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Schattenspiele unerwünscht

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Ist dieser Mobilfunkmast die Lösung? Die SG-Spitze denkt darüber nach.
Ist dieser Mobilfunkmast die Lösung? Die SG-Spitze denkt darüber nach. © Leonhardt

Das im August erneuerte Flutlicht der Sportgemeinschaft Nieder-Roden hat Schwächen, die erst jetzt, im regulären Betrieb, erkennbar werden. Betroffen ist der Rasenplatz. Dort irritiert Schattenwurf die Spieler so sehr, dass selbst das Training Probleme bereitet. Punktspiele sind überhaupt nicht möglich. Dafür ist der Platz nicht freigegeben.

Nieder-Roden – Im vergangenen Herbst hatte die Sportgemeinschaft (SG) die Beleuchtung auf LED-Lampen umgestellt. Heller und – vor allem sparsamer – sind sie schon, die neuen Birnen an den alten Masten. Aber sie leuchten zumindest den Rasenplatz nicht hinreichend aus. Das Licht kommt nur von einer Seite. Deshalb gibt es Schattenwurf.

„Selbst das Training ist nicht unproblematisch“, schildert SG-Präsident Karl-Heinz Kohls die Situation. „Spieler haben das Gefühl, es stehe einer hinter ihnen. Manche, die außen standen, sind sogar am Ball vorbeigelaufen.“ Der Rasenplatz sei schon gar nicht für Punktspiele freigegeben. Kohls versichert, dies sei in der Planungsphase für die Umstellung auf LED auch nie vorgesehen gewesen. Das sei allen, die einbezogen waren, bekannt. Und alle seien damit einverstanden gewesen. Jetzt plötzlich gebe es „Einzelmeinungen“, dass nachgebessert werden müsse.

„99 Prozent der Fußballer sind mit dem Flutlicht zufrieden.“ Alle Licht-Werte würden stimmen. „Klar haben wir kein bundesligataugliches Licht. Aber das brauchen wir auch nicht. Alles ist viel besser als vorher.“

Der SG-Präsident möchte keinem die Schuld zuweisen an der Entwicklung. „Man hätte sich aber früher einbringen müssen in die Diskussion.“ Der Verein denke jetzt darüber nach, wie trotzdem Abhilfe geschaffen werden könnte. Man überlege, einen Mobilfunkmast, der auf Höhe der Mittellinie steht, ebenfalls mit LED-Flutern zu bestücken. Dann würde der Rasenplatz durch die zusätzlichen Lichtquellen nicht mehr nur aus einer einzigen Richtung ausgeleuchtet, der Schattenwurf wäre kein Thema mehr.

Offen sei zurzeit noch, ob diese Lösung technisch machbar ist. In die Karten spiele der SG, dass ein Mobilfunkanbieter den Mast aktuell sowieso aufrüsten möchte. Dazu müsse eine neue Leitung zum Mast gelegt werden. „Da könnten wir unsere gleich mit dazulegen. Das wäre kostengünstig zu machen“, erläutert Kohls. Probleme bereite allerdings die Erdung. „Unsere LEDs dürfen den Funkbetrieb auf keinen Fall stören.“ Auch wirtschaftlich müsse die Nachrüstung „in die Landschaft passen“. Der SG-Chef rechnet mit etwa 10 000 Euro Kosten, allein 8000 Euro für die LEDs.

Keine Probleme gibt es mit dem neuen Flutlicht auf dem Kunstrasenplatz der SG. Und die LEDs erhellen auch noch vier der acht Tennisplätze des benachbarten TC Nieder-Roden. 16, jeweils rund 20 Kilogramm schwere, alte Strahler – sie waren seit Mitte der 60er-Jahre in Betrieb – waren im August von den vier 20 Meter hohen Flutlichtmasten geholt und durch 14 neue LED-Großflächenfluter ersetzt worden. Jedes Einzelne der 136 Module wurde exakt ausgerichtet. Um auch den Rasenplatz komplett auszuleuchten, hätten laut Kohls zwei neue Zusatzmasten aufgebaut werden müssen.

Von Bernhard Pelka

Schattenwurf auf dem Rasenplatz der SG Nieder-Roden irritiert die Spieler unter Flutlicht – hier demonstriert anhand zweier Freistoß-Dummies.
Schattenwurf auf dem Rasenplatz der SG Nieder-Roden irritiert die Spieler unter Flutlicht – hier demonstriert anhand zweier Freistoß-Dummies. © Leonhardt

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