Wellblech auf Beton

Rollwälder Betonmanufaktur fertigt Sockel für Städel-Kunst  

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Manuel Frankes Installation „Colormaster F“ fußt sicher auf einem Betonsockel von Kleemann aus Rollwald.

Rodgau/Frankfurt - Derzeit dominiert eine 50 Meter lange Skulptur des Düsseldorfer Künstlers Manuel Franke den Garten des Frankfurter Städels. Der himmelblaue Betonsockel dafür stammt aus der Betonmanufaktur Kleemann in Rollwald-Nieder-Roden. Von Bernhard Pelka 

Ob die wellenförmige Betontreppe im Offenbacher Hafen, mannshohe Buchstaben vor Hauseingängen an der Frankfurter Frankenallee oder – wie aktuell – Pinguin-Nisthöhlen für den Frankfurter Zoo: Firmenchef Frank Kleemann und seine Mitarbeiter haben sich auf Sonderteile spezialisiert. Deshalb firmiert das 72 Jahre alte Unternehmen auch als Betonmanufaktur. Früher stellte der Betrieb hauptsächlich rustikale Produkte wie Waschbetonplatten her. Heute also Spezialitäten.
Eine besondere Herausforderung war Kleemanns jüngstes Projekt. Der Düsseldorfer Künstler Manuel Franke brauchte für sein monumentales Objekt „Colormaster F“ einen Betonsockel, der das wie eine Nussschale gebogene Wellblech der Installation stramm fixiert. Bei den Experten von Kleemann wurde er fündig. Die Schalungsarbeiten im Werk Rollwald und der Formenbau dafür waren komplex. Denn der Beton musste die Wellen des Blechs passgenau aufnehmen.

Dennis Spenna lehnt lässig an einer Nisthöhle für Pinguine, die bei Kleemann hergestellt wurde.

Hinzu kamen Probleme mit dem Material. Das verzinkte Blech reagierte mit dem Beton. Deshalb entsprach dessen Oberfläche nach dem Aushärten zunächst nicht den Anforderungen. Er wurde nicht glatt genug. „Also haben wir Tests mit verschiedenen Beschichtungen gemacht“, beschreibt Kleemann die aufwendige Suche nach einer Lösung. Auch die Farbgebung war kompliziert. Himmelblau sollte der Beton sein – und zwar in gleichmäßiger Intensität. Bei 25 Fertigteilen, von denen jedes wiederum ein Einzelstück ist, war das keine leichte Aufgabe. Am Ende wurde die Zeit zwar knapp, aber alles klappte. Zu sehen ist das Kunstwerk im Städel-Garten noch bis zum 23. September.

Aktuell steht in der Betonmanufaktur in Rollwald-Nieder-Roden mit Schwiegersohn Dennis Spenna die dritte Generation in den Startlöchern – und bearbeitet interessante Aufträge. Der Frankfurter Zoo hat Nisthöhlen für seine Pinguine bestellt. Auf dem Hof lagern außerdem monströse Sitz-Elemente für den neuen Bahnhofsvorplatz Dudenhofen. Jedes Teil wiegt 2,5 Tonnen. Unweit davon liegen Hauseingangsplattformen zum Abtransport an den Frankfurter Riedberg bereit. Sie sind beheizbar. Damit die Hausbesitzer nicht mehr Schnee schippen müssen.

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