Pandemie

Sportfreunde in Rodgau machen Ärger Luft

Dr. Jens Zimmermann (links) lobte den Hallenneubau als eine „Mordsleistung.“
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Dr. Jens Zimmermann (links) lobte den Hallenneubau als eine „Mordsleistung.“

Die Sportfreunde werden bei ihrem Neubauprojekt „EVO Sportfabrik“ den Zeitplan wohl nicht halten können. Das deutete Vorsitzender Rudi Ott bei einem Pressetermin auf der im Mai gegossenen Bodenplatte an.

Rodgau - Die schon lange vergebenen Arbeiten für die Halle in Holzständerbauweise seien nun beeinträchtigt von Lieferproblemen wegen Corona. Es sei offen, ob die Halle an der Weiskircher Straße noch in diesem Jahr - wie ursprünglich gewünscht - stehen werde. Aber es sei ja noch genügend Zeit. Schließlich besage der Vertrag zwischen Sportfreunden und Stadt Rodgau, dass der Verein erst im März 2022 aus seinem bisherigen Domizil an der Elbinger Straße aus- und umgezogen sein müsse. Die Sportfreunde Rodgau haben ihr Hallenbauprojekt vorgestellt. Eingeladen hatte der Verein zu dem Termin, weil der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Zimmermann auf der Baustelle im Zuge seiner üblichen Sommertour Station machte, um sich danach noch in der Nachbarschaft von den Freunden des Wasserturms über deren Aktivitäten informieren zu lassen.

Zimmermann hörte bei den Sportfreunden Positives und Negatives. Schatzmeister Günter Friedrich freute sich über „430 000 Euro“ aus einer Sammelaktion im Internet, bei der private Geldgeber diese Summe dem Verein als Darlehen gegeben hätten. Zugleich reklamierte er: „Die Stadt unterstützt uns nicht.“ Rudi Ott wiederum erhob gegenüber den Stadtwerken (Wasseranschluss) und der Maingau Energie GmbH (Gasanschluss) Vorwürfe. Die Stadt habe vertraglich zugesichert, dass die Erschließung des Baugeländes mit Gas und Wasser im August 2019 fertiggestellt sei. Jetzt sei es ein Jahr später und das Gelände sei immer noch nicht angeschlossen. Auch sei die Stadt im Verzug, was die von ihr versprochene Aufschüttung des Geländes betreffe.

Zuletzt seien Gas- und Wasseranschluss für die ersten zwei Augustwochen fest zugesagt gewesen. Und die Stadtwerke hätten Probebohrungen angekündigt. „Es tut sich aber immer noch nichts.“ Die Maingau habe zwei Jahre gebraucht, um festzustellen, dass der geplanten Gasleitung ein Regenüberlaufbecken im Weg sei und man umplanen müsse.

Die Stadt weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass zumindest die Baustellenzufahrt schon aufgeschüttet worden ist und dem Baubeginn eigentlich nichts mehr im Weg stehe. Die Versorgungsleitungen könnten erst gelegt werden, wenn der Technikraum des Neubaus stehe. Bürgermeister Jürgen Hoffmann sagt, die Stadt trage die Kosten der Erschließung zur Hälfte. Die Stadt stütze das Projekt mit 200 000 Euro aus ihrem Vereinsförderprogramm. Auch habe die Stadt das Baugrundstück erworben und finanziere den Rest der Erschließung vor – Leistungen im Wert von etwa 500 000 Euro (wobei die Sportfreunde aber 99 Jahre Erbpacht zahlen).

Eine Stellungnahme der Maingau zu den Vorwürfen stand gestern noch aus. (Von Bernhard Pelka)

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