Drei Tage die Woche

Rodgaus erster Pflegepapa hütet im Zweitberuf kleine Kinder

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Rasselbande unterwegs: Patrick Schäfer macht mit Erik, Elida und Veit (auf dem Fahrrad) eine Spritztour.

Das städtische Tegeselternbüro verstärkt jetzt erstmals ein Mann: Dr. Patrick Schäfer. Der Biologe lebt mit Frau und Sohn Veit (4) in Jügesheim im Neubaugebiet unweit der Allensteiner Straße.

Rodgau – Sein Reiheneckhaus hat er – behördliche Auflagen beachtend – zu einer kleinen Kita umgebaut.

Das Wohnzimmer ist zugleich Spielzimmer mit Schloss, Sitzpferdchen und Puppenhaus. Und im Treppenhaus wurden ein Holzgitter und ein zusätzlicher Handlauf in Kinderhandhöhe angebracht. Überdies bestehen spezielle Versicherungen für alle möglichen Fälle. Viel Papierkram war also nötig, bis der 45-Jährige seinen Zweit-Job ausüben durfte.

Kinder lassen sich nicht ignorieren.

Dr. Patrick Schäfer, Rodgaus erster Pflegepapa

In einem Pharmaunternehmen betreibt der Naturwissenschaftler an zwei Tagen die Woche als 40-Prozent-Stelle klinische Forschung. An drei Wochentagen spielt dann die Betreuung kleiner Kinder bis vier Jahre die erste Geige.

Welcher Beruf bedeutet ihm mehr? „Da bin ich unsicher. Das eine bringt mehr Geld, das andere hat eine soziale Komponente und spricht mich emotional ganz anders an“, antwortet der Berufs-Papa. Spielen, kochen, füttern, wickeln, bespaßen, hinlegen, Ausflüge machen und manchmal auch trösten: Das bereitet Patrick Schäfer große Freude.

Um die Steppkes sicher befördern zu können, hat er ein teures Elektro-Lastenfahrrad mit großer Transportbox angeschafft. Die wertvolle Fracht nimmt dann auf zwei Sitzbänken Platz – angeschnallt natürlich. Auf den Touren sind reichlich frisches Obst und viel zu Trinken ständige Begleiter.

Auch Büroarbeit am Laptop gehört für den Tagespflegepapa zum Alltag.

Der Vater eines kleinen Sohnes hat viel Freude im Umgang mit Kindern und möchte gerne seine Erfahrungen weitergeben und die Kleinsten bei ihren Schritten ins Leben begleiten. Patrick Schäfer spricht von einer Erziehungspartnerschaft, die er mit den Eltern zum Wohle der Kinder eingehe.

Dieser Begriff macht deutlich, worum es in der Tagespflege geht. Kinder kommen in ein überschaubares, privates Umfeld und erleben ihren Tag in einer kleinen Gruppe – fast wie in der eigenen Familie. Die Tagepflegepersonen geben sich den Auftrag, die Kinder zu fördern und zu unterstützen.

Der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) ist dabei Orientierungshilfe, die Bildungs- und Erziehungsziele definiert. Dazu gehört unter anderem, die Kinder zu stärken, sie zur Kommunikation anzuregen und ihre Kreativität und Entdeckungsfreude zu fördern.

Das haben sich auch Patrick Schäfer und seine 27 Kolleginnen in der städtischen Kindertagespflege auf die Fahne geschrieben. Und es scheint gut anzukommen, denn immerhin läuft das Erfolgsmodell, organisiert durch das städtische Tageselternbüro, in Rodgau bereits seit fast 30 Jahren.

Damit Eltern einen Zugang zu dem Thema finden, gibt es regelmäßige Informationsveranstaltungen im Familienzentrum Alter Weg 63 f. Das Tageselternbüro vermittelt Kennenlerntermine zwischen Eltern und Tagespflegepersonen und ist unter z 06106 693-1167 oder per E-Mail an tageseltern@rodgau.de zu erreichen. Wer sich vorstellen kann, als Tagespflegemutter oder -vater einzusteigen, kann im Familienzentrum einen Termin machen und sich im Tageselternbüro über den Ablauf, Voraussetzungen und Chancen informieren.

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