Rodgau

Ausgeblüht: Wilde Blumenwiesen leiden unter extremen Sommern

So sah die Blumenwiese an der Einhardstraße nach der ersten Aussaat aus. 
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So sah die Blumenwiese an der Einhardstraße nach der ersten Aussaat aus. 

Die extremen Sommer der letzten Jahre haben wilden Blumenwiesen in Rodgau die letzte Kraft geraubt.

Rodgau – Noch haben wir nicht Sommer. Noch müssen wir der Natur die Chance geben, sich zu entfalten. Bei vielen Blühwiesen, die von der Stadt einst für teuer Geld angelegt worden waren, ist aber schon jetzt klar, dass es dieses Jahr nichts mehr wird mit der Blütenpracht. 

Statt herrlicher Wildstauden haben sich Gras und Gestrüpp das Gelände zurückerobert. Erbärmlich (gegenüber früheren Jahren) sieht es deshalb zum Beispiel an der Einhardstraße in Dudenhofen aus. Und das trotz gärtnerischer Privatinitiative aus der Nachbarschaft.

Im Jahr 2013 ließ die Stadt erstmals wilde Wiesen an ausgewählten Straßenrändern und in Grünanlagen anlegen. Säen und dann nichts tun und trotzdem viel erreichen – das war das Motto. Denn sobald Wildkräuter und -blumen weitgehend ungebremst wachsen dürfen, finden wichtige Insekten Nahrung. Bei diesen ersten Versuchen mit bienenfreundlichen Wiesen wurden teils noch einjährige Samenmischungen gestreut – mitunter auf extra herbeigeschafftem Spezialsubstrat. Seither investierte die Stadt pro Jahr in Nachsaat und Pflege etwa 12 000 Euro. Zur Aussaat kamen später mehrjährige Mischungen, denen aber auch nach spätestens drei Jahren die Kraft ausgeht. Die extrem trockenen Sommer 2018 und 2019 gaben mancher Blühwiese dann den Rest. Die meisten Blumenwiesen sind deshalb mittlerweile so ausgedünnt, dass sie neu angelegt werden müssen und im Zuge des regulären Grünpflegeplans vom Bauhof inzwischen wieder ganz normal gemäht werden.

So sieht dieselbe Blumenwiese heute aus.

In diesem Jahr möchte die Stadt nach Auskünften der Pressestelle an den alten Standorten teils wieder neu aussähen. Überdies erfolgt ein Strategiewechsel. Die Stadt hat in jüngster Vergangenheit an diversen Stellen (etwa Freiherr-vom-Stein-Straße) Wildbienenhotels und Bienen-Baumstämme aufgestellt. Logisch, dass dort Blumenwiesen am sinnvollsten sind. Außerdem wird bei Neuanlagen von Flächen, so zum Beispiel im Neubaugebiet Hainhausen-West, darauf geachtet, Flächen für wilde Wiesen zu reservieren.

Von Bernhard Pelka

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