Der Erste Stadtrat möchte im September Bürgermeister werden

Rodgau: Schüßler wirft Hut in den Ring

Auf ihn richteten sich bei der Kandidatur die Kameras: Michael Schüßler.
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Auf ihn richteten sich bei der Kandidatur die Kameras: Michael Schüßler.

142 Tage vor der Wahl hat der Erste Stadtrat Michael Schüßler am vergangenen Freitagabend seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt öffentlich erklärt. Es geschah im Haus der Musik in Nieder-Roden im kleinen Kreis während einer Pressekonferenz. Die Mitglieder seines Unterstützerteams Martina Sertic, Andreas Metzker und Uwe Winter, übertrugen die von Kulturdezernent Winno Sahm moderierte Kandidatur live auf Facebook und YouTube sowie auf der Facebookseite von „Rodgau erleben“. Fragen waren im Chat möglich. In Filmbeiträgen bekannten sich Vertreter von Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern Rodgau und Tierschutzpartei sowie Privatleute zu Schüßler.

Rodgau - Der Kandidat, der seit 2004 die Kommunalpolitik hauptamtlich und wesentlich prägt, verwies auf seinen reichen Erfahrungsschatz. Er sei bereit, Verantwortung an der Spitze der Verwaltung zu übernehmen. Er wolle den Menschen in der Stadt „mit meiner Erfahrung und den erworbenen Kompetenzen ein Angebot für die Zukunft machen“. Der Amtsanwärter sagte, er stehe für „einen eigenen Weg“.

Das klang leise an beim Thema Neubaugebiete. Schüßler plädierte hier zwar nicht dafür, hinter das bisherige Tempo und Ausmaß der geplanten Baugebiete zurückzugehen. Dieses Tempo müsse aber auch davon abhängen, „wie es uns gelingt, die Menschen dabei mitzunehmen.“ Man müsse Ängste und Kritik weiterhin ernst nehmen. Ein Schwerpunkt müsse – neben Einfamilienhäusern, Reihen- und Doppelhäusern auch der barrierefreie Geschosswohnungsbau für die ältere Generation sein, die sich in Bezug aufs Wohnen verkleinern wolle. Viel Zeit nahm sich der Bewerber für die Schilderung seiner Kern-Themen – allen voran das Recht auf Bildung nach dem Motto „Keiner bleibt zurück.“ In Bildung sieht der 45-Jährige den Schlüssel zum selbstbestimmten Leben in der globalen Welt. Er werde Rodgau als d i e Bildungsstadt in der Region weiter ausbauen. Zum Beispiel durch noch mehr Kitaplätze, mehr Familienzentren und den Bau eines Medienkompetenzzentrums. Schüßler versteht diese Orte als Generationentreffpunkte – was heute teils schon funktioniere. Der Bewerber bekannte sich klar zu kostenlosen Kitaplätzen. Und für Senioren wolle er etablierte Angebote – etwa die Altenclubs – auch weiterhin unterstützen.

Michael Schüßler lebt seit 1983 in Rodgau. Damals zog er als Siebenjähriger mit seiner Familie – mit einer Zwischenstation zuvor in Offenbach – von Würzburg nach Nieder-Roden. In Würzburg arbeitete der Vater bei Siemens. Er wurde zu dieser Zeit ins Rhein-Main-Gebiet versetzt. Die Eltern kauften in Nieder-Roden ein Reihenhaus. Nach dem Abitur studierte Schüßler Jura und schloss nach den zwei Staatsexamen 2002 und 2004 als Volljurist (Verwaltungsrecht) ab. Seit Anfang 2000 ist die FDP seine politische Heimat. Deren Vorsitzender war er zehn Jahre lang. Seit 2001 engagiert sich der heute 45-Jährige in der Stadtverordnetenversammlung. Im Oktober 2004 wurde er zum hauptamtlichen Stadtrat mit den Ressorts öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie Soziales gewählt. 2009 kam das Aufgabengebiet Gebäudewirtschaft hinzu. Erster Stadtrat ist der Amtsanwärter seit 2012. Schüßler tritt ausdrücklich als überparteilicher Bürgermeisterkandidat an. Er lebt heute mit Frau und drei Mädchen (5 – und Zwillinge, 7) in Jügesheim.

Von Bernhard Pelka

Schüßlers Unterstützerteam stemmte mit viel Technik die Übertragung der Kandidatur in diverse Kanäle.

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