Musikverein Weiskirchen feiert Einweihung seiner Tonhalle in Rodgau

Stolze Leistung

Es gab Glückwünsche zur nagelneuen Immobilie, die Festredner stießen aber später auch auf das Jubiläum des Musikvereins an.
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Es gab Glückwünsche zur nagelneuen Immobilie, die Festredner stießen aber später auch auf das Jubiläum des Musikvereins an.

Nach mehr als 6 000 Stunden Eigenleistung während der Bauphase feierte der Musikverein Weiskirchen (MV) sich und sein neues Zuhause. Bei der Einweihungsfeier der Rodaustrom Tonhalle gratulierten Vorstandsmitglieder und Politprominenz.

Hainhausen/Weiskirchen – In Rekordzeit zogen die Weiskircher Musiker den Neubau in die Höhe. Von einem Jahrhundertprojekt sprachen Vorsitzender Sebastian Wilhelm und der Schirmherr und Landtags-Vize-Präsident Frank Lortz. Die bisherigen Übungsräume waren in die Jahre gekommen. Für den MV mit seinen 280 Mitgliedern hieß es, neue Wege zu gehen.

Die Immobilie Am Sportfeld trägt die Hausnummer 21a. Die Zahl ist ein Fingerzeig auf das Entstehungsjahr des Musikvereins, dem Jahr 1921. Frank Lortz sprach von einem historischen Tag: „Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen“. Lortz betonte Tatkraft und Weitsicht des MV-Vorsitzenden Sebastian Wilhelm: „Das ist ganz persönlich dein Werk, lieber Sebastian“. Die 100 Gäste honorierten mit lang anhaltenden Ovationen im Stehen.

Der Bau erfüllt seinen ureigensten Zweck. Als „bombastisch“ bezeichnete Wilhelm den Resonanzraum. Im Erdgeschoss entstanden die Toiletten und das Lager. Im 1. Stock hat der Probesaal eine Höhe von vier Metern, wichtig für die Klangentfaltung, erklärte der Vorsitzende.

Vor den Gästen witzelte Landrat Oliver Quilling über den zügigen Baufortschritt durch die Ehrenamtlichen: „Wenn euch jetzt langweilig wird, im Hochbauamt sind noch Stellen frei.“

Dankesworte fand Stadtrat Michael Schüßler für den Nachbarn SG Hainhausen. Der Sportverein verkaufte einen Teil seines Grundstücks an den Bauherrn. „Ihr habt den Weg zueinandergefunden in einer vorbildlichen Art und Weise, dafür kann man euch ganz herzlich danken“.

Erste Schmuckstücke für die Vitrine des neuen Übungsraums überreichten Stadtwerke-Betriebsleiter Markus Ebel-Waldmann mit dem neuen Bienchen-Maskottchen sowie Staatssekretär Michael Bußer mit einem Abbild des hessischen Löwen.

Während der Bauphase blickten Vorstand und Schirmherr permanent auf die eingehenden Gelder. Die Mitglieder spendeten mehr als 190 000 Euro. „Man kann seinem Verein kein größeres Geschenk machen, als so ein Projekt zum Jubiläum fertigzustellen“, dankte Sebastian Wilhelm allen Beteiligten.

Stiftungen, Banken und Unternehmen steuerten 30 000 Euro bei. Das Gros brachte die öffentliche Hand ein. 190 000 Euro schoss die Stadt zu, vom Kreis kamen 50 000 Euro. Zu Beginn der Feier fehlten noch 5 000 Euro zur Finanzierung. Schirmherr Frank Lortz zeigte sich gut informiert und zuversichtlich, „das kriegen wir heute noch hin“. Die Asklepios-Klinik Seligenstadt und der Staatsminister Michael Bußer überreichten Schecks und füllten so die Lücke.

Max Breitenbach trat für den Bauausschuss an das Mikrofon. „Mit der Einweihung endet eine über sechsjährige Arbeit“. Drei Jahre lang versuchte der Verein mit der Stadt eine Lösung zu finden: „Wir wollten öffentliche Gebäude nutzen, das hat sich zerschlagen, dann blieb die einzige Möglichkeit, selbst zu bauen“, sagte Breitenbach. (Von Andreas Pulwey )

Die Gründerväter hatten den Klub vor 100 Jahren aus der Taufe gehoben. Bis heute steht die Vereinigung für Kreativität, Teamfähigkeit und soziale Kompetenz.

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