Spendenaktion der Sportvereinigung

Abdrücke für die Ewigkeit

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Mit vereinten Kräften geht alles besser. Die Eltern des kleinen Nico unterstützten ihren Sprössling gern, als der Sohnemann seine zierlichen Händchen in den zähen Beton presste.

Rodgau - Ein winziges bisschen so wie in Hollywood auf dem berühmten Walk of Fame fühlten sich Teilnehmer einer Spendenaktion der Sportvereinigung Weiskirchen am Samstag.

Gegen eine Zuwendung in selbst gewählter Höhe drückten sie in frischen Beton ihre Hände und mehr, um bleibende Spuren für die Zukunft zu hinterlassen: ganz so wie die Weltstars der Unterhaltungsszene in den USA dies tun.

Von Medienrummel wie in den Staaten konnte natürlich keine Rede sein. Aber trotzdem atmete eine markante Spendenaktion der Sportvereinigung Weiskirchen am vergangenen Samstag etwas vom dem Geist, den ähnliche Aktivitäten auf dem berühmten Walk of Fame in Los Angeles versprühen: In einer Werkshalle der Betonmanufaktur Kleemann in Nieder-Roden drückten Vereinsmitglieder ihre Hände, Füße und mehr in frischen Beton. Daraus entstehen Platten, die bei der Umgestaltung des Vereinsgeländes zwischen Halle und Sportplatz einen markanten Weg bilden werden.

Manche Teilnehmer waren – im positiven Sinne – Wiederholungstäter. Zum Beispiel Vanessa Schomann. Seit 25 Jahren ist die Trainerin Vereinsmitglied. Mit ihrer Familie hat sie in diesem Jahr schon zwei Spendenplatten kreativ verziert. Am Samstag kam das Vorstandsmitglied mit jungen Aktiven der Leichtathletikabteilung, um erneut Hand anzulegen.

Bilder: Walk of Fame in Weiskirchen

Ihren Auftritt – und das im wahrsten Wortsinn – hatte auch die Stadtverordnetenvorsteherin Anette Schweikart-Paul. Physiotherapeut Eric Schuchmann wiederum hatte seine Hände zuhause in Gips gegossen und drückte bei Kleemann die vorgefertigte 3-D-Form dann in den frischen Beton. Den hatten zuvor Mitarbeiter der Betonmanufaktur zubereitet, in Holzrahmen verteilt und glatt gestrichen. Firmenchef Frank Kleemann ist zwar kein Mitglied der Sportvereinigung. „Aber wir unterstützen Vereine generell regelmäßig. Man ist froh, wenn man helfen kann“, sagte er am Rand der Veranstaltung.

Die Ideen der Spender waren vielfältig. Außer mit ihren Abdrücken verzierten manche die Betonplatten individuell mit Glassteinchen, drückten eingefärbtes Dekomaterial in die Masse, fügten Muscheln hinzu oder Mosaiksteinchen, wie man sie von Bordüren aus dem häuslichen Bad kennt. So entstanden fantasievolle Unikate, auf denen es viel zu entdecken gibt. Das war gar nicht so leicht, denn der Beton war zäh. Beim kleinsten Teilnehmer, dem zweieinhalb Jahre alten Nico, drückten die Eltern kräftig mit, als der Bub freudestrahlend seine kleinen Händchen in die graue Pampe drückte. Am Ende hatten alle ihren Spaß und waren’s zufrieden: Organisator und Finanzvorstand Gunter Büchner sowieso. Und Vereinsfilmer Egon Grimm hatte prima Bilder für seine Chronik in bewegten Bildern. (bp)

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