Nach Beschwerden kommt die Polizei

Trotz Corona: Strandbad Rodgau voll und eng

Voll und eng: Manchem Badegast wurde es am Sonntag unbehaglich im Strandbad.
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Voll und eng: Manchem Badegast wurde es am Sonntag unbehaglich im Strandbad Rodgau.

Im Strandbad Rodgau stauen sich die Menschen. Die Befürchtungen sind groß, dass das Strandbad zum nächsten Corona-Infektionsherd wird.

Rodgau – Badegäste, die auf der Liegewiese zu wenig Abstand zueinander haben, Menschen dicht an dicht, als ob es keine Corona-Gefahr gäbe. Ein Besucher ist geschockt, als er am vergangenen Sonntag (19.06.2020) den Badesee in Nieder-Roden besucht. Er will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, aber auf die Zustände im Strandbad Rodgau aufmerksam machen. „... wir konnten unseren Augen nicht trauen, als wir die fahrlässigen Zustände dort gesehen haben“, schreibt er in seiner Mail an die Redaktion der Offenbach-Post.

Wenn dort ein neuer Infektions-Schwerpunkt entstehen würde, wäre es nicht verwunderlich, meint er: „Andere Menschen, die sich strikt an die Maßnahmen halten und mit nach wie vor starken Einschränkungen in ihrem Berufsleben zurechtkommen müssen, kommen sich sicherlich verarscht vor, wenn sie so etwas sehen.“

Nach Beschwerden kommt die Polizei ins Strandbad Rodgau

Die Situation scheint auch andere Besucher zu empören, denn jemand informiert die Polizei. Die Ordnungshüter kommen und begutachten den Platz, haben aber keine grundsätzlichen Einwände gegen den Badespaß und ziehen wieder ab.

Stadtsprecherin Sabine Hooke erklärt: Das Strandbad Rodgau sei zu keinem Zeitpunkt überfüllt gewesen. Insgesamt 5500 Besucher könnten sich gleichzeitig am Badesee in Nieder-Roden tummeln. Sonntag seien es in der Spitze 4 000 Gäste gewesen. „Wir hatten über den ganzen Tag verteilt insgesamt 5 800 Besucher“, sagt Hooke.

Ticketverkauf im Strandbad Rodgau zeitweise gestoppt

Wegen der Beschwerden sei um 14 Uhr der Ticketverkauf dann allerdings eingestellt und zwei zusätzliche Sicherheitskräfte angefordert worden. Auch Hausverbote sprachen die Badeseemitarbeiter aus, weil die Pontons zu lange belegt waren. Diese Inseln sollen derzeit nur kurz zum Verschnaufen und nicht zum Sonnen genutzt werden.

„Es gab Zonen, die waren voll“, räumt die Stadtsprecherin ein. Das sei keinesfalls zufriedenstellend gelaufen. Man habe an manchen Stellen mit dem Verhalten der Gäste zu kämpfen, die mit riesigen Schwimmtieren oder mit ihren Strandmuscheln als Sonnenschutz anrückten. 

Stadt Rodgau will Konsequenzen ziehen

Weil auch Lautsprecherdurchsagen, die ans Abstandhalten erinnern, nur begrenzt von den Besuchern beachtet werden, soll nun nachgebessert werden. Hinzu komme, dass sich nicht alle Badegäste einsichtig gezeigt hätten, wenn sie angesprochen worden seien. „Wir haben uns das anders vorgestellt“, sagt Sabine Hooke.

Deswegen wird im Rathaus der Verwaltungsstab in einer Sitzung beraten, welche Konsequenzen die Beschwerden und Zustände haben sollen. Über neue Steuerungsmechanismen wird nachgedacht – etwa ob Flächen gesperrt oder die Besucher anders gelenkt werden.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann sagt, man könne zwar Regeln aufstellen, „Rücksicht aufeinander nehmen müssen aber letztlich die Menschen“. Prinzipiell wolle die Stadt das Standbad am Leben halten. „Wir wollen, dass die Leute ein bisschen Urlaub haben.“

Polizei auch am Langener Waldsee

Zum Engpass war es Sonntag auch am Langener Waldsee gekommen. Strandbadmitarbeiter riefen die Polizei, nachdem Besucher illegal im Wald auf Wegen parkten und massenweise an den See wollten. Um 16 Uhr war Einlassstopp. (Von Simone Weil)

Kurz nach Corona-Saisonbeginn lief im Strandbad Rodgau noch nicht alles rund. Sowohl das Management als auch die Schwimmmeister und die Karten-Hotline wurden mit Telefonanrufen bombardiert. Täglich sollen es Hunderte sein.

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