Arme Senioren haben kleine Wünsche

Sonja Zabolitzki hilft mit Rodgauer Hundebadetag

Sonja Zabolitzki und Vierbeiner „Dornröschen“.
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Sonja Zabolitzki will die Nachbarschaftsinitiative „Jeder kann helfen“ unterstützen und lädt zum Vierbeiner-Badetag am Samstag, 31. Oktober, ein. Hunde wie der Australian Shepherd „Dornröschen“ genießen das Pflegeprogramm.

„Dornröschen“ findet das Baden prima. Keinen Mucks gibt der Australian Shepherd von sich. Der Vierbeiner wird eingeseift und abgeduscht, gleichzeitig ist die Prozedur wie eine kleine Massage.

Nieder-Roden – Sonja Zabolitzki weiß, dass viele Hunde das Baden genießen. In ihrem Rodgauer Laden „Pet-Stop“ bietet sie ihre Dienste als Hundefriseurin und Hunde-physiotherapeutin an. Nun plant sie einen Spendenaktionstag: Am Samstag, 31. Oktober, von 10 bis 15 Uhr will sie Geld sammeln, um die Initiative „Jeder kann helfen“ zu unterstützen.

Die ehrenamtlich organisierte Aktion hat bedürftige Senioren im Blick, die sich eine warme Mahlzeit pro Tag nicht leisten können. Betroffen von dieser großen Armut haben sich eine Handvoll Nachbarn zusammengefunden, die inzwischen etwa 60 Rentner sowie einige Familien und auch ein paar Wohnsitzlose versorgen. Die Gruppe hat vor fünf Jahren mit der Arbeit begonnen. Im Jahr 2017 hat Irina Seidel die Facebook-Gruppe „Jeder kann helfen“ gegründet.

Hundefriseurin Zabolitzki war beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft und schloss sich an: Sonntags kochen die Freiwilligen, tuppern für den Rest der Woche ein und verteilen die Speisen im Umkreis von 20 Kilometern. Auch Mikrowellen hat die Initiative angeschafft, damit die Mahlzeiten erwärmt werden können.

Mit im Boot ist auch Anke Leben vom Nachhilfe-Zirkel Rodgau: „Wir sind kein Verein, sondern machen das privat, kochen verteilen immerhin um die 370 Essen pro Woche“, erzählt sie. Auch logistische sei die Aktion eine Herausforderung.

Einige bedürftige Familien werden außerdem betreut mit Jugendcamps im Sommer und anderen Aktivitäten, an denen auch die Eltern teilnehmen können. Darüber hinaus kümmern sich die privaten Helfer auch um Kleider, Sachspenden, Futterspenden für die Haustiere und sogar Ausflüge.

Die beiden Frauen sind empört darüber, dass die Senioren nicht genug Geld haben, um sorgenfrei leben zu können. Sonja Zabolitzki: „Der einzige Luxus ist oft ein Haustier. Mehr als knapp 60 ältere Menschen können wir nicht betreuen. Leider. Das ist logistisch für uns gar nicht mehr möglich.“ Wie groß die Not, aber auch die Bescheidenheit sei, könne man daran erkennen, dass sich jemand zum Geburtstag etwa einen Zitronenkuchen wünsche.

Um noch Geld für die Initiative zu erwirtschaften, lädt die Tierphysiotherapeutin zum Aktionstag in die Friedhofstraße 38 ein. Die Hunde werden dort gebadet und gepflegt, auch Kaffee und Kuchen soll es geben. Drei Pflegeprogramme zum Preis von 10 bis 20 Euro stehen zur Auswahl. Wer mag, spendet mehr. Sachspenden allerdings werden dort nicht angenommen. Es gibt keine Termine, kurze Wartezeiten sind möglich. (Von Simone Weil)

Kontakt zur Initiative

helfenweilesfreudemacht@gmail.com

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