Brandanschlag löst Welle der Hilfsbereitschaft aus

Spenden verhelfen zu neuem Auto

Irene und Werner Zedinger freuen sich über ihren neuen (gebrauchten) Opel.

Jügesheim – Hohe Wellen geschlagen hat die Spendenaktion zugunsten von Familie Zedinger. Wie berichtet, war der Opel Zafira der Familie in deren Hof an der Babenhäuser Straße in Flammen aufgegangen: Brandstiftung.

Um Geld für ein neues Auto zusammenzubekommen, hatte Sohn Thorsten Zedinger sich eines Unternehmens bedient, das im Internet weltweit Spendenaktionen begleitet. Fast 8000 Euro sind inzwischen (abzüglich einer Gebühr von rund 200 Euro) auf dem Konto der Brandanschlagsopfer eingegangen.

Das ist aber noch nicht alles. „Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft so vieler Leute“, dankt Irene Zedinger zum Beispiel für Spontanspenden im Briefkasten und ungezählte aufmunternde Worte. Zu Tränen rührt sie die Erinnerung an Hilfsangebote aus der Nachbarschaft und von Freunden für Fahrdienste. „Wir sind sehr dankbar. Besonders auch der Feuerwehr und natürlich unseren Kindern. Ohne unsere Kinder wären wir untergegangen.“

Das Schicksal hatte die Familie zuletzt gleich mehrfach hart getroffen. Irene Zedinger sitzt nach einem Sturz und drei Rücken-Ops im Rollstuhl: inkomplette Querschnittslähmung. Ihre Ausfälle an den Beinen sind massiv. Was an Bewegungsfähigkeit wieder kommt, ist offen. Und dann das: Ausgerechnet in der Nacht, in der die 64-Jährige nach sechs Monaten Krankenhaus wieder nach Hause kam, zündete ein Brandstifter den Familien-Opel Mitte Februar auf dem Hof an. Dabei brauchen die Zedingers für Physiotherapie und Arzttermine dringend ein geräumiges Auto, in das auch Rollstuhl und Rollator hinein passen und das hoch genug ist, damit die behinderte Frau überhaupt auf den Sitz kommt.

Die Polizei ist mit den Ermittlungen inzwischen ein gutes Stück weitergekommen, will aber Einzelheiten nicht an die Öffentlichkeit weitergeben. Vorangekommen sind auch die Anschlagsopfer im Bemühen um ein neues Auto. Die Kinder der Familie, Thorsten und Silke, und Schwiegersohn Holger haben im Internet einen gebrauchten Opel Meriva in Marktheidenfeld entdeckt – und sofort zugeschlagen. Der Wagen bietet ausreichend Platz und steht für seine knapp sechs Jahre und 60000 gelaufenen Kilometer noch prima da. Sofern alles glatt läuft und die Krankenkasse mitspielt, fahren Irene Zedinger und ihr Mann Werner damit demnächst in Kur. „Vielleicht können wir dort dann ein bisschen Abstand gewinnen von allem, was in letzter Zeit so passiert ist.“  bp

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare