Kieswerk will sich von ausgekiesten Flächen trennen

Seeteile zurück an die Stadt

+
Diese beiden Teile des Bagger- und Badesees will die Kaspar Weiss GmbH & Co. KG an die Stadt zurückgeben, nachdem die Sand- und Kiesvorräte erschöpft sind. Die Fläche links neben dem FKK-Strand müsste laut Stadt größer sein, um eine sinnvolle Erweiterung des Strandbads zu ermöglichen.

Nieder-Roden - Das Sand- und Kieswerk Kaspar Weiss will ein Viertel des Rodgau-Sees an die Stadt Rodgau zurückgeben. Die Begeisterung im Rathaus hält sich in Grenzen: Für die geplante Erweiterung des Strandbades sind Wasserfläche und Ufer zu klein. Von Ekkehard Wolf

Zwei Teilflächen will die Kaspar Weiss GmbH & Co. KG wieder an die Stadt übertragen. Die größere (4,42 Hektar) reicht vom FKK-Strand bis zum Ufer gegenüber. Die kleinere (2,84 ha) liegt nordwestlich davon, geht also aus Sicht der FKK-Besucher rechts um die Ecke. Die erste Teilfläche ist unstrittig. Dort ist der Kiesabbau seit den 1970er Jahren beendet. Am einen Ufer sonnen sich die Nackten, am anderen warten die Angler auf Fische. Das Kieswerk hat damit schon lange nichts mehr zu tun. Die Fläche ist aber noch nicht aus dem Rahmenbetriebsplan entlassen – eine reine Formsache.

Die zweite, kleinere Rückgabefläche liegt direkt neben dem heutigen FKK-Strand. Das Ufer eignet sich theoretisch ebenfalls als Badestrand, müsste aber erst noch gerodet, in Terrassen modelliert und mit Sand aufgeschüttet werden. Davor ist eine 40 bis 50 Meter breite Wasserfläche vorgesehen; eine Bojenkette soll sie von der Baggerzone trennen.

Diese zweite Fläche sei zu klein, um sie sinnvoll nutzen zu können, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann vor der Presse. Die Stadt Rodgau sei an einer Vergrößerung dieser zweiten Fläche „stark interessiert“, heißt es im Entwurf einer Stellungnahme an das Regierungspräsidium. Nur mit einer größeren Wasser- und Uferfläche sei es möglich, das Strandbad zu erweitern. Das jüngste Konzept der „Freizeitanlage Rodgausee“ stammt aus dem Jahr 2000. Einen Teil davon setzte die Stadt damals in die Tat um: Beachvolleyballfeld, Skateranlage, Badeinsel, Wasserspielplatz und Sprungturm.

Für zusätzliche Freizeitangebote wie Bootsverleih und Wasserskianlage fehlte bisher der Platz. Das könnte sich nun ändern. Allerdings müsste die Wasserfläche vor dem Ufer dann 100 bis 150 Meter breit sein. Haltebojen, Anker oder andere Bauten müssten vorher entfernt werden. Die Rückgabe regelt ein sogenannter Abschlussbetriebsplan, den die Kaspar Weiss GmbH & Co. KG vor fünf Jahren erstmals beim Regierungspräsidium einreichte. 2016 und 2017 ergänzte das Unternehmen den Antrag. Nun soll die Stadt ihre Stellungnahme abgeben. Darüber entscheidet das Stadtparlament am 5. Februar.

Fotos zum Rodgauer Strandbadfestival 2017

Seit den 1950er Jahren wird in Nieder-Roden Quarzsand und -kies abgebaut, ursprünglich von der Firma Schüttler. 1976 übernahm die Firma Weiss den Betrieb. Das Familienunternehmen produziert auch in Babenhausen und Karlstein. Einige ehemalige Baggerseen wie den Mainparksee in Mainaschaff und die Kahler Seen hat die Firma bereits renaturiert.

Der Rodgau-See umfasst rund 28 Hektar. Im Jahr 2012 genehmigte das Regierungspräsidium eine Erweiterung, die fast noch einmal so groß ist (24 ha). Diese Erweiterungsfläche umfasst Wald und Felder in Richtung Nordwesten. Sie soll den Betrieb für weitere 25 Jahre sichern. Auch dort gehören die meisten Grundstücke der Stadt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare