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Tom Schüler erhält Kulturpreis der Stadt Rodgau

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Solist mit Kappe: Tom Schüler 2019 beim Konzert zum 40-jährigen Bestehen der Rodgau-Jazz-Big-Band.
Solist mit Kappe: Tom Schüler 2019 beim Konzert zum 40-jährigen Bestehen der Rodgau-Jazz-Big-Band. © mecora

Der Kulturpreis 2021 der Stadt Rodgau geht an Thomas „Tom“ Schüler. Der 58-Jährige aus Nieder-Roden ist in vielen Musikrichtungen zuhause. Seine Leidenschaft gilt aber dem Jazz. „Die eindrucksvolle Vita, die Schaffenskraft, die musikalische Professionalität, Kreativität und die Vielfalt im Ausdruck seines Könnens waren Grundlage für die Entscheidung der Jury“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Rodgau - Sein Markenzeichen ist Mütze oder Hut: Tom Schüler ist ein Musiker, der initiiert, anstößt, auf den Weg bringt. Einer, der gern im Hintergrund wirkt und organisiert und sich als Instrumentalist nicht ins Rampenlicht vordrängelt. Schüler ist ein Musikschaffender, der Kollegen zusammenbringt und Projekte anschiebt und am Leben erhält.

Es gibt kaum Unternehmungen aus den Bereichen Brass und Bigband der letzten vier Jahrzehnte in Rodgau, an denen der Nieder-Röder Trompeter mit Dudenhöfer Wurzeln nicht beteiligt war und ist. Die Liste ist lang: Rodgau Brassband, Rodgau-Jazz-Big-Band, Platt Schwitz & Biers, Kerblounge-Allstars in Nieder-Roden, Teddy’s Rebirth. Die „Teddys“ waren eine swingende Formation der 1950er-Jahre, die Tom Schüler zusammen mit seinem inzwischen 91-jährigen Onkel, dem Saxofonisten und Dirigenten Rudolf Schüler, vor 17 Jahren wiederbelebt hat.

Wenn Tom Schüler allerdings mit seinem Sohn Dario, Saxofon und Keyboards, musiziert und auftritt, wird es kammermusikalisch intim, innig und introspektiv. Das ist die zweite große Leidenschaft des Bigband-Trompeters: niveauvoller Bar- und Mitternachts-Jazz in kleinen Besetzungen. Dabei mutiert er stets – mit geschlossenen Augen in sich hinein horchend – zum atmosphärische Soli blasenden Flügelhornisten. Das ist etwa bei Konzerten der Offenbacher „Offjazzgroup“ so oder bei „Little Wing“, dem Ensemble des Nieder-Röder Bassisten Stephan Langer, das Schüler mitgegründet hat.

Wenn jemand aus der Gegend – von Meike Garden über Jutta Vollmann bis hin zu Jan Masuhr – für Studio- und Platten-Aufnahmen stimmungsvolle Flügelhorn-Fills und Inputs benötigt, dann ruft er/sie Tom Schüler an. Dessen ambitionierteste und anspruchsvollste CD-Arbeiten bisher waren seine innovativen Projekte mit dem Neue-Musik-Komponisten und Maler Jens Joneleit, der 2009 den städtischen Kulturpreis erhielt.

Jahrzehntelang gehörte Tom Schüler dem Konzertorchester des Musikvereins Nieder-Roden an. Im symphonischen Blasorchester des Musikvereins Dudenhofen sitzt er häufig in der Trompeter-Sektion. Und selbst bei der in der Pandemie gegründeten Bigband „The Rodgau Groove Factory“ hat er bereits ausgeholfen.

Bei seinen vielfältigen Aktivitäten und musikalischen Verdiensten, die bis in die angrenzenden Bundesländer reichen, ist es verwunderlich, dass man online relativ wenig Informationen über Tom Schüler findet. Er müsste längst einen langen Wikipedia-Eintrag haben. Dort würde auch stehen, dass Tom Schüler kein hauptberuflicher Musiker ist – eine Tatsache, die viele überraschen dürfte. (Manfred Meyer)

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