Lob und Kritik

Rolle rückwärts für bezahlbare Wohnungen: Stadt Rodgau kauft Grundstück wieder zurück

Die Stadt kauft das Grundstück Grenzstraße 19 zurück.
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Die Stadt kauft das Grundstück Grenzstraße 19 zurück.  

Die Stadt Rodgau kauft ein Grundstück an der Grenzstraße zurück. Im Rollwald gibt es neue Bebauungspläne, die eine Veränderungssperre von zwei Jahren mit sich bringen.

Rodgau – Rolle rückwärts: An der Grenzstraße 19 war früher ein Spielplatz. Den hatte die Stadt 2016 an die GWH Wohnungsbaugesellschaft Hessen als Bauplatz für neun bezahlbare Wohnungen (9,20 Euro / Quadratmeter Anfangsmiete) verkauft. Die GWH will inzwischen aber nicht mehr bauen. Also kauft die Stadt das Gelände zurück. Das hat die jüngste Stadtverordnetenversammlung gegen die Stimmen der AfD beschlossen.

Rodgau kauft Grundstück zurück: Neue Stadtteil könnte hier entstehen

Die Stadt kauft ein Grundstück an der Grenzstraße zurück. In der jüngsten Parlamentssitzung im Bürgerhaus Dudenhofen hieß es, das Grundstück solle zunächst einmal liegen bleiben. Es könne später einer Radwegeanbindung über die S-Bahn in den neuen Stadtteil Rodgau-West mit bis zu 5 000 Einwohnern dienen.

Heino Reckließ lobte für die FDP, dass es der Stadt in den Verhandlungen mit der GWH gelungen sei, das Gelände zum alten Preis von 2016 (437 Euro) zurückzukaufen. Wert ist das Gelände heute 590 Euro den Quadratmeter.

Eine gewisse Schärfe kam in die Sitzung, als Bernhard von der Au (CDU) dem Bürgermeister vorwarf, er verweigere sich einer finanziellen Corona-Risikoabschätzung, nenne keine Einnahmeausfälle (wie etwa am Badesee) und lasse sich stattdessen per Antrag lieber den städtischen Kreditrahmen auf zehn Millionen Euro verdoppeln. Heino Reckließ nannte dies „an den Haaren herbeigezogen“. Nur „Panikmacher wie die Oberbürgermeister Feldmann und Kaminski stellen sich hin und nennen konkrete Summen. Gefestigte Zahlen gibt es aber gar nicht.“ Bürgermeister Hoffmann hingegen sei „eine ehrliche Haut“. Und „auf so eine ehrliche Haut schlägt man nicht ein“. Seriöse Zahlen ließen sich aktuell nicht nennen. Das sah Robert Rankl (AfD) anders. Jede Firma sei in der Lage, eine mittelfristige Risikoabschätzung abzugeben. Da müsse das doch auch im Magistrat klappen. Die zehn Millionen mögliche Kreditaufnahme wurden letztlich mit den Stimmen der Kooperation (23 zu 19) beschlossen.

Neue Bebauungspläne für Rodgau-Rollwald: Veränderungssperre für zwei Jahre

Einstimmigkeit herrschte hingegen beim Beschluss der Veränderungssperre für Rollwald. Wie berichtet, möchte die Stadt dort drei alte Bebauungspläne aus den 60er Jahren ablösen durch einen neuen Bebauungsplan. Hintergrund sind Auswüchse bei der Nachverdichtung der alten Grundstücke. Dort stehen bescheidene Siedlerhäuser. Die werden abgerissen und ersetzt durch monströse Mehrfamilienhäuser. Die alten Bebauungspläne geben diese maximale Grundstücksausnutzung her. Das soll sich ändern. Die Veränderungssperre dauert zwei Jahre und betrifft nur die künftigen Bauvorhaben. Neubau, Abriss, bauliche Veränderungen: alles verboten, bis der neue Bebauungsplan 43 Nieder-Roden steht. Veränderungssperren beschlossen die Parlamentarier auch für die Bebauungspläne Weiskirchen 14.1 (Boschstraße/Liebigstraße) und Nr. 22 (Gewerbegebiet westlich der der Daimlerstraße nördlich der Boschstraße).

Dort müsse die Ansiedlung weiterer Speditionen und Logistikfirmen verhindert werden. Weiskirchen vertrage keinen zusätzlichen Lkw-Verkehr mehr. Das hob Max Breitenbach (CDU) hervor. Weil der Magistrat in Sachen Baurecht bisher „geschlafen“ habe, sei man jüngst nicht darum herumgekommen, ein neues Logistikprojekt genehmigen zu müssen. Breitenbach: „Das sollte sich nicht wiederholen.“ (bp)

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