In der Zwangspause

Rodgauer Suppenküche will nicht in Vergessenheit geraten

Vorsitzende Ines Hitzel und Kassierer Paul Scharf vom Verein „5und2 - Die Suppenküche“
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Hoffen, dass sie bald wieder ihre Gäste begrüßen können. Ines Hitzel und Paul Scharf bedauern es zutiefst, momentan untätig sein zu müssen.

Seit März hat die Hilfsaktion „5und2 - DIe Suppenküche“ ihren wöchentlichen Mittagstisch ausfallen lassen müssen. Da die Infektionszahlen bundesweit steigen, sieht der Vorstand der gemeinnützigen Aktion immer noch keine Möglichkeit, bald wieder Besucher zu verköstigen.

Rodgau - Sie würden gerne, aber können nicht: In einen großen moralischen Konflikt hat das ansteckende Corona-Virus die Mitarbeiter der Initiative „5und2 – Die Suppenküche e. V.“ gestürzt. Unter normalen Umständen servieren die etwa 35 ehrenamtlichen Helfer ihren zwischen 70 und 90 Tischgästen jeden Mittwoch eine warme Mahlzeit im Pfarrheim St. Matthias in Nieder-Roden.

Da sie seit zehn Jahren nicht nur Essen anbieten, sondern auch ein offenes Ohr für den Kummer ihrer Besucher, ist die Suppenküche für viele Bedürftige längst eine wichtige Anlaufstelle geworden. Sie haben sich zwar einen festen Platz in den Sozialangeboten der Stadt erarbeitet, trotzdem sorgen sich die Vorsitzende Ines Hitzel und Kassierer Paul Scharf, dass die Initiative nun in Vergessenheit geraten könnte.

„Wir hatten gehofft, Mitte September wieder starten zu können“, sagt Scharf. Der Vorstand hat aber gerade beschlossen, bis auf Weiteres zu pausieren aus Rücksicht auf die Helfer, die zum überwiegenden Teil aus älteren Menschen bestehen. „Aber wir sehen uns auch in der Verantwortung für unsere Gäste“, meint der Kassierer.

„Trotzdem wollen wir die Nächstenliebe nicht vergessen“, meint Ines Hitzel. Für sie resultiert das ehrenamtliche Engagement aus ihrem Glauben. Die Hilfsaktion ist eine wichtige Anlaufstelle für einsame und alleinstehende Männer und Frauen geworden. Deswegen machen sich viele der freiwilligen Helfer Gedanken um die mentale Verfassung ihrer Besucher.

Die seelsorgerische Betreuung spiele nämlich eine große Rolle, sagt Hitzel, die Ratsuchende oftmals an Institutionen wie etwa den Caritasverband vermittelt. Viele der Stammgäste stecken in schwierigen Lebenssituationen. „Mal geht es um tiefe Traurigkeit, mal um eine Wohnungsvermittlung“, erzählt die Vorsitzende.

Die Macher der Suppenküche hoffen, im Winter wieder mit ihrem Hilfsangebot loslegen zu können. „Eventuell mit einem anderen Konzept“, deutet Paul Scharf an. Die Helfer der Initiative, die nur vorübergehend zur Tatenlosigkeit verdammt sind, seien nämlich hoch motiviert.

Da der Verein keine öffentlichen Zuschüsse erhält und sich ausschließlich über Spenden finanziert, ist er auf Geldzuwendungen und Sachmittel wie Schutzmasken angewiesen, auch wenn er im Moment nicht öffentlich in Erscheinung tritt. Bankverbindungen: Sparkasse Dieburg, IBAN DE 74 5085 2651 0055 1501 63; VVB Maingau eG, IBAN DE 20 5056 1315 0001 2150 35.

Der Verein „Die Suppenküche“ wird von der Aktion Tante Emma in Jügesheim unterstützt und von den ortsansässigen Bäckereien Schäfer, Spahn und Wolz. Von Simone Weil

Infos im Internet unter 5und2.de

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