Jügesheimer Sport- und Kulturverein hat große Pläne

Sportcampus für 4,5 Millionen geplant

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So sehen die Fachleute von der Stadtplanung im Rathaus die Zukunft des Sportgeländes an der Weiskircher Straße. Oben der große Rodaupark, darunter die neuen Häuser, rechts der Sportcampus des Jügesheimer Sport- und Kulturvereins, links daneben das Parkdeck.

Rodgau - Der Jügesheimer Sport-und Kulturverein JSK plant den Bau eines Sportcampus für 4,5 Millionen Euro. Dazu ist eine Umstrukturierung des Vereinsgeländes an der Weiskircher Straße nötig. Von Bernhard Pelka 

Wo heute noch Fußball und Football gespielt wird, sollen Wohnhäuser entstehen und sich der Rodau-Park erstrecken. Durch den Zukauf des Nachbargeländes an der Egerstraße aus privater Hand bestünde Platz für den Sportcampus: eine Multifunktionshalle für Übungsstunden, Vorträge, Gastronomie und Feiern. Vorgestern Abend war der Sportcampus ein beherrschendes Thema während der JSK-Hauptversammlung. Nachdem der Vereinsrat das ehrgeizige Projekt am 19. April besprochen und begrüßt hatte, waren die Mitglieder am Zug. Seit 90 Jahren dienen zwei in die Jahre gekommene Turnhallen mit enormem Pflegeaufwand im Ostring und an der Weiskircher Straße dem aus TGMSV und TGS fusionierten Verein JSK als Sportstätten. Die Bauaufsicht stellte fest, sie seien nicht sanierungsfähig. Schon vor zehn Jahren gab es (damals noch an den TGS-Vorstand) den Auftrag, für Abhilfe mit einem Neubau zu sorgen. Dazu könnte es jetzt kommen.

Es biete sich an, die vereinseigene Fläche an der Weiskircher Straße nach Norden hin zur Egerstraße zu erweitern, um dann eine Gesamterschließung vorzunehmen, warb Vorstand Lothar Mark vor den Mitgliedern. Zunächst solle das Grundstück Egerstraße 12 bis 14 mit rund 3500 Quadratmetern für 900.000 Euro gekauft werden. Dort sei der Sportcampus geplant: eingerahmt von der Egerstraße im Norden, der Stichstraße und Wohnbebauung im Osten, einem neu gebauten Parkeck, der Wohnbebauung im Süden und dem Rodaupark im Westen.

Eine Sackgasse erschließe das Neubaugebiet von der Weiskircher Straße aus. Anlieger parkten in dem neuen Parkdeck, sodass die Straße nur zum Be- und Entladen genutzt werden solle. Im Sportcampus solle das Herz des mitgliederstärksten Rodgauer Vereins in Zukunft schlagen. Es werde die Heimat des Gesundheits- und Rehasports und der vielen angebotenen Kurse. Es gebe reichlich Trainingsmöglichkeiten. Die Räume seien nicht mit dem Innenleben einer traditionellen Turnhalle zu vergleichen. Es seien Trainings-, Probe-und Übungsräume verschiedenen Zuschnitts – je nach den Bedürfnissen der Abteilungen. Die bestehenden Kindergartenkooperationen fänden dort ihre neue Adresse. Gleiches gelte für die Ferienspielangebote und die Verwaltung. Das gastronomische Angebot solle auch nicht fehlen.

Hinter dem Neubaugebiet soll sich der barrierefrei erreichbare Rodaupark erstrecken und einen Abstand von 35 Metern zwischen Gebäuden und Rodau herstellen. Auf der 5000 Quadratmeter großen Grünfläche sind der Vitapark mit seinen Seniorensportgeräten und Bouleflächen bereits vorhanden. Die Freifläche biete sich auch zum Feiern und für Ferienspiele an.

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Sobald der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt hat, soll ein weiterer Kunstrasenplatz im Maingau-Energie-Stadion als Ersatz für den wegfallenden Rasenplatz in der Weiskircher Straße gebaut werden. Der sei bei den rund 30 Mannschaften, die dort wöchentlich trainieren, schon jetzt nötig. Es werde auch nicht weniger, bei dem was durch das Neubaugebiet Rodgau-West ausgelöst werde, machte Lothar Mark die Mitglieder auf die Herausforderungen der Zukunft aufmerksam: „Wir erwarten, dass dort im Jahr 2030 rund 5000 Personen wohnen, davon 1000 Minderjährige. Die Nachfrage nach sportlichen Angeboten steigt und muss eine Heimat finden.“

Zunächst solle am Sportgelände der Lärmpegel für die Anwohner rund um die Weiskircher Straße / Egerstraße deutlich gesenkt werden. Dazu sei es notwendig, die Sportarten American Football, Cheerleader, Damenfußball, Training und Ligaspiele in das Maingau-Energie-Stadion zu verlegen. Dann könnten die Aktivitäten in der Halle an einem Standort gebündelt werden. Gesundheitssport, alle Kurse, Kleinkinderbetreuung, Eltern-Kind, Kinderbetreuung, aber auch das Angebot für die Kindergärten sollten im Sportcampus abgehalten werden. Hinzu kämen die Proberäume für Kulturveranstaltungen aus Musik, Theater, Kleinkunst und Fastnacht.

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