Aufbau dauert vier Tage

Tonnenschweres Kunstwerk im Rodau-Park

Himmelblau, orange und rosa sind die Farben des „Colormaster R“, mit dem Künstler Manuel Franke (Foto) den Rodau-Park bespielt
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Himmelblau, orange und rosa sind die Farben des „Colormaster R“, mit dem Künstler Manuel Franke (Foto) den Rodau-Park bespielt.

Sie ist 28 Meter lang und -zig Tonnen schwer: Eine Skulptur namens „Colormaster R“ wird gerade im Rodau-Park an der Konrad-Kappler-Straße aufgebaut. Die Arbeiten dauern vier Tage und stoßen auf reges Interesse: Immer wieder bleiben Passanten stehen, schauen zu und stellen Fragen. Künstler Manuel Franke hat bisher ausschließlich positive Reaktionen erlebt: „Die Arbeit hat ja auch etwas ganz Heiteres in ihrer Farbigkeit und Form.“

Jügesheim - Das Kunstwerk besteht aus Segmenten aus Beton und Wellblech, die wie Finger einer Hand ineinandergreifen. Jedes Segment wiegt drei Tonnen. Dennoch benötigt das Werk kein Fundament. Die statischen Berechnungen füllen 30 bis 40 Seiten. Für seine großen Skulpturen arbeitet Manuel Franke seit 20 Jahren mit dem gleichen Statiker zusammen, der ihm hilft, auch scheinbar Unmögliches möglich zu machen. „Ein guter Statiker findet immer einen Weg“, sagt er.

Auch auf die Arbeit der Betonmanufaktur Kleemann in Rollwald hält er große Stücke. Dort wurden die himmelblauen Betonteile gegossen, die dank der Farbpigmente leicht und fröhlich wirken.

In den Sockel wird ein Segel aus gebogenem Wellblech eingepasst, das sich wie in einer großen Bewegung in Richtung Stadtmitte biegt. Darin liegt eine große Dynamik. Das sieht aber nur so aus. Tatsächlich ist die Konstruktion in sich so stabil, dass sich das Segel im Wind nicht bewegt, obwohl das Metall nur einen Millimeter dick ist. Der Künstler: „Wellblech an sich ist schon wahnsinnig stabil, im gekrümmten Zustand ist es noch stabiler.“

Rodgau: Behörden reden beim Aufbau ein Wörtchen mit

Eine Baugenehmigung brauchte der Künstler für seine Arbeit nicht. Das wurde bereits vor zwei Jahren in Frankfurt geklärt, wo der „Colormaster“ in einer größeren Version im Städel-Garten stand. Allerdings hatte dort der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden. In Rodgau musste unter anderem die Untere Naturschutzbehörde gefragt werden. Einer der angedachten Standorte fiel aus, weil dafür Ausgleichsmaßnahmen notwendig geworden wären.

Nach der Städel-Saison wurden die Einzelteile zunächst in einem Gestüt in Oberrad eingelagert. „Ich habe immer damit geliebäugelt, dass diese Arbeit sich auch in einem neuen Kontext verorten könnte“, sagt Manuel Franke. „Es gab viele Bewerber, aber Rodgau hat sich am hartnäckigsten und kunstinteressiertesten gezeigt.“

„Wie ein überdimensionales Spielzeug“

Gespannt ist der Künstler darauf, wie die Rodgauer mit dem neuen Raum-Erlebnis im Park umgehen. Die Nähe zum Spielplatz sei bewusst gewählt, sagt er: „Es wirkt wie ein überdimensionales Spielzeug in Himmelblau, Orange und Rosa.“

Am Samstag, 26. September, um 15 Uhr wird das Kunstwerk offiziell der Bevölkerung vorgestellt. Wer dabei sein möchte, muss sich bei der städtischen Kulturagentur (kultur@rodgau. de) anmelden.

Von Ekkehard Wolf

Ein Schotterbett bildet die Grundlage für das Kunstwerk. Die Betonteile müssen millimetergenau eingepasst werden.

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