Baubeginn für das Vereinsheim des Musikvereins Weiskirchen

Spatenstich für Tonhalle in Rodgau

Mit Schwung kam am SGH-Parkplatz am Hainhäuser Sportfeld der Bau des neuen Vereinsheims für den Musikverein Weiskirchen in Gang. Dieser Spatenstich-Schicht gehörten (von links) Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Landtagsvizepräsident Frank Lortz, Stadtverordnetenvorsteherin Annette Schweikart-Paul, Vereinsvorsitzender Sebastian Wilhelm und Landrat Oliver Quilling an.
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Mit Schwung kam am SGH-Parkplatz am Hainhäuser Sportfeld der Bau des neuen Vereinsheims für den Musikverein Weiskirchen in Gang. Dieser Spatenstich-Schicht gehörten (von links) Bürgermeister Jürgen Hoffmann, Landtagsvizepräsident Frank Lortz, Stadtverordnetenvorsteherin Annette Schweikart-Paul, Vereinsvorsitzender Sebastian Wilhelm und Landrat Oliver Quilling an.

Der kleine Kreis war immer noch zu groß: Um dem Abstandsgebot in der Pandemie zu genügen, musste die Prominenz beim Baustart für das neue Vereinsheim des Musikvereins Weiskirchen (MVW) am Samstag in zwei Schichten die Spaten schwingen. Der großen Feier, vom Vorstand mit über 100 Gästen geplant, hatten die steigenden Infektionszahlen schon vor dem Termin den Garaus gemacht. „Wenn wir dann feiern können, tun wir das ausgelassen“, versprach Vorsitzender Sebastian Wilhelm.

Weiskirchen/Hainhausen – Erst einmal soll neben der SGH-Halle am Sportfeld in Hainhausen zügig gearbeitet werden. Schon zu Weihnachten, hofft Vereinschef Wilhelm, könnte der Holzständerbau in seinen Umrissen errichtet und mit einem Dach versehen sein. Dann geht es ins Detail und an den Innenausbau, der laut Zeitplan bis zum Herbst kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. 280 Mitglieder warten nach Worten des Vorsitzenden auf eine neue Heimat, 180 aktive Musiker in vier Orchestern auf genug Platz zum Proben. Der bisher genutzte Proberaum, rund 100 Quadratmeter im Keller des ehemaligen Darmstädter Hofs, genüge den Anforderungen schon lange nicht mehr.

Hat sich der MVW für die Jugend- und Einzelausbildung schon bisher mit Ausweichlösungen in städtischen Räumlichkeiten beholfen, steht der Verein nach Worten Wilhelms seit Jahresbeginn zunehmend unter Handlungsdruck: Der seither verzeichnete Zulauf besonders an Kindern und Jugendlichen halte trotz Corona unvermindert an. Erwachsene Seiteneinsteiger kommen über das Ausbildungsorchester Monday Music dazu. Ziel aller ist das Große Orchester.

Bei dieser Breite wird der Übungsbetrieb nach Einschätzung des MVW-Vorsitzenden den Neubau, der nach dem Hauptsponsor „Rodau-Strom-Tonhalle“ heißen soll, fast täglich auslasten. Zur Verfügung stehen sollen ein großer Proberaum auf 140 Quadratmetern im Obergeschoss und mehrere kleine Räume für Einzel- und Registerproben zu ebener Erde. Die Nachbarschaft wird nach Einschätzung des Planers Sven Loferer vom geräuschintensiven Treiben im Neubau wenig mitbekommen: Ausgestattet mit einer leistungsfähigen Lüftungsanlage, erlaube die Konstruktion auch im Sommer Übungsstunden bei geschlossenen Fenstern.

Neben dem Lärmschutz haben laut Loferer vor allem Aspekte der Nachhaltigkeit seine Planung bestimmt: Sämtliche Baumaterialien seien komplett recycelbar, auf dem Dach werde die Energieversorgung Rodgau eine Fotovoltaik-Anlage montieren. Auch sonst spielen die Stadtwerke und ihre Untergesellschaften nach Worten von Landtagsvizepräsident Frank Lortz eine tragende Rolle bei dem Projekt und werden den Verein „über viele Jahre unterstützen“.

Unter anderem schließt Rodau-Strom als Hauptsponsor nach Angaben von Vorstandschef Wilhelm die Finanzierungslücke, die trotz großzügiger Zuwendungen von Stadt, Kreis und privaten Spendern noch bleibt. Einschließlich Grunderwerb vom neuen Nachbarn HSG, an dessen Parkplatz die Tonhalle grenzt, muss der MVW laut Sebastian Wilhelm gut eine halbe Million Euro stemmen. Landrat Oliver Quilling hatte am Samstag 50 000 Euro Fördermittel aus der Kreiskasse mitgebracht. Die Stadt Rodgau, vertreten von Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Stadtverordnetenvorsteherin Annette Schweikart-Paul, kommt für 150 000 Euro auf. Mehr als 100 000 Euro Spenden kamen nach Worten Wilhelms bisher aus den Reihen der Mitglieder, annähernd ebenso viel von Kreditinstituten und anderen institutionellen Unterstützern. Allein am Samstag zum Spatenstich-Termin verbuchte der Vorstand rund 10 000 Euro neue Zuwendungen. (zrk)

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