ist reine Spekulation

Reine Spekulation ist zum aktuellen Zeitpunkt das mögliche Motiv. Die Bild-Zeitung hatte orakelt, es könne sich um ein Eifersuchtsdrama handeln. Im Dezember 2020 wurde die Gänsbrüh in Rodgau zur Sanierung ausgepumpt. Auch Beamte der Kriminalpolizei waren vor Ort: Mit der Hoffnung noch weitere Spuren oder Beweisstücke in der Nähe der Stelle zu finden, an der die getötete Frau gefunden wurde. Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks halfen bei der Suche. 

Hoffnungen, dass Jogger oder Spaziergänger an dem gewöhnlich stark frequentierten Fundort nahe Offenbach etwas gesehen haben könnten, haben sich bisher zerschlagen. Die Staatsanwaltschaft ruft deshalb erneut dazu auf, dass sich eventuelle Zeugen melden sollen bei der Offenbacher Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 069 8098-1234. (Von Bernhard Pelka)

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