Sportvereinigung Weiskirchen blickt zuversichtlich in die Zukunft

Sport hält seit 125 Jahren jung

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Eine spektakuläre Turnshow gab es während der Jubiläumsfeier zu sehen.

Weiskirchen - Selbstbewusst, zukunftsfähig und jetzt auch hoch dekoriert: Mit einem glanzvollen akademischen Abend ist die Sportvereinigung Weiskirchen am Freitagabend in ihr Jubiläumsjahr eingestiegen.

Im voll besetzten Bürgerhaus nahm Vorsitzender Albert Frühwacht das Walter-Kolb-Schild des Deutschen Turnerbundes (DTB) entgegen. Nur einmal, zum 125. Geburtstag, kann ein Sportverein diese Auszeichnung mit dem Konterfei des ersten DTB-Präsidenten erhalten. Fünf Generationen umfasse die Vereinsgeschichte, hob Bürgermeister Jürgen Hoffmann als Jubiläumsschirmherr hervor. Mit mehr als 1 000 Mitgliedern in zehn Abteilungen beweise die Sportvereinigung auch heute Lebenskraft und Entwicklungspotenzial. Hoffmann erinnerte an den Ausbau und die Modernisierung der vereinseigenen Sportstätten in den vergangenen Jahren und hob die soziale Leistung des Vereins bei der Integration von Flüchtlingen hervor.

Urgesteine der Sportvereinigung: Vorsitzender Albert Frühwacht mit Annemarie Jonas, Egon Grimm und Wilhelm Herold.

Was die Sportvereinigung zum gesellschaftlichen Leben in Weiskirchen und Rodgau beigetragen hat, schilderten Annemarie Jonas, Markus Gittel und Sophie Möller in Auszügen aus der Chronik. Bei seiner Gründung 1893 hieß der Verein demnach Turngesellschaft und pflegte Leibesübungen in der Tradition des Turnvaters Jahn. Nach dem Ersten Weltkrieg, 1922, verschmolz der Turnverein mit dem 1906 gegründeten Fußballklub „Teutonia“. In der neuen Sportvereinigung wurde nicht nur geturnt und gekickt, es gab auch Leichtathleten und einen Spielmannszug. Schon 1912 hatten die Fußballer einen Sportplatz in Betrieb genommen, der nun dem neuen Verein zugutekam.

Unter dem NS-Regime verlor die Sportvereinigung zunächst ihr Vereinslokal „Darmstädter Hof“, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs musste sie auch den Sportbetrieb einstellen. 1946 traten die Fußballer wieder zu Punktspielen an, verloren aber mit dem Bau der Autobahn ihren angestammten Platz. Das heutige Sportgelände an der Bundesstraße 45 wurde 1959 eingeweiht, ein Jahr später entstand der Umkleidebau und ab 1970 das Wirtschaftsgebäude. Die eigene Sporthalle steht seit 1976, später wurde sie um eine Kunstturnhalle erweitert. 1991 eröffnete das Haus des Sports, das heute unter anderem ein modernes Fitnessstudio für die Kraftsportabteilung beherbergt. Ein weiterer Modernisierungsschub läuft gerade: Die Sporthalle ist bereits saniert, die Vereinsgaststätte umgebaut und der Sportplatz verlegt, jetzt steht noch der Umbau der Leichtathletik-Anlage bevor.

Tanzwettbewerb der Sportvereinigung Weiskirchen

Eng verbunden ist die jüngere Geschichte der Sportvereinigung mit dem Lebenswerk langjähriger Verantwortungsträger, die am Freitagabend eine besondere Ehrung erfuhren. Egon Grimm, einst legendärer Leichtathlet und Fußballer, gehört der Sportvereinigung seit 1946 an, wirkte lange im Abteilungsvorstand, ist seit 1998 Ehrenmitglied und arbeitet heute noch im Ältestenrat mit. Dessen Vorsitzender ist Wilhelm Herold, 1969 als Zugezogener beigetreten, fast vier Jahrzehnte Abteilungsleiter der Leichtathleten und im geschäftsführenden Vorstand aktiv. Annemarie Jonas, seit 1955 im Verein und heute Zweite Vorsitzende, hat die Gymnastikabteilung aufgebaut und den Behindertensport etabliert, stand 1989 bis 2015 an der Vereinsspitze und engagiert sich für die Integration von Flüchtlingen. In Abwesenheit gewürdigt wurde Heinrich Massoth, der dem Verein vor 70 Jahren beitrat und von 1960 bis 2015 Hauptkassierer war.

Gäste der Sportverbände überreichten Ehrenurkunden und -nadeln für langjähriges Engagement an Judith Möller, Heike Korth, Elke Korten, Vivien Werner und Christiane Zilch, außerdem an Marco Stark, Markus Gittel und Claus Möller aus Linda Müller, Gabriele Staab und Rainer Müller erhielten Auszeichnungen des hessischen und deutschen Leichtathletikverbandes. Albert Frühwacht bekam den Ehrenbrief des hessischen Fußballverbandes.

Eingebettet war die Ehrung in ein knapp dreistündiges Programm mit Ansprachen und Bühnendarbietungen. Nach dem Auftakt des Musikvereins sorgten die Gastgeber selbst für Unterhaltung. Moderator Reinhard Eichenberg sagte unter anderem Tanz- und Gymnastikeinlagen sowie eine spektakuläre Turnshow an. (zrk)

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