Kulturförderpreis ist mit 2500 Euro dotiert

Rodgau zeichnet Rockband „Bird‘s View“ aus

Die Rockband „Bird’s View“ erhält den Kulturförderpreis der Stadt Rodgau. Zwischen Kulturdezernent Winno Sahm (links) und Bürgermeister Jürgen Hoffmann freuen sich Max Westenburger, Niko Huber, Alex Köper und Jan Iser (von links nach rechts).
+
Die Rockband „Bird’s View“ erhält den Kulturförderpreis der Stadt Rodgau. Zwischen Kulturdezernent Winno Sahm (links) und Bürgermeister Jürgen Hoffmann freuen sich Max Westenburger, Niko Huber, Alex Köper und Jan Iser (von links nach rechts).

Die Rockband „Bird‘s View“ erhielt am Mittwochabend den Kulturförderpreis der Stadt Rodgau. Bürgermeister Jürgen Hoffmann überreichte die mit 2 500 Euro dotierte Auszeichnung im Bürgerhaus Nieder-Roden an Niko Huber (Gesang, Gitarre), Alex Köper (Gitarre), Max Westenburger (Bass) und Jan Iser (Schlagzeug).

Rodgau - Für den Kulturförderpreis, den die Stadt im jährlichen Wechsel mit dem Kulturpreis verleiht, ist zwar ein Preisgeld ausgelobt worden, „um Geld geht es hier heute Abend aber sicher nicht“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Kaiser. Der Kulturförderpreis sei vielmehr eine Frage der Ehre und eine Belohnung für geleistete Arbeit. Aufgrund der außerordentlichen musikalischen Begabung sei die Wahl auf „Bird‘s View“ gefallen. „Ich habe gehört, dass es nachher bestimmt nicht ganz leise wird“, vermutete Kaiser, der bislang noch nicht in den Genuss eines Auftritts der Band, deren Stilrichtung Laudator Nik Huber später als „kräftigen Alternative-Rock“ bezeichnete, gekommen war.

Kaisers Einschätzung bestätigte sich im Lauf der knapp eineinhalbstündigen Feier, in der die Band mehrere Kostproben ihres Könnens gab. Einige der Songs werden erst im kommenden Jahr veröffentlicht.

Trotz ihrer Jugend seien die vier Musiker im Alter von 19 bis 21 Jahren schon „alte Hasen“, meinte Bürgermeister Hoffmann mit Blick auf die 2016 gegründete Band, die auch schon den hessischen Rockpreis und den deutschen Rock- & Pop-Preis gewonnen hat. „Sie haben sich schon sehr früh der Musik verschrieben und ihre Instrumente von der Pike auf erlernt“, so Hoffmann, der zu Laudator Nik Huber überleitete. Der ist nicht nur der Vater des Bandsängers Niko, sondern sei als Gitarrenbauer mit Kunden auf der ganzen Welt und ehemaliger Berufsmusiker der „bestmögliche Laudator“, wie es Jürgen Hoffmann ausdrückte.

Nik Huber erinnerte sich an ein Erlebnis, „das gewisse musikalische Einflüsse und Motivation von außen erklären“ könne. Sein damals elfjähriger Sohn ging ihm im Backstage-Bereich bei einem Open-Air-Konzert der „Foo Fighters“ in Holland mit 60 000 Besuchern kurzzeitig verloren. Der blonde Lausbub, „der wie hypnotisiert alles scannte, was auf dieser Bühne passierte“, hatte es sich am Bühnenrand unter den Ehefrauen und Freundinnen der Bandmitglieder gemütlich gemacht und war dort bis zum Konzertende nicht mehr wegzubekommen.

Mittlerweile ist Niko Huber mit seinen Bandkollegen selbst erfolgreich. „Das, was hier vier junge Menschen auf die Straße bringen, ist das Ergebnis von Fleiß und viel Arbeit“, lobte Nik Huber die Mitglieder von „Bird‘s View“, die teilweise schon seit 2014, zunächst in der Band „No Face“, gemeinsam Musik machen. Harte Arbeit schlage auf lange Sicht das Talent um Längen.

„Bird’s View“ wurde am Mittwoch als Rockband geehrt. Nik Huber erinnerte daran, dass die Bandmitglieder auch für Jazz auf hohem Niveau bekannt und mit ihrer Formation „Die Mayers“ vielen Rodgauern seit Jahren ein Begriff sind und auch Teil des hessischen Landes-Jugend-Jazz-Orchesters waren. „In der heutigen, so schnelllebigen und von Casting-Shows geprägten Musikwelt ist es extrem rar, dass Musiker in diesem Alter so viele Musik-Facetten mit einer inzwischen erschreckenden Leichtigkeit bedienen können und auch wollen. Diese Vier hier machen das!“, lobte Nik Huber, der auch einen Dank an die Instrumentenlehrer Thomas Langer, Michel Hoffmann, Rudi Hagenau, Claudia Jäger und Micha Diodati richtete.

Nach der Preisübergabe und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt war die Band auch selbst mit Dankesworten an der Reihe. Damit Niko Huber nach einem der Songs eine kleine Verschnaufpause bekam, ging zunächst Manager Ralph Westenburger, nach eigener Aussage „Organisationsonkel und manchmal Flohzirkus-Direktor“, ans Mikro. Der Vater von Max war „brutal stolz“ über die Auszeichnung für die Band. Niko Huber freute sich, mit seinen besten Freunden gemeinsam Musik machen zu dürfen und diese Leidenschaft mit ihnen zu teilen.

Der Dank der Bandmitglieder ging neben ihren Lehrern auch an die Stadt – das Preisgeld hat mitgeholfen, das neue Album zu finanzieren – und vor allem an ihre Eltern, die sie immer unterstützt hätten. Niko Huber erinnerte sich schmunzelnd an einen Auftritt im Wohnzimmer der Familie Köper, das sich nicht unbedingt als die beste Location für ein Rockkonzert erwies.

Andrea Köper, die Mutter von Alex, gehörte am Ende der Veranstaltung zu den Gratulanten, die auf der Bühne ein paar Worte an die Band richteten. „Unsere Unterstützung habt ihr, aber nicht unser Wohnzimmer. Das ist ein für alle Mal tabu“, machte Andrea Köper – auch im Namen der Familien Huber, Westenburger und Iser – klare Vorgaben für den weiteren Karriereverlauf. „Die erste Million geht an uns, die zweite könnt ihr behalten!“ (Sascha Eyßen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare