Tempo 30 wirkt

Zwischenbilanz in Jügesheim: Straßenverkehr fließt gleichmäßiger

8 000 Fahrzeuge täglich sind auf den Ortsdurchfahrten in Rodgau unterwegs. Auf der Dudenhöfer Straße sorgt Tempo 30 für einen gleichmäßigen Verkehrsfluss, wie die Stadtverwaltung beobachtet hat. Eine Situation wie auf diesem Bild sei die Ausnahme.
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8 000 Fahrzeuge täglich sind auf den Ortsdurchfahrten in Rodgau unterwegs. Auf der Dudenhöfer Straße sorgt Tempo 30 für einen gleichmäßigen Verkehrsfluss, wie die Stadtverwaltung beobachtet hat. Eine Situation wie auf diesem Bild sei die Ausnahme.

Tempo 30 und kontrolliertes Parken haben den Verkehr auf der Dudenhöfer Straße gleichmäßiger und sicherer gemacht. Diese Zwischenbilanz zieht die Stadt nach den ersten Monaten eines Verkehrsversuchs in Jügesheim. Dennoch fährt etwa jeder 100. Verkehrsteilnehmer gefährlich schnell. Den Rasern soll es nun an den Kragen gehen: Die Stadt kündigt Kontrollen an.

Jügesheim - Auf dem zentralen Stück der Ortsdurchfahrt gilt vorerst für ein Jahr die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Außerdem ist das Parken am Straßenrand nur noch an markierten Stellen erlaubt.

Wie sich die Situation entwickelt, verfolgt die städtische Straßenverkehrsbehörde anhand von Messungen. Außerdem fließen eigene Beobachtungen und Meldungen aus der Bevölkerung ein.

„Wir wollten zum Fußgängerschutz die Gehwege wieder passierbar machen, und zwar auf beiden Seiten“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler. Er spricht von einer erfreulichen Entwicklung: Die Bürgersteige seien frei von Autos, die Hofeinfahrten nicht mehr zugeparkt und der Verkehrsfluss sei gleichmäßiger geworden.

Anhand der Messdaten eines Sechs-Tage-Zeitraums im Mai berichtet der städtische Verkehrsdezernent von einer mittleren Geschwindigkeit zwischen 30 und 36 km/h. „Das war vorher auch nicht anders“, so Schüßler. Mitarbeiter der Ordnungspolizei berichteten, „dass wir jetzt einen homogeneren, gleichmäßigen Verkehrsfluss haben“. Dadurch könnten sich die Verkehrsteilnehmer bei Gegenverkehr sicherer fühlen.

Mehr Sicherheit gegen abgefahrene Außenspiegel: Auf der Fahrbahn sind extra breite Parkstände eingezeichnet.

Außerdem gebe es weniger abgefahrene Außenspiegel. Michael Schüßler erklärt das mit der großzügigen Breite der Parkmarkierungen. Wer direkt an der Bordsteinkante parkt – und das tun viele –, erhält so fast einen halben Meter Sicherheitsabstand zum fließenden Verkehr.

Die Messdaten bestätigen für Jügesheim eine Verkehrsbelastung wie auf den Hauptstraßen der anderen Stadtteile: rund 8 000 Fahrzeuge täglich. Der Anteil des Schwerverkehrs liegt knapp über vier Prozent. Darin ist auch der Stadtbusverkehr enthalten, da die Elektronik Busse und Lastwagen nicht unterscheiden kann.

Der Anteil der Raser liegt laut Messergebnis bei einem Prozent. Als Spitzenwert wurden 93 km/h gemessen. Das sei „vollkommen inakzeptabel und hoch gefährlich“, kritisiert Michael Schüßler. Wer derart schnell durch den Ort brettere, habe kein Unrechtsbewusstsein. „Da nützt auch kein Verkehrsschild, sondern nur Repression.“ Der Erste Stadtrat kündigt deshalb Tempokontrollen an – mit allen Konsequenzen. Wer schneller als 53 km/h fährt, muss mit einer Anzeige rechnen und wird zur Kasse gebeten. Das ist dank Tempo 30 möglich. Beim früheren Standard (50 km/h) hätten Autofahrer erst ab 70 „Sachen“ mit einem Bußgeld rechnen müssen.

Nach dem Ende des Verkehrsversuchs im Frühjahr will die Verkehrsbehörde entscheiden, ob das Tempolimit bleibt. Dann stellt sich auch die Frage, ob sich die Erfahrungen auf andere Stadtteile übertragen lassen. Schüßler: „Zurzeit gibt es dafür noch keine Überlegungen.“  eh

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