Fragen über Religion und Alltag: Warum beten Frauen und Männer getrennt?

Moschee in Rodgau öffnet sich für Besucher

Den Tag der offenen Moschee gestaltete die Jugendgruppe der Rodgauer Ahmadiyya-Gemeinde mit einer Radtour zu den Glaubensbrüdern in Offenbach.
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Den Tag der offenen Moschee gestaltete die Jugendgruppe der Rodgauer Ahmadiyya-Gemeinde mit einer Radtour zu den Glaubensbrüdern in Offenbach.

Den bundesweiten Tag der offenen Moschee nutzten die Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde (AMJ) in Rodgau für Gespräche mit Bürgern. „Es ist mehr als nur Gucken”, bewertete der Pressesprecher Ismail Tahir die Zeit in der Anwar-Moschee: „Wir öffnen uns symbolisch für die Gesellschaft, um zu zeigen, wie wir in der Moschee leben.

Die vom Jugendleiter Fatha Idrees gestaltete Ausstellung bebilderte die Grundzüge des Islam. Näheres zu den religiösen Gepflogenheiten gab es vom theologischen Oberhaupt, dem Imam Zeshan Ahmed Bajwa Naeem. „Zu Zeiten des Propheten Mohammed wurde schon getrennt gebetet“, erläuterte der Nieder-Röder die räumliche Trennung zwischen Mann und Frau. „Es ging dabei um die Konzentration eines jeden für sich im Gebet.“ Das Niederwerfen des ganzen Körpers empfänden Frauen in Gegenwart der Männer durchaus als unangenehm, so der Imam. Als Seelsorger, Ansprechpartner und Gebetsleiter ist er innerhalb der AMJ für sechs Gemeinden im Kreis zuständig.

Die Unterschiede zwischen dem Islam und anderen Religionen waren beim Tag der offenen Tür Gesprächsthema: „Es gibt viele Punkte im täglichen Leben, auf die wir angesprochen werden“, so der Pressesprecher Ismail Tahir. Dazu gehört das Tragen eines Kopftuchs durch Muslimas. „Meine Frau trägt das Kopftuch aus freien Stücken“, so der Imam, „und darf selbst entscheiden, das ist das Recht, das der Islam allen gibt.“

Die Frauen organisierten sich innerhalb der AMJ als eigenständige Gruppe. Sie ergänzten den Tag der offenen Moschee räumlich von den Männern getrennt mit der Ausstellung „Von Frauen für Frauen“. Raffia Mohiuddin führte Besucherinnen (Männer duften mit Genehmigung der Muslimas den Raum ebenfalls betreten) durch den Frauenbereich: „Wir vermitteln verschiedene Themen über unsere Gemeinde und den Islam“, erläuterte die junge Frau die Inhalte der Ausstellung. „Es ist eine friedvolle Religion, meistens wird mit dem Islam Negatives assoziiert, wir wollen zeigen, dass wir das Miteinander möchten.“

Unter dem Motto: „Wir gehören zu Deutschland“ spannten fünf Jugendliche per Fahrradtour ein Band zu den Glaubensbrüdern nach Offenbach.

Die Ahmadiyya-Gemeinde in Rodgau mit ihrer Moschee in der Justus-von-Liebig-Straße hat mehr als 430 Mitglieder.  (pul)

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